{"id":8883,"date":"2023-09-01T00:00:29","date_gmt":"2023-08-31T22:00:29","guid":{"rendered":"https:\/\/gerd-kommer.de\/?p=8883"},"modified":"2026-05-27T17:14:23","modified_gmt":"2026-05-27T15:14:23","slug":"gerd-kommer-weltportfolio","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerd-kommer.de\/blog\/gerd-kommer-weltportfolio\/","title":{"rendered":"Das Weltportfolio von Gerd Kommer \u2013 souver\u00e4n investieren mit ETFs"},"content":{"rendered":"
Von Daniel Kanzler<\/a>\u00a0und\u00a0Jakob Riemensperger<\/a><\/em><\/p>\n Was ist eigentlich ein „Weltportfolio“? Wer sich im deutschsprachigen Raum mit passivem Investieren<\/a> besch\u00e4ftigt, wird fr\u00fcher oder sp\u00e4ter dem Begriff „Weltportfolio“ begegnen, den Dr. Gerd Kommer vor gut 20 Jahren einf\u00fchrte. Doch was hat es eigentlich damit auf sich? Wie sieht ein Weltportfolio konkret aus? Und brauchen auch Sie eines? Antworten auf diese Fragen finden Sie hier in diesem Blog-Beitrag.<\/p>\n Bevor wir loslegen, zun\u00e4chst zur Begrifflichkeit: Das Weltportfolio ist kein einzelnes, bestimmtes Portfolio aus spezifischen ETFs oder Indizes, sondern ein Portfolio-Konzept, mit dem jeder Anleger ein auf seine pers\u00f6nlichen Bed\u00fcrfnisse und Pr\u00e4ferenzen abgestimmtes individuelles Weltportfolio bauen kann.<\/p>\n Wie die wichtigsten Bauprinzipien daf\u00fcr aussehen und wie man das praktisch umsetzt, erfahren Sie in diesem Blog-Beitrag.<\/p>\n <\/p>\n Die zentralen wissenschaftlichen Grunderkenntnisse, aus denen sich das Weltportfolio-Konzept ableitet, stammen von vier amerikanischen \u00d6konomen, die alle f\u00fcr ihre bahnbrechenden Beitr\u00e4ge zur Finanz\u00f6konomie oder Makro\u00f6konomie (zu verschiedenen Zeitpunkten) den Wirtschaftsnobelpreis gewannen:<\/p>\n Um sich die Erkenntnisse dieser vier \u00f6konomischen Superstars und anderer Top-Forscher als Privatanleger zunutze zu machen, muss man die mathematisch und statistisch komplexen Elemente der so genannten Modernen Portfoliotheorie nicht im Detail verstehen. Es gen\u00fcgt bereits, wenn man die zentralen konzeptionellen Schlussfolgerungen kennt. Dabei will dieser Blog-Beitrag helfen.<\/p>\n <\/p>\n Das Weltportfolio ist die Umsetzung der oben genannten und anderer Forschungsergebnisse in ein „komplettes“, „voll integriertes“ Anlagekonzept, das<\/p>\n praktizieren k\u00f6nnen.<\/p>\n Bereits diese skizzenhafte Zusammenfassung l\u00e4sst erkennen, dass das Weltportfolio-Konzept f\u00fcr normale Privatanlegerhaushalte realistisch und dauerhaft (ein ganzes Leben lang) umsetzbar ist. Man muss als Weltportfolioanleger kein B\u00f6rsen-Freak sein, der sich jede Woche zehn oder mehr Stunden mit Finanzthemen besch\u00e4ftigt.<\/p>\n Das Portfolio soll ganzheitlich, so wie die Wissenschaft es empfiehlt, in die Einkommens- und Verm\u00f6gensituation eines Privatanlegerhaushaltes integriert und angepasst sein \u2013 w\u00e4hrend eines ganzen Erwachsenenlebens mit all seinen Ver\u00e4nderungen und auch w\u00e4hrend existenzieller Lebenskrisen.