{"id":7609,"date":"2023-01-06T00:00:18","date_gmt":"2023-01-05T23:00:18","guid":{"rendered":"https:\/\/gerd-kommer.de\/?p=7609"},"modified":"2025-09-05T13:35:23","modified_gmt":"2025-09-05T11:35:23","slug":"marktanteil-passives-investieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerd-kommer.de\/blog\/marktanteil-passives-investieren\/","title":{"rendered":"Die Legende des hohen Marktanteils von passivem Investieren"},"content":{"rendered":"
Von Gerd Kommer<\/a>\u00a0und\u00a0Praval Kapoor<\/a>\u00a0\u00a0<\/em><\/p>\n Indexfonds wurden vor 52 Jahren erfunden, ETFs \u2013 eine Variante von Indexfonds \u2013 vor 31 Jahren. Seitdem stehen die passiven Fonds in der Kritik. In den letzten Jahren hat die Lautst\u00e4rke dieser Kritik zugenommen und erreicht inzwischen manchmal ein bizarr schrilles Volumen. Das zeigen die folgenden f\u00fcnf Zitate aus Ver\u00f6ffentlichungen von Indexing-Kritikern:<\/p>\n Mit den 19 g\u00e4ngigsten Anti-Indexing- (oder Anti-ETF)-Argumenten haben wir uns schon in einem fr\u00fcheren Blog-Beitrag besch\u00e4ftigt (hier<\/a><\/strong>). Wie der damalige Blog-Beitrag zeigt, l\u00e4sst sich die meiste Anti-Indexing-Kritik mit ein bisschen Sachlogik, mit historischen Daten oder mit Belegen aus Untersuchungen von unabh\u00e4ngigen Wissenschaftlern oder Aufsichtsbeh\u00f6rden leicht widerlegen.<\/p>\n Im vorliegenden Beitrag wollen wir auf ein einzelnes aus diesen 19 Anti-Indexfonds-Argumenten n\u00e4her eingehen \u2013 auf dasjenige, das hinter den oben aufgef\u00fchrten „heftigen“ Zitaten steckt. Seine Widerlegung braucht etwas mehr Platz als die der anderen 18 Argumente.<\/p>\n In unseren Worten zusammengefasst lautet dieses Anti-Indexing-Argument ungef\u00e4hr so:<\/p>\n Indexfonds (darunter ETFs) haben mittlerweile einen Marktanteil von [40%]. Weil der Anteil passiven Investierens so hoch ist, schw\u00e4cht er zunehmend die Preisfindungsfunktion (engl. Price Discovery Mechanism) des Kapitalmarktes und untergr\u00e4bt dadurch den Beitrag der B\u00f6rsen zur volkswirtschaftlichen Kapitalallokationsfunktion.<\/em><\/p>\n Die oben in eckige Klammern gesetzte Prozentzahl f\u00fcr den Passiv-Marktanteil schwankt je nach Medienartikel und Kritiker. Sie bewegt sich typischerweise in einer Bandbreite von 20 bis 50 Prozent. Schon diese Uneinheitlichkeit deutet darauf hin, dass die Berechnung des Marktanteils von „Passiv“ offenbar gar nicht so einfach oder so eindeutig ist.<\/p>\n Wir werden im Folgenden zeigen, dass die besagten Prozentwerte dramatisch \u00fcberzogen sind. Tats\u00e4chlich bewegt sich der globale Marktanteil passiven Investierens eher in einer Gr\u00f6\u00dfenordnung von drei bis f\u00fcnf Prozent, vielleicht sogar unter zwei Prozent — und das 50 Jahre nach der Erfindung des ersten Indexfonds im Jahr 1971.<\/p>\n Im Rest dieses Blog-Beitrages leiten wir her, wie die falschen „20 bis 50 Prozent“ zustande kommen, die im Kontext der angeblichen „ETF-Blase“ oder „Indexing Bubble“ immer wieder genannt werden, und warum die Gr\u00f6\u00dfenordnung „unter f\u00fcnf Prozent“ wahrscheinlich n\u00e4her an der Wahrheit liegt.