{"id":9739,"date":"2023-10-06T00:00:42","date_gmt":"2023-10-05T22:00:42","guid":{"rendered":"https:\/\/gerd-kommer.de\/?p=9739"},"modified":"2026-05-27T17:15:33","modified_gmt":"2026-05-27T15:15:33","slug":"geldmarktfonds","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerd-kommer.de\/blog\/geldmarktfonds\/","title":{"rendered":"Geldmarktfonds \u2013 die smarte Alternative zum Tagesgeld"},"content":{"rendered":"
Von\u00a0Gerd Kommer<\/a> und Daniel Kanzler<\/a>\u00a0\u00a0<\/em><\/p>\n Dieser Blog-Beitrag wurde im Oktober 2024 aktualisiert.<\/em><\/p>\n Die Deutschen sind ein Volk von Kapitalmarktmuffeln. Wie wir aus den Statistiken wissen, schenken sie ihre finanzielle Liebe nicht der B\u00f6rse, sondern drei anderen Anlageformen: Bankguthaben, kapitalbildenden Versicherungen und Immobilien.<\/p>\n Die Nachteile und Risiken von kapitalbildenden Lebensversicherungen haben wir in einem fr\u00fcheren Blog-Beitrag beschrieben (hier<\/u><\/a>). Zu den weithin \u00fcbersch\u00e4tzten langfristigen Wertsteigerungen von Wohnimmobilien haben wir k\u00fcrzlich einen Blog-Beitrag geschrieben (hier<\/u><\/a>).<\/p>\n Kommen wir daher zum eigentlichen Thema: Warum und in welcher Weise Geldmarktfonds verzinslichen Bankguthaben als L\u00f6sung f\u00fcr Geldanlagen mit geringem Risiko und hoher Liquidit\u00e4t \u00fcberlegen sind. Am Ende dieses Blog-Beitrages nennen wir konkrete Geldmarktfonds f\u00fcr Leser, die die Erkenntnisse aus diesem Blog-Post gleich umsetzen wollen.<\/p>\n Geldmarktfonds haben relativ zu verzinslichen Bankguthaben einen Vorteil bei Rendite und einen bei Risiko.<\/p>\n Geldmarktfondsinvestments liefern typischerweise um 0,3 bis 1,2 Prozentpunkte pro Jahr h\u00f6here Renditen als das durchschnittliche Tagesgeld bei einer der rund 1.700 Banken in Deutschland. Nur wenn man arbeitsaufw\u00e4ndiges „Tagesgeld-Hopping“ betreibt, kann man mit Tagesgeldern die Rendite eines guten Geldmarktfonds erreichen oder geringf\u00fcgig \u00fcbertreffen. Zu Tagesgeld-Hopping weiter unten mehr.<\/p>\n Mit Festgeldern (auch Termingelder genannt) von Laufzeiten zwischen einem Monat und 24 Monaten kann man eventuell die Rendite eines Geldmarktfonds-ETFs ebenfalls leicht schlagen, aber Festgelder sind unflexibler und illiquider als ein Geldmarktfonds oder Tagesgeld, die man ja jederzeit sofort wieder in normales Bargeld umwandeln kann [1]<\/span><\/strong>. Das geht bei Festgeldern nur am F\u00e4lligkeitstag. Bei Festgeldern muss man also genau planen und sich bei jeder neuen Anlage fragen „wann werde ich dieses Geld u. U. fr\u00fchestens wieder brauchen?“ Versemmelt man diese Planung, dann verliert man im Wege einer „Strafzahlung“ an die Bank die erzielten Zinsen und evtl. sogar noch etwas mehr. Hinzukommt die oft nervige Arbeit mit dem Verl\u00e4ngern von Festgeldern, die bei Tagesgeldern und Geldmarktfonds entf\u00e4llt. Ergo: Festgelder kann man im Grunde gar nicht mit Tagesgeldern und Geldmarktfonds vergleichen, da sie deutlich illiquider und arbeitsintensiver sind.