<\/p>\n Erstmalig benannte und beschrieb Kommer das Weltportfoliokonzept im Jahr 2001 in seinem damaligen Buch „Weltweit investieren mit Fonds“<\/a>. Ein Jahr sp\u00e4ter, 2002, erschien die erste Auflage seines sp\u00e4teren Bestsellers „Souver\u00e4n investieren mit Indexfonds und ETFs“<\/a>. Das Buch lag anf\u00e4nglich in den Regalen der Buchhandlungen wie Ziegelsteine. Mit Einsetzen der Gro\u00dfen Finanzkrise ab Mitte 2007 fingen die Absatzzahlen des Buches dann allerdings an zu steigen. 2016 gewann das Buch den deutschen Finanzbuchpreis der Deutsche B\u00f6rse AG und der Citibank.<\/p>\n Bis heute wurden rund 300.000 Exemplare von Souver\u00e4n Investieren<\/em> und vereinfachten, k\u00fcrzeren Versionen davon verkauft. In den etwa alle vier Jahren \u00fcberarbeiteten Auflagen des Buches, wie auch im seit 2017 bestehenden monatlichen Blog, hat Kommer das Weltportfolio-Konzept evolution\u00e4r immer wieder auf den neuesten Stand gebracht und ist auf Spezialaspekte eingegangen. Eine vollst\u00e4ndig \u00fcberarbeite siebte Auflage des Buches Souver\u00e4n Investieren mit Indexfonds und ETFs<\/em><\/a> ist im Januar 2025 erscheinen.<\/p>\n In Souver\u00e4n Investieren<\/em> wird das Weltportfolio-Konzept aus der Wissenschaft hergeleitet und beschrieben. Hier haben wir eine kurze Weltportfolio-Definition mit den wichtigsten Hauptaspekten zusammengefasst:<\/p>\n Der Begriff Weltportfolio steht f\u00fcr ein Anlegerportfolio, das aus zwei konzeptionellen Hauptkomponenten besteht: Einem „risikoreichen“ Portfolioteil, der f\u00fcr die Erzeugung von Rendite im Gesamtportfolio zust\u00e4ndig ist (der „Renditemotor“), und einem „risikoarmen“ Portfolioteil, der prim\u00e4r als Stabilit\u00e4ts- und Sicherheitsanker im Gesamtportfolio dient. Beide Portfolioteile sind hochliquide. Weitere Kernaspekte und -eigenschaften sind: (a) maximale globale Diversifikation und Eliminierung aller Einzelwert- und Ausfallsrisiken, (b) diszipliniertes, konsequentes Buy-and-Hold, erg\u00e4nzt um regelbasiertes Rebalancing, um Renditesch\u00e4den und Opportunit\u00e4tskosten (entgangene Gewinne) aus Timing sowie die effektive Steuerbelastung zu reduzieren, (c) die Senkung von Kosten durch die Verwendung kosteng\u00fcnstiger Indexfonds und ETFs und (d) die Senkung von Gegenparteirisiken durch z. B. Banken, andere Finanzdienstleister und Finanzprodukthersteller auf ein nicht mehr weiter reduzierbares Niveau. <\/em><\/p>\n In den Definitionsbestandteilen (a) und (b) ist implizit die wichtige Vermeidung von aktivem, prognosebasiertem Investieren enthalten, da dieses aus der Sicht der Wissenschaft unattraktive Rendite-Risiko-Kombinationen produziert. Aktives Investieren bei Kapitalmarktanlagen geschieht im Wege von Wertpapier-Selektion oder Market Timing oder einer Mischung aus beidem. Aktives Investieren in seinen unendlich vielen Einzelformen „ist das, was alle machen“. Es hat einen globalen Marktanteil von \u00fcber 95%<\/a>.