<\/p>\n <\/p>\n Zun\u00e4chst noch eine begriffliche Kl\u00e4rung, die f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis des nachfolgenden Datenmaterials essenziell ist: „Passiv investieren“ \u2013 um dessen globalen Marktanteil es hier ja geht \u2013 ist definiert als „Investieren mit breit diversifizierten Indexfonds (ETFs oder klassischen, nicht b\u00f6rsengehandelten Indexfonds) auf Buy-and-Hold-Basis“.<\/p>\n Wichtig in dieser Definition ist die Buy-and-Hold-Bedingung. Die blo\u00dfe Nutzung von Indexfonds f\u00fcr Anlagezwecke ohne Buy-and-Hold stellt kein passives, sondern aktives Investieren dar. Gesch\u00e4tzt d\u00fcrfte mehr als die H\u00e4lfte der rund 10 Billionen (10.000 Milliarden) US-Dollar, die per Ende 2021 weltweit in ETFs investiert waren, insbesondere von institutionellen Anlegern aktiv<\/em> eingesetzt werden. Die Mehrheit dieser Anleger spekuliert darauf, erwartete Renditeunterschiede von Asset-Klassen im Zeitablauf erfolgreich ausnutzen zu k\u00f6nnen, praktiziert also Market Timing. Man kann also auch bei Nutzung eines passiven Vehikels aktiv investieren.<\/p>\n Au\u00dferdem repr\u00e4sentiert ein betr\u00e4chtlicher Teil der weltweit rund 8.000 ETFs bereits konstruktionsbedingt aktives Investieren, weil der Anleger mit ihnen bewusst und gezielt vom „Marktportfolio“ abweichen will. Nur das „Marktportfolio“ (wie auch immer im Einzelfall definiert) w\u00e4re „passives Investieren“. Zu diesen aktiven ETFs geh\u00f6ren Themen-ETFs, inverse ETFs, Leverage ETFs, Single-Stock-ETFs, Active ETFs (darunter die Fonds der oben erw\u00e4hnten Cathie Wood) und das volumenm\u00e4\u00dfig bedeutsame ETF-Segment Factor-Investing-ETFs (im Branchenjargon auch „Smart Beta“ genannt). Der weltgr\u00f6\u00dfte Anbieter von Wertpapierindizes Standard & Poor’s Dow Jones (S&P) schrieb zum Them aktiv Investieren mit Indexfonds „Whether it\u2019s growth versus value, large versus small, or Information Technology versus the Utilities [Versorger] sector, there\u2019s no shortage of opinions on where alpha can be uncovered.“ [1]<\/span><\/strong> Auf dem ETF-Portal justETF.com waren Ende Dezember 2022 in Summe 2.227 ETFs gelistet. 64% (1.430) davon fielen in die so definierte Kategorie „aktive ETFs“.<\/p>\n <\/p>\n Bevor wir zur Herleitung des wirklichen weltweiten Marktanteils f\u00fcr passives Investieren kommen, noch der Hinweis, dass in den deutschsprachigen Medien zu diesem Aspekt beinahe ausnahmslos Zahlen f\u00fcr den „US-Investmentfonds-Markt“ genannt werden. Mit „US-Investmentfonds“ sind „Publikumsfonds“ gemeint, also Fonds, die aufsichtsrechtlich ohne Einschr\u00e4nkungen an normale Privatanleger vermarktet werden d\u00fcrfen. [2] Keine<\/em> Publikumsfonds sind hingegen Hedge-Fonds, Private Equity-Fonds, US-Pension Funds, Sovereign Wealth Funds und viele andere Typen institutioneller Fonds, die in Summe das Anlagevolumen des globalen Publikumsfondsmarktes \u00fcbersteigen. Hier entscheidend ist, dass in diesen Nicht-Publikumsfondstypen der Passiv-Anteil entweder Null ist (z B. bei Hedge-Fonds oder Private Equity-Fonds) oder jedenfalls viel niedriger als bei Publikumsfonds ist.