<\/p>\n Der zweite Vorteil von Geldmarktfonds vor einem verzinslichen Bankguthaben betrifft Risiko, und zwar Ausfallrisiko [2]<\/span><\/strong>. Banken k\u00f6nnen bekanntlich pleite gehen und tun es auch oft. Zum \u00fcberraschend hohen Pleiterisiko von Banken haben wir einen eigenen Blog-Beitrag geschrieben (hier<\/u><\/a>). Quintessenz: Bankeinlagen sind nur bis zur Obergrenze der gesetzlichen\/staatlichen Einlagensicherungsgrenze als risikoarm zu bezeichnen. Diese Obergrenze betr\u00e4gt in der EU 100.000 Euro pro Bank-Kunde-Kombination. Wer eine h\u00f6here Summe bei einer einzelnen Bank h\u00e4lt, setzt sich damit unn\u00f6tig hohem Ausfallrisiko aus, unn\u00f6tig, weil man es \u00fcber ein Depot mit Geldmarktfondsanteilen leicht und ohne Renditenachteile vermeiden kann.<\/p>\n Mit „Einlagen“ oder „Guthaben“ sind nur Cash<\/em>-Guthaben bei Banken gemeint (z. B. Girokontoguthaben, verzinsliche Tagesgelder, Festgelder, Sparb\u00fccher), nicht jedoch Wertpapier- oder Fondsanlagen auf einem Depot. Der Inhalt eines Kundendepots ist durch den Konkurs der depotf\u00fchrenden Bank grunds\u00e4tzlich nicht gef\u00e4hrdet, da die Bank bei einem Depot nur als Treuh\u00e4nderin oder Verwalterin agiert. Hier besteht ein fundamentaler Unterschied, der nicht allen Bankkunden bekannt ist.<\/p>\n Die so genannte „gesetzliche Einlagensicherung“ in der EU von 100.000 Euro pro Bankkunde ist \u00fcbrigens keine formale Staatsgarantie wie in den USA, [3]<\/span><\/strong> sondern nur ein „gesetzlicher Rechtsanspruch auf eine Entsch\u00e4digung durch ein privates, staatlich beaufsichtigtes Entsch\u00e4digungssystem“. Aus Bankkundensicht fehlt damit die Rechtssicherheit, die es in den USA gibt. Gleichwohl d\u00fcrfte die gesetzliche Einlagensicherung in der EU einer formalen staatlichen Garantie im Umfang von 100.000 Euro pro Kunde nahekommen.<\/p>\n Viele Deutsche glauben irrt\u00fcmlich, dass die Einlagen bei Sparkassen, da sie staatliche Banken sind, durch ihren Eigent\u00fcmer (Stadt, Landkreis) garantiert w\u00fcrden. Fehlanzeige. Diese so genannte „Gew\u00e4hrtr\u00e4gerhaftung“ aus dem Jahr 1931 wurde in Deutschland 2005 zurecht abgeschafft, da wettbewerbsverzerrend. Daher darf eine Kommune selbst dann keinen Bailout ihrer insolventen Sparkasse durchf\u00fchren, wenn sie es ausnahmsweise k\u00f6nnte.<\/p>\n Ob die h\u00e4ufig praktizierte Einlegerstrategie, seine Bankguthaben auf mehrere Banken zu verteilen, um bei allen unter der 100.000 Euro-Grenze zu bleiben, v\u00f6llig rechtssicher ist, darf man bezweifeln. Diese Risikosenkungsmethode entspricht zwar dem Buchstaben des Gesetzes (Einlagensicherungsgesetz\/EinSiG) aber zweifellos nicht seinem Geist. Sehr verm\u00f6gende Haushalte, die wirklich auf Nummer Sicher gehen wollen, vermeiden diese Vorgehensweise. Das ist durch die Nutzung von Geldmarktfonds auch erfreulich einfach.<\/p>\n Weiter unten vergleichen wir Geldmarktfonds und Tagesgelder im Detail en d\u00e9tail in einer Tabelle. Doch bevor wir das tun eine kurze Zusammenfassung, was Geldmarktfonds \u00fcberhaupt sind.<\/p>\n <\/p>\n Geldmarktfonds (engl. Money Market Funds) wurden in den USA Anfang der 1970er Jahre erfunden und kamen rund 25 Jahre sp\u00e4ter, Mitte der 1990er Jahre, im deutschen Privatanlegermarkt an. Sie sind also keineswegs neu. Trotz ihres Alters werden sie bis heute nur wenig von Privatanlegern genutzt (ganz anders als bei Unternehmen und institutionellen Anlegern).