<\/p>\n Im restlichen Teil dieses Blog-Beitrags gehen wir auf die Anforderungen an ein echtes Weltportfolio nach Gerd Kommer ein und zeigen anhand konkreter Produkte und L\u00f6sungen auf, wie ein solches Portfolio in seiner einfachsten Form aussehen k\u00f6nnte.<\/p>\n <\/p>\n Aus der Vogelperspektive l\u00e4sst sich das Weltportfolio in einen risikobehafteten („RBT“) und einen „risikofreien“ (risikoarmen) Portfolioteil („RFT“) aufteilen. Der RBT ist als Renditemotor<\/em> f\u00fcr die Erzeugung der Portfoliorendite zust\u00e4ndig, der RFT dient als „Sicherheits- oder Stabilit\u00e4tsanker“ im Portfolio. Wir nennen diese Zweiteilung Level-1-Asset-Allokation<\/em>.<\/p>\n Was die Aufteilung zwischen RBT und RFT anbelangt, sind alle Kombinationen von 100% RBT\/0% RFT („100\/0-Portfolio“) bis hin zu 0% RBT\/100% RFT („0\/100-Portfolio“) denkbar. Ein 100\/0-Weltportfolio hat die h\u00f6chste Renditeerwartung, wird aber im Zeitablauf auch stark schwanken (volatil sein). Ein 0\/100-Portfolio hingegen hat die geringste Renditeerwartung, schwankt aber andererseits im Zeitablauf auch kaum. In der Praxis spielt die Musik f\u00fcr die allermeisten Privatanleger irgendwo dazwischen, da nur wenige die Rand-Allokationen bevorzugen werden.<\/p>\n In einer einfachen Version des Weltportfolios besteht der RBT aus einem oder mehreren Indexfonds\/ETFs, die den globalen Aktienmarkt abbilden. Die Anlageklasse (Asset-Klasse) Aktien ist diejenige Asset-Klasse mit der h\u00f6chsten Langfristrendite, h\u00f6her als die entsprechenden durchschnittlichen Renditen von Immobilien, Anleihen, Rohstoffen, Edelmetallen oder Sammlerobjekten oder aus diesen Asset-Klassen abgeleiteten bzw. verwandten Finanzprodukten, wie z. B. verzinsliche Bankguthaben, kapitalbildende Lebensversicherungen oder Hedge-Fonds. (Private Equity-Beteiligungen haben statistisch \u00e4hnlich hohe Renditen wie Aktien, sind aber risikoreicher und illiquider \u2013 siehe hier<\/a> und hier<\/a>.)<\/p>\n Vom RFT wird nicht erwartet, dass er nach Kosten, Steuern und Inflation im langfristigen Mittel eine nennenswerte Rendite beisteuert, da eine solche Erwartung zu Lasten der Kernfunktion Stabilit\u00e4tsanker<\/em> ginge. Nennenswerte positive Realrenditen nach Kosten und Steuern lie\u00dfen sich in der Vergangenheit und werden sich in die Zukunft gerichtet langfristig nur durch das Tragen von Risiko erzielen lassen.<\/p>\n Der RFT besteht aus hochliquiden Staats- und Unternehmensanleihen mit (a) kurzer Restlaufzeit (und daher wenig Zins\u00e4nderungsrisiko), (b) geringem Bonit\u00e4tsrisiko (und daher kaum noch reduzierbarem Ausfallsrisiko) und (c) keinem Wechselkursrisiko. (Wer mehr \u00fcber das Zins\u00e4nderungsrisiko lesen m\u00f6chte, sei auf unsere Blog-Beitr\u00e4ge „Anleihen und Zins\u00e4nderungen \u2013 ein Fallbeispiel<\/a>“ und „Das Zins\u00e4nderungsrisiko bei Anleihen<\/a>“ verwiesen.)<\/p>\n F\u00fcr RFT-Anlagevolumen bis 100.000 Euro k\u00f6nnte man auch ein Tagesgeld bei einer Bank verwenden, da dieser Betrag pro Bank-Kunde-Kombination in der EU innerhalb der gesetzlichen (staatlichen) Einlagensicherung liegt.