<\/p>\n Kommen wir nun zur wesentlichen Statistik. (Wer die Angaben in der folgenden Tabelle voll und ganz nachvollziehen m\u00f6chte, wird nicht umhinkommen, die Tabellenfu\u00dfnoten sorgf\u00e4ltig zu lesen. Wen nur die grunds\u00e4tzliche Logik der Tabelle interessiert, kann sich die Fu\u00dfnoten ersparen.)<\/p>\n Tabelle: Zusammensetzung und Volumen des globalen<\/u> Investmentmarktes und der gesch\u00e4tzte globale Marktanteil passiven Investierens, Stand Ende 2021<\/strong><\/span><\/p>\n \u25ba Alle Zahlen gerundet. \u25ba [1] Zahlenangaben in deutschen Billionen. Eine dt. Billion (1.000 Milliarden) entspricht einer angels\u00e4chsischen Trillion, nicht zu verwechseln mit einer angels\u00e4chsischen Billion (dt. Milliarde). \u25ba [2] Daten aus dem dem ICI Factbook 2022 <\/em>(siehe weiter unten). \u25ba [3] Diese Zahlen sind Sch\u00e4tzungen der Gerd Kommer GmbH; siehe hierzu auch die Ausf\u00fchrungen im laufenden Text weiter oben. \u25ba [4] Die Zahlen in dieser Spalte sind das Ergebnis der Multiplikation der Zahlen in den beiden Spalten links daneben. \u25ba Quellen f\u00fcr die zugrundeliegenden Rohdaten: SIFMA 2022 Capital Markets Fact Book (July 2022), ICI Investment Company Fact Book 2022, Savills plc (Immobilien), verschiedene Aufs\u00e4tze des IWF (IMF) und der BIS Basel. Die Market-Cap-Zahlen f\u00fcr Edelmetalle und Kryptow\u00e4hrungen stammen aus anderen leicht zug\u00e4nglichen Quellen. \u25ba Nicht enthalten in dieser Tabelle sind die Asset-Klassen Sammlerobjekte<\/em> (z. B. Kunst) sowie der Wert der \u00f6ffentlichen Infrastruktur im Eigentum des Staates, soweit sie nicht C oder D enthalten sind.<\/span><\/p>\n Ermittelt man das Summenprodukt aus den beiden Spalten „Anteil am globalen Verm\u00f6gen“ und „Echter Passiv-Investieren Anteil“ resultiert ein globaler Marktanteil f\u00fcr passives Investieren \u00fcber alle Asset-Klassen hinweg von 4,0%<\/strong>. Dieser Wert liegt weit unterhalb den immer wieder von Indexing-Kritikern angef\u00fchrten und in den Medien und im Internet verbreiteten Gr\u00f6\u00dfenordnungen von 20 bis 50 Prozent.<\/p>\n <\/p>\n Was sind die technischen Gr\u00fcnde f\u00fcr die \u00fcbertriebenen Marktanteilszahlen, denen wir st\u00e4ndig begegnen?<\/p>\n Aber selbst unsere oben ermittelte 4%-Marktanteilssch\u00e4tzung f\u00fcr den globalen Investmentmarkt ist vermutlich noch zu hoch. Warum das der Fall ist, wird aus der folgenden \u00dcberlegung deutlich.<\/p>\n Die Kritik am angeblich hohen Marktanteil von Passive Investing basiert auf der These, dass durch passives Investieren die Preisfindungsfunktion (Price Discovery Mechanism) des Kapitalmarktes beeintr\u00e4chtigt und deswegen die Kapitalallokationsfunktion des Marktes geschw\u00e4cht werden. (In diesem Sinne hat ein Markt die volkswirtschaftliche Funktion, knappes Kapital dorthin zu lenken, wo sein \u00f6konomischer Nutzen am h\u00f6chsten ist, also suboptimale Investitionen und Verschwendung zu reduzieren).