<\/p>\n Der so genannte Geldmarkt oder Money Market ist ein Teilsegment des Anleihenmarktes. Er umfasst sehr kurzlaufende Kredite und Anleihen (typischerweise bis 18 Monate Restlaufzeit) im gehobenen Bonit\u00e4tsspektrum des Schuldners und ohne Wechselkursrisiko. [4]<\/span><\/strong> Weil GMF-Anlagen nur kurze Restlaufzeiten haben, ist bei ihnen das sogenannte Zins\u00e4nderungsrisiko (Kursverlust bei Anstieg der Marktzinsen) gering und bei bestimmten GMF sogar null (siehe unser Blog-Beitrag zum Zins\u00e4nderungsrisiko hier<\/u><\/a>).<\/p>\n Geldmarktfonds sind de facto genauso liquide und bequem wie ein Tagesgeld und liquider und bequemer als ein Festgeld. Die laufenden Kosten von GMF bewegen sich im Bereich von 0,05% bis 0,4% per annum des angelegten Geldes. GMF im ETF-Format bewegen sich eher am unteren genannten Ende der Spannbreite.<\/p>\n Bliebe noch die Frage, warum GMF, obwohl sie schon rund 30 Jahre in Deutschland verf\u00fcgbar sind, unter Privatanlegern hierzulande bis vor Kurzem kaum bekannt waren. Das hat drei Gr\u00fcnde: (a) Bankguthaben \u2013 die bekanntere und gewohntere Alternative zu GMF \u2013 werden irrt\u00fcmlich als sicher oder jedenfalls als sicherer wahrgenommen (siehe oben). (b) Die Deutschen sind generell Kapitalmarktmuffel. (c) Wenn sie sich \u00fcberhaupt in den Kapitalmarkt trauen, dann m\u00fcssen es Aktien sein. Mit der Asset-Klasse Anleihen (hierum handelt es sich bei GMF in erster Linie) haben die Deutschen schon immer gefremdelt.<\/p>\n Einer der beiden Autoren dieses Blog-Posts hat \u00fcber 16 Jahre in angels\u00e4chsischen L\u00e4ndern gelebt und war dort in der Finanzbranche t\u00e4tig. Er kann die merkw\u00fcrdige deutsche Aversion vor Anleihen daher aus eigener Anschauung beurteilen. F\u00fcr einen Amerikaner, egal aus welcher Bildungs- und Einkommensschicht er kommt, ist es v\u00f6llig unstrittig, dass kurzlaufende US-Staatsanleihen das f\u00fcr ihn sicherste Investment auf diesem Planeten darstellen. Selbstverst\u00e4ndlich auch sicherer als Immobilien. \u00c4hnlich sieht es auch der durchschnittliche Australier, Brite oder Franzose in Bezug auf die nationalen kurzlaufenden Staatsanleihen. Anders bei den meisten Deutschen.<\/p>\n Warum die Deutschen ein so „schwieriges Verh\u00e4ltnis“ zu Staats- und Unternehmensanleihen haben, bleibt am Ende unklar. Die Erfahrungen in der Hyperinflation 1922\/1923 oder der W\u00e4hrungsreform 1948\/49 sind keine plausible Erkl\u00e4rung, weil diese W\u00e4hrungskrisen Bankguthaben genauso sch\u00e4digten wie inl\u00e4ndische Anleihen. (Wir haben einen ausf\u00fchrlichen Blog-Beitrag<\/u><\/a> zu Anleihen geschrieben. Er gibt einen \u00dcberblick \u00fcber Anleihen und den Anleihenmarkt. Anleihen sind komplexer als Aktien und der globale Anleihenmarkt ist deutlich gr\u00f6\u00dfer als der Aktienmarkt.)<\/p>\n Doch wie dem auch sei, die folgende Tabelle stellt die beiden „Cash-Anlagen“ Bankguthaben und GMF einander gegen\u00fcber und vergleicht sie anhand der wichtigsten Kriterien.<\/p>\n Tabelle: Vergleich der zwei wichtigsten Typen von „Cash-Anlagen“: Bankguthaben und Geldmarktfonds<\/strong><\/span><\/p>\n [A] In der Nullzinsphase von Anfang 2017 bis Mitte 2022 betrug die durchschnittliche nominale Verzinsung von in Deutschland angebotenen Geldmarktfonds minus 0,4% p.a. gegen\u00fcber einer durchschnittlichen Verzinsung von Tagesgeldern von 0% p.a. Die Inflationsrate \u00fcber diesen 5,5 Jahreszeitraum belief sich auf 3,8% p.a. <\/span><\/p>\n Eine Geldmarktanlage im eigentlichen Sinne darf kein Wechselkursrisiko beinhalten. Dementsprechend w\u00e4re ein Tagesgeld in US-Dollar f\u00fcr einen Anleger in Deutschland mit der funktionalen W\u00e4hrung („Heimatw\u00e4hrung“) Euro keine<\/em> Geldmarktanlage, sondern ein spekulatives „Carry Investment im Zinsbereich“. Die Wechselkursschwankungen des Dollars zum Euro bewirken starke t\u00e4gliche Wertschwankungen in Euro gerechnet und damit eine f\u00fcr Geldmarktanlagen im eigentlichen Sinne des Konzepts inakzeptabel hohe Volatilit\u00e4t.