<\/p>\n <\/p>\n Ein essenzieller Vorteil des Weltportfoliokonzeptes ist, dass es \u2013 anders als aktive Anlagestrategien oder aktiv gemanagte Finanzprodukte \u2013 keine Prognosen erfordert, also keine Prognosen von Wertpapierkursen, volkswirtschaftlichen Variablen (z. B. Zinsen, Inflation, Wirtschaftswachstum) oder anderen b\u00f6rsenbeeinflussenden Entwicklungen in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft.<\/p>\n Aus der Wissenschaft wissen wir, dass das Treffen \u00f6konomisch ausbeutbarer Prognosen am Kapitalmarkt \u00fcberwiegend nicht gelingt. Der Schaden aus der Befolgung der Mehrheit der falschen Prognosen \u00fcberwiegt den Nutzen aus der Befolgung der Minderheit der richtigen Prognosen.<\/p>\n Prognosen beim Investieren sind letztlich Wetten auf einen oder mehrere der folgenden Investmentaspekte:<\/p>\n Wenn Sie sich n\u00e4her dazu informieren m\u00f6chten, warum solche Wetten \u00fcberwiegend nicht aufgehen, dann k\u00f6nnen Sie das in unserem Blog-Beitrag „Zehn Gr\u00fcnde, warum aktives Investieren schlecht funktioniert<\/a>“ nachlesen.<\/p>\n Kurzum: Solche Wetten repr\u00e4sentieren schlechte, weil vermeidbare („wegdiversifizierbare“) Risiken, die es sich mangels erwarteter Kompensation (in Form einer erwarteten Rendite) nicht einzugehen lohnt. Daher bietet es sich im Umkehrschluss an, auf Prognosen jeder Art zu verzichten, gerade dann, wenn es um wichtige Dinge wie die Altersvorsorge geht. Bewerkstelligen l\u00e4sst sich das, indem man auf die gesamte<\/em> Marktwirtschaft setzt, also maximal global diversifiziert und Buy-and-Hold betreibt. Das l\u00e4sst sich in Bezug auf Aktien \u00fcber den Kauf eines geeigneten Indexfonds\/ETFs, der den weltweiten Aktienmarkt abbildet, einfach umsetzen.<\/p>\n <\/p>\n Buy-and-Hold (B&H) ist ein ebenso wichtiges Grundprinzip im Weltportfoliokonzept wie Prognosefreiheit und globale Diversifikation. B&H reduziert (a) Arbeitsaufwand und Kosten (insbesondere durch die Minimierung der Kosten f\u00fcr Kaufen und Verkaufen), (b) senkt in einem Steuersystem wie dem deutschen die effektive Steuerbelastung (siehe hier<\/a>) und (c) eliminiert die potenziellen Renditesch\u00e4den aus schlechten, emotionsgetriebenen Timing-Entscheidungen. Diese sind gerade bei Privatanlegern wahrscheinlich, wie die Behavioral Finance-Forschung (Verhaltens\u00f6konomie) und die empirische Finanzmarktforschung vielfach gezeigt haben.<\/p>\n Im Weltportfoliokonzept wird B&H mit Rebalancing verkn\u00fcpft. Rebalancing ist die regelgebundene Wiederherstellung der gew\u00fcnschten prozentuellen Gewichtungen (Ziel- oder Sollgewichtungen) aller Positionen in einem Portfolio im Zeitablauf, nachdem sich diese durch Markteffekte von der zuvor bewusst gew\u00e4hlten Zielstruktur \u201cwegentwickelt\u201c haben. Diese \u201cWegentwicklung\u201c wird in der Praxis zwangsl\u00e4ufig fr\u00fcher oder sp\u00e4ter eintreten und widerspricht nicht dem Buy-and-hold-Gedanken. Grund daf\u00fcr ist, dass sich die Zusammensetzung und