<\/p>\n Einen Beitrag zur Price Discovery in einem bestimmten Markt und zu einem bestimmten Zeitpunkt leistet jedoch nur derjenige Investor, der kauft oder verkauft (also handelt, tradet). Das blo\u00dfe Halten<\/em> eines Investments (Assets) tr\u00e4gt rein gar nichts zur Preisfindung im jeweiligen Asset-Markt bei, weil w\u00e4hrend des blo\u00dfen Haltens eines Assets keine Preissignale (im \u00d6konomenjargon „Knappheitssignale“) gesendet werden. Das gilt f\u00fcr jeden Asset-Markt: F\u00fcr Aktien, Anleihen, Immobilien, Rohstoffe, Derivate, Edelmetalle Devisen, Kryptow\u00e4hrungen, Sammlerobjekte etc.<\/p>\n Beispiel: Wer im Jahr 1990 in K\u00f6ln eine Wohnimmobilie kaufte und sie im Jahr 2022 wieder verkaufte, hat nur genau zweimal zur Preisfindung im K\u00f6lner Immobilienmarkt beigetragen: 1990, danach 32 Jahre lang nicht mehr und dann noch einmal 2022.<\/p>\n Weil das blo\u00dfe Halten von Assets keinerlei Price-Discovery-Wirkung hat, sind auch die Marktanteile von passiven Anlagevehikeln (oder Passiv Investieren im Allgemeinen) beim Asset-Volumen f\u00fcr eine Diskussion \u00fcber das Preisfindung und Kapitalallokation im Markt wenig relevant.<\/p>\n Es stellt sich nun die Frage, wie gro\u00df das Handels<\/em>volumen (in Abgrenzung um Anlagevolumen) passiver Anlagevehikel in Relation zum gesamten Handelsvolumen ist. Anders formuliert: Wie hoch ist der Marktanteil passiver Anlagevehikel beim Trading?<\/p>\n Die Zahl der Trades in den globalen Kapitalm\u00e4rkten d\u00fcrfte in den zur\u00fcckliegenden 70 Jahren wohl in jedem Jahr zugenommen haben. Das hat drei Hauptursachen: (a) Das Wachstum der Weltwirtschaft, (b) ankn\u00fcpfend an das Wachstum dieser Realwirtschaft die parallele Expansion der Kapitalm\u00e4rkte sowie (c) technischer Fortschritt: Traden wird f\u00fcr jeden einfacher und wird aufgrund sinkender Trading-Kosten immer g\u00fcnstiger.<\/p>\n Weil Indexfonds ihre Holdings konstruktionsbedingt sehr wenig traden, ist ihr Anteil an allen Trades global mikroskopisch gering und k\u00f6nnte in den letzten 30 Jahren \u2013 mit der Entstehung von Day Trading und High Frequency Trading in der Welt des aktiven Anlegens \u2013 sogar noch gefallen sein.<\/p>\n Wir sch\u00e4tzen den Marktanteil von Indexfonds am globalen Trading-Volumen auf deutlich unter zwei Prozent.<\/p>\n <\/p>\n Nachdem wir nun eine realistischere Vorstellung zum echten<\/em> Marktanteil passiven Investierens haben, bleibt noch die Frage, was die Wissenschaft zur vermeintlichen Beeintr\u00e4chtigung der Price Discovery-Funktion durch Passives Investieren zu sagen hat.<\/p>\n Erfreulicherweise existieren dazu zahlreiche seri\u00f6se, datenbasierte Untersuchungen unabh\u00e4ngiger Wissenschaftler oder Aufsichtsbeh\u00f6rden. Soweit wir diese Literatur \u00fcberblicken, kommt sie zu einem Gesamtergebnis, das man ungef\u00e4hr so zusammenfassen k\u00f6nnte:<\/p>\n „Ein ernsthaftes oder eindeutiges Risiko aus dem in den letzten 30 Jahren allm\u00e4hlich steigenden Marktanteil von Indexfonds haben unsere Analysen nicht zutage gef\u00f6rdert, aber ganz ausschlie\u00dfen, dass eines Tages eines entstehen wird, das kann man nat\u00fcrlich nicht“. <\/em><\/p>\n Dieses summarische Resultat sollte schon allein deswegen niemanden \u00fcberraschen, weil der Marktanteil passiven Investierens gut 50 Jahre nach Erfindung von Indexfonds gemessen am Anlagevolumen klein und gemessen an Trades winzig ist.