<\/p>\n <\/p>\n Es existieren drei verschieden Typen von Geldmarktfonds und geldmarktnahen Fonds:<\/p>\n In Bezug auf den Verwendungsmodus f\u00fcr laufende Ertr\u00e4ge (Zinsen) existieren sowohl thesaurierende GMF als auch aussch\u00fcttende.<\/p>\n In den Medien und im Internet werden Geldmarktfonds regelm\u00e4\u00dfig mit Festgeldern (auch Termingelder genannt) verglichen. Da Festgelder \u2013 anders als Tagesgelder und Geldmarktfonds \u2013 fixe<\/em> Laufzeiten zwischen zwei Wochen und drei Jahren haben, unterscheiden sie sich in einem fundamentalen Merkmal von Geldmarktfonds oder Tagesgeldern. Ein Festgeld erfordert grunds\u00e4tzlich mehr Planungssicherheit vom Anleger, beinhaltet das Risiko von Renditeverlusten im Falle von Fehlplanungen, beispielsweise, wenn man fr\u00fcher als erwartet an sein Geld m\u00f6chte. Au\u00dferdem verursachen Festgelder notwendigerweise mehr Arbeit f\u00fcr den Anleger.<\/p>\n <\/p>\n In den Finanzmedien und im Internet geistert seit 2008 die Falschmeldung umher, dass damals in der Gro\u00dfen Finanzkrise GMF „unerwartete Verluste“ erlitten. Das ist zumindest stark \u00fcbertrieben. Zun\u00e4chst einmal gab es diese „unerwarteten Kursverluste“ damals sowieso nur bei einer Minderheit der vielen Hundert europ\u00e4ischen und amerikanischen GMF. Zweitens bewegten sich die Kursverluste bei den betroffenen Fonds im Bereich zwischen 0,5% bis 3,5%. Sie waren also \u00fcberschaubar, vor allem, wenn man sie neben die gleichzeitigen Crashes bei Aktien und Immobilien (Immobilien au\u00dferhalb der DACH-L\u00e4nder) in der Gr\u00f6\u00dfenordnung von 50% stellt und wenn man bedenkt, dass damals die Bankeinlagen bei Hunderten von Banken ohne staatliche Bailouts zu wohl \u00fcber die H\u00e4lfte ausgefallen w\u00e4ren. [5]<\/span><\/strong> Drittens lag die laufende Verzinsung von GMF 2008 bei drei bis vier Prozent p.a. Rechnete man also die unmittelbar vor oder unmittelbar nach den Kursverlusten ausgesch\u00fctteten Zinsen gegen die Kursverluste, verlor vermutlich kaum ein Anleger Geld.<\/p>\n Solche \u2013 statistisch vielleicht alle zehn Jahre auftretenden \u2013 Minikursverluste werden haupts\u00e4chlich bei pl\u00f6tzlich und stark steigenden Zinsen geschehen \u2013 einer f\u00fcr Geldmarktanleger vorteilhaften Entwicklung! Durch den Zinsanstieg wird der kleine Kursverlust schnell wieder aufgeholt. Danach steht der Anleger wegen der gestiegenen Zinsen sogar besser da als vorher.<\/p>\n Weil die Minikursverluste damals aber einen medialen und politischen Shitstorm verursachten, implementierten die ver\u00e4ngstigten Fondsanbieter danach freiwillige Ma\u00dfnahmen, die selbst dieses moderate Risiko noch weiter senkten. Wiederum einige Jahre sp\u00e4ter kam es in der EU auch noch zu einer regulatorischen Versch\u00e4rfung mit dem Ziel des Anlegerschutzes.