damit einhergehend die Rendite-Risiko-Kombination eines Portfolios ohne Rebalancing im Zeitablauf aufgrund von Marktschwankungen ver\u00e4ndern und von den eigentlichen Anlegerpr\u00e4ferenzen entfernen w\u00fcrde. Rebalancing ist zugleich eine besondere Form des antizyklischen („kontrarischen“) Investierens nach dem Sell-High\/Buy-Low-Prinzip. Wer mehr \u00fcber Rebalancing erfahren m\u00f6chte, sei auf unseren Blog-Beitrag „Rebalancing: Vorteile, Methoden, Prinzipien<\/a>“ verwiesen.<\/p>\n <\/p>\n Unter sonst gleichen Bedingungen senken Kosten die Nettorendite eines Investments, also die Rendite, auf die es wirklich ankommt. Kosten wirken wie ein negativer Zinseszinseffekt.<\/p>\n Hier ein Rechenbeispiel: Bei einem Startkapital von 5.000 Euro, einer durchschnittlichen j\u00e4hrlichen Rendite von 10% und Kosten von 0,5% pro Jahr, liegt der Endverm\u00f6genswert nach 30 Jahren bei gut 76.000 Euro. H\u00e4tten die j\u00e4hrlichen Kosten allerdings 1,0% betragen, l\u00e4ge der Endverm\u00f6genswert bei nur rund 66.000 Euro \u2013 10.000 Euro oder fast 15% weniger.<\/p>\n Da Kosten beim Investieren einer der wenigen Einflussfaktoren sind, \u00fcber die man ein hohes Ma\u00df an Gewissheit und<\/em> Kontrolle hat, lohnt es sich besonders, diese Kontrolle auch tats\u00e4chlich auszu\u00fcben.<\/p>\n \u00dcberdies trifft die alte Generalregel „h\u00f6here Qualit\u00e4t kostet auch mehr“ beim Investieren nicht zu. Eher das Gegenteil ist der Fall: Einige der teuersten Investments, beispielsweise Hedge-Fonds, geschlossene Fonds oder kapitalbildende Lebensversicherungen, sind zugleich auch die renditeschw\u00e4chsten.<\/p>\n <\/p>\n Ein manchmal \u00fcbersehener Teil des Weltportfolio-Konzeptes ist die darin enthaltene konsequente Vermeidung von prozessualen und finanzproduktbedingten Gegenparteirisiken, die mit den meisten Formen aktiven Investierens einhergehen. Was meinen wir damit?<\/p>\n Viele Finanzprodukte, z. B. kapitalbildende Lebensversicherungen, private Rentenversicherungen, Zertifikate, viele Private-Equity-Investments, Hedge-Fonds-Anlagen, Investments in geschlossene Fonds, Investments an einigen Krypto-B\u00f6rsen und Anlagen in P-to-P-Krediten, sind mit (typischerweise \u00fcbersehenen) Gegenparteirisiken verkn\u00fcpft. Mit anderen Worten, wenn die entsprechende Gegenpartei in wirtschaftliche Schwierigkeiten ger\u00e4t oder sogar Konkurs geht, dann kann das Geld des Anlegers teilweise oder ganz verloren sein. Das gilt \u00fcbrigens auch f\u00fcr Bankguthaben oberhalb der staatlichen Einlagensicherung von 100.000 Euro pro Bank-Kunde-Kombination.<\/p>\n Beim Weltportfolio-Konzept bestehen solche Gegenparteirisiken grunds\u00e4tzlich nicht, weil (a) Indexfonds\/ETFs \u2013 anders als die oben genannten Finanzprodukte \u2013 rechtlich so genannte Sonderverm\u00f6gen<\/em> darstellen und (b) die Bank bei einem Bankdepot nur als Verwahrstelle agiert, nicht als Schuldnerin wie bei einem Bankguthaben.<\/p>\n <\/p>\n Folgende \u00dcbersicht zeigt eine simple grafische Veranschaulichung der allgemeinen Grundstruktur eines Weltportfolios.