<\/p>\n Exemplarisch nennen wir am Ende dieses Blog-Beitrags einige aktuelle Aufs\u00e4tze von Wissenschaftlern und Aufsichtsbeh\u00f6rden. Sie sind f\u00fcr diejenigen Leser gedacht, die die akademische Diskussion zu dem hier behandelten Sachverhalt selbst nachvollziehen wollen.<\/p>\n <\/p>\n Die in den traditionellen Medien und am Internet-Stammtisch oftmals geradezu hysterisch vorgetragene Kritik am angeblich bereits zu hohen oder bald zu hohen Marktanteil von Passiv Investieren braucht man bis auf Weiteres nicht ernst zu nehmen.<\/p>\n Diese Kritik kommt zu 90% von interessenkonfliktbehafteten Vertretern der traditionellen Finanzbranche, wie Cathie Wood, Bert Flossbach, Dirk M\u00fcller und anderen \u2013 siehe die Zitate am Beginn dieses Textes. Hinter der Kritik stehen nicht objektiv recherchierte Fakten, sondern Neid auf den wachsenden Erfolg der preisg\u00fcnstigeren Konkurrenz Indexfonds & ETFs. Dieser Erfolg schm\u00e4lert nat\u00fcrlich die Geb\u00fchreneinnahmen der traditionell arbeitenden Finanzdienstleister.<\/p>\n Finanzjournalisten und Internet-Blogger plappern diese schrille Panikmache gerne nach, weil man damit Auflage und hohe Klickraten generieren kann.<\/p>\n Vor diesem Hintergrund \u00fcberrascht es nicht, wenn der Passiv-Marktanteil durch unbelegte Behauptungen, rhetorische Tricks, schr\u00e4ge Sachlogik und die Verwendung nicht repr\u00e4sentativer Zahlen nach oben \u00fcbertrieben wird.<\/p>\n Wirklich exakt und endg\u00fcltig l\u00e4sst sich der echte globale Marktanteil von Passiv Investieren nicht quantifizieren, weil das Datenmaterial f\u00fcr die Regionen au\u00dferhalb der USA das nicht hergibt. Wir k\u00f6nnen aber trotzdem mit recht hoher Gewissheit davon ausgehen, dass der echte Passiv-Marktanteil global derzeit unter f\u00fcnf Prozent liegt.<\/p>\n Sollte dieser Marktanteil von seinem heute niedrigen Niveau eines Tages auf 80 Prozent oder mehr gestiegen sein, dann kann sich jeder passive Anleger vor dem Hintergrund der dann vorliegenden Fakten immer noch \u00fcberlegen, ob er von diesem Punkt an ins aktive Lager wechseln m\u00f6chte. Wir nehmen an, dass diese Schwelle in den kommenden 25 Jahren nicht erreicht werden wird.<\/p>\n Im \u00dcbrigen hat es die traditionelle Finanzbranche selbst in der Hand, die zunehmende Popularit\u00e4t passiven Investierens zu bremsen oder umzukehren. Sie m\u00fcsste daf\u00fcr nur ihre hohen Geb\u00fchren senken, ihre chronische Unter-Performance verbessern und nicht mehr immer neue Skandale zu ihrer seit 25 Jahren andauernden Pleiten-und-Pannen-Serie hinzuf\u00fcgen.<\/p>\n <\/p>\n [1]<\/strong> Mit „Alpha“ ist im Finanzjargon „Outperformance“ (\u00dcberrendite) gemeint, also Renditen, die \u00fcber der korrekt gemessenen Marktrendite oder „passiven Rendite“ liegen (sollen).<\/p>\n [2]<\/strong> Die Bezeichnung „Investmentfonds“ ist ein potenziell missverst\u00e4ndlicher Begriff, da er manchmal als \u00dcberbegriff f\u00fcr alle<\/em> Fonds-