<\/p>\n Eine kuriose Erfahrung, die wir im Zusammenhang mit GMF ab und an machen, sind Kunden, die unseren Vorschlag eines GMF-Investments zun\u00e4chst mit der Begr\u00fcndung ablehnen, ein Bankguthaben sei sicherer als der von uns vorgeschlagene GMF. Dieser enthalte ja \u00fcberwiegend (deutsche) Staatsanleihen und k\u00f6nne „schwanken“. Auf unsere R\u00fcckfrage, was passieren w\u00fcrde, wenn die kontof\u00fchrende Bank Pleite ginge, wie beispielsweise die Commerzbank 2008 (damals die zweitgr\u00f6\u00dfte Bank Deutschlands), die Hypo Real Estate 2009 (damals die gr\u00f6\u00dfte deutsche Immobilienbank) oder die Credit Suisse 2023 (die zweitgr\u00f6\u00dfte Schweizer Bank), erwiderte der Mandant, dass diese Banken ja vom Staat gerettet wurden. Das unterstreiche das geringe Risiko.<\/p>\n Ja, sie wurden vom Staat gerettet \u2013 von der Institution, deren Anleihen der betreffende Kunde f\u00fcr risikoreicher h\u00e4lt als ein Bankguthaben. \ud83e\udd14<\/p>\n Statt aber bei der eigenen Geldanlage auf eine freiwillige und damit ungewisse Rettungsaktion des Staats abzustellen, ist es kl\u00fcger, gleich in die Wertpapiere zu investieren, bei denen man den h\u00e4rtesten denkbaren Rechtsanspruch auf vollumf\u00e4ngliche R\u00fcckzahlung durch den Staat hat: Die Staatsanleihen selbst. [6]<\/span><\/strong> Und selbst dieses Risiko kann man noch weiter senken, in dem man einen oder zwei GMF w\u00e4hlt, die \u00fcber Anleihen mehrerer Staaten hoher Bonit\u00e4t und vieler Hundert Unternehmen diversifizieren.<\/p>\n <\/p>\n F\u00fcr rationale Haushalte existieren vor diesem Hintergrund nur zwei Konstellationen, in denen sie Verm\u00f6gen in Gestalt von Bankguthaben halten:<\/p>\n <\/p>\n Wir k\u00f6nnen und sollten davon ausgehen, dass sich in den n\u00e4chsten 20 Jahren eine neue systemische Bankenkrise in Europa oder weltweit ereignen wird.<\/p>\n Eine echte staatliche Einlagensicherung wie in den USA existiert in Deutschland, im Rest der EU sowie in der Schweiz und Liechtenstein, nicht. Gleichwohl k\u00f6nnen wir annehmen, dass in Deutschland und \u00d6sterreich 100.000 Euro pro Bank-Kunde-Kombination auf einem Bankkonto faktisch vom Staat garantiert werden (200.000 Euro f\u00fcr Ehepaare).<\/p>\n Ob in der n\u00e4chsten systemischen Bankenkrise wieder ein staatlicher Bailout aller Einlagen einschlie\u00dflich derjenigen oberhalb<\/em> von 100.000 Euro stattfindet, darf aus einer Reihe von Gr\u00fcnden in Zweifel gezogen werden. Klar ist, dass in einer Krise, die das Ausma\u00df derjenigen von 2008 ff. \u00fcberschreitet, die staatlichen Mittel f\u00fcr einen Bailout oberhalb der 100.000-Euro-Grenze nicht ausreichen w\u00fcrden. Diejenigen in den privaten, rein freiwilligen Einlagensicherungssystemen der Banken sowieso nicht.<\/p>\n Weil die Sicherheit von Bankeinlagen oberhalb von 100.000 Euro fragw\u00fcrdig ist, sollten verm\u00f6gende Privathaushalte Bankguthaben in ihrem ureigensten Interesse nur in den Grenzen der beiden oben genannten Konstellationen 1 und 2 halten.<\/p>\n Geldmarktfondsanlagen sind eine \u00fcberlegene Alternative zu Tagesgeldern und Festgeldern. Sie produzieren langfristig eine bessere Rendite, bei geringerem Ausfallrisiko und praktisch gleich hoher Liquidit\u00e4t.