<\/p>\n <\/p>\n Als optionales, \u00fcberlegenswertes Add-on kann man bei der Konstruktion eines Weltportfolios so genannte Faktorpr\u00e4mien ber\u00fccksichtigen. Faktorpr\u00e4mien sind Merkmale von Wertpapieren, mithilfe derer man die Renditeerwartung (also die statistische Durchschnittsrendite) eines Portfolios gegen\u00fcber dem Gesamtmarkt erh\u00f6hen kann. \u00dcber die letzten rund 100 Jahre h\u00e4tte man mit Factor Investing (bei Nutzung von zwei oder mehr Faktorpr\u00e4mien) eine Rendite erwirtschaftet, die deutlich mehr als einen Prozentpunkt j\u00e4hrlich \u00fcber der des „normalen“ Aktienmarktes (des Gesamtmarktes) lag \u2013 bei \u00e4hnlichem Risiko im Sinne der Volatilit\u00e4t (Renditeschwankungen).<\/p>\n Die bekanntesten Faktorpr\u00e4mien sind:<\/p>\n Faktorpr\u00e4mien treten umso klarer zu Tage, je l\u00e4nger der Betrachtungszeitraum bzw. der Investmentzeitraum ist. Zur Illustration: Der Aktienmarkt hat bei einer superkurzen Betrachtungsperiode von einem Tag statistisch in 53% aller F\u00e4lle (Tage) eine Rendite \u00fcber null. Verl\u00e4ngert man die Betrachtungsperiode auf zehn Jahre, erh\u00f6ht sich die Kennzahl „Anteil der Renditen \u00fcber null“ auf 93%. Eine \u00e4hnliche Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit besteht auch f\u00fcr die Mehrrenditen aus Faktorpr\u00e4mien.<\/p>\n Mehr nachlesen zu Factor Investing kann man in diesem Blogbeitrag<\/a>.<\/p>\n <\/p>\n Ein Weltportfolio l\u00e4sst sich im einfachsten Fall mit einem ETF f\u00fcr den risikobehafteten und mit einem f\u00fcr den risikoarmen Portfolioteil umsetzen. F\u00fcr einen Anleger, der eine 100\/0 Level-1-Asset-Allokation m\u00f6chte oder Tagesgeld innerhalb der staatlichen Einlagensicherung f\u00fcr den RFT verwenden m\u00f6chte, geht es sogar mit einem ETF allein.<\/p>\n Ein solches Portfolio k\u00f6nnte in seiner simpelsten Form beispielhaft aussehen wie folgt (Stand Juli 2023):<\/p>\n(1) Die vier wissenschaftlichen Pioniere hinter dem Weltportfoliokonzept<\/strong><\/span><\/h2>\n
\n
(2) Das Weltportfolio von Dr. Gerd Kommer \u2013\u00a0eine kurze Definition<\/strong><\/span><\/h2>\n
\n
(3) Die Aufteilung in einen risikobehafteten und einen risikoarmen Portfolioteil („Level-1-Asset-Allokation“)<\/strong><\/span><\/h2>\n
(4) Prognosefreiheit und maximale globale Diversifikation<\/strong><\/span><\/h2>\n
\n
(5) Buy-and-Hold & Rebalancing<\/strong><\/span><\/h2>\n
(6) Reduktion von Kosten<\/strong><\/span><\/h2>\n
(7) Eliminierung von prozessualen und finanzproduktbedingten Gegenparteirisiken<\/strong><\/span><\/h2>\n
(8) Eine einfache grafische Darstellung des Weltportfolio-Konzepts<\/strong><\/span><\/h2>\n
<\/p>\n(9) Optional: Das Weltportfolio in der Factor Investing-Variante<\/strong><\/span><\/h2>\n
\n
(10) M\u00f6gliche Weltportfolio-L\u00f6sungen<\/strong><\/span><\/h2>\n
(a) F\u00fcr Anleger, die in Eigenregie (im Do-it-yourself-Modus) anlegen wollen:<\/span> <\/strong><\/h3>\n
\n