<\/p>\n <\/p>\n <\/p>\n (a) Passive Geldmarktfonds-ETFs, die einen Anleihenindex auf Staatsanleihen abbilden (mit physischer Replikation) \u2013 W\u00e4hrung Euro<\/strong><\/p>\n (b) Passive Geldmarktfonds-ETFs, die einen Referenzzinssatz in Euro abbilden und auf der Swap-Methode basieren \u2013 W\u00e4hrung Euro<\/strong><\/p>\n Es werden auch GMF-ETFs auf Unternehmensanleihen angeboten. Diese bringen eine etwas h\u00f6here Rendite als solche auf Staatsanleihen oder auf Referenzzinss\u00e4tze. Mit dem Renditevorteil geht jedoch auch h\u00f6here Volatilit\u00e4t einher, die sich besonders in Phasen heftiger Marktturbulenzen unangenehm auswirken kann.<\/p>\n Wichtiger Disclaimer<\/strong>: Bei den aufgef\u00fchrten Anlageprodukten handelt es sich ausdr\u00fccklich nicht<\/strong> um Anlageempfehlungen, sondern lediglich um die beispielhafte Nennung einiger Geldmarktfonds. Bitte informieren Sie sich selbstst\u00e4ndig und \u2013 ganz wichtig \u2013 lesen Sie alle Produktunterlagen durch, bevor Sie eine Anlageentscheidung treffen.<\/p>\n <\/p>\n <\/p>\n [1]<\/strong> „Leicht schlagen“ deswegen, weil die allermeisten Geldmarktfonds eine sehr kurze „Duration“ von unter 12 Monaten haben (die gewichtete Durchschnittslaufzeit der in Fonds enthaltenden Anleihen). Sofern ein Festgeld eine l\u00e4ngere Laufzeit aufweist, kann daraus ein kleiner Renditevorteil resultieren.<\/p>\n [2]<\/strong> Hier einige weitere alternative Namen f\u00fcr Ausfallrisiko: Bonit\u00e4tsrisiko, R\u00fcckzahlungsrisiko, Kreditrisiko (Credit Risk), Default Risk, Gegenparteirisiko (Counterparty Risk), Adressrisiko, Kontrahentenrisiko.<\/p>\n [3]<\/strong> Dort hei\u00dft die Einlagensicherung „Federal Deposit Insurance“. Sie ist eine formale staatliche Garantie bis zur H\u00f6he von 250.000 USD pro Bank-Kundekombination.<\/p>\n [4]<\/strong> Eine Anleihe ist ein zum Handel (Kauf, Verkauf) vorgesehener Kredit. Der Gl\u00e4ubiger (Kreditgeber) kann bei einer Anleihe seine Forderung jederzeit ohne Zustimmung des Kreditnehmers (Schuldners) an einen Dritten ver\u00e4u\u00dfern. Das ist bei Krediten \u00fcblicherweise nicht so.<\/p>\n [5]<\/strong> Damals gab es noch keine EU-weite gesetzliche Einlagensicherung.<\/p>\n [6]<\/strong> Warum die Anleihen eines Staates mit seltenen Ausnahmen das Investment mit dem niedrigsten Ausfallrisiko innerhalb dieses Staates sein m\u00fcssen<\/em>, haben wir hier<\/u><\/a> dargelegt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":" In diesem Beitrag erl\u00e4utern wir den Nutzen von Geldmarktfonds als Alternative zu einem Tagesgeld.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":9743,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[63,9],"tags":[87,15,52,61,14],"class_list":["post-9739","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-basics","category-ratgeber","tag-aktualisiert","tag-anleihen","tag-etf","tag-fonds","tag-zinsen"],"yoast_head":"\nSo funktionieren Geldmarktfonds<\/b><\/span><\/h2>\n
<\/p>\nDiese drei Geldmarktfondstypen gibt es<\/b><\/span><\/h2>\n
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Die Kritik an Geldmarktfonds<\/b><\/span><\/h2>\n
Nur in diesen F\u00e4llen sind Bankeinlagen sinnvoll<\/b><\/span><\/h2>\n
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Fazit<\/strong><\/span><\/h3>\n
\nKurze Liste von vier Geldmarktfonds im ETF-Format:<\/b><\/span><\/h2>\n
\n
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\nEndnoten<\/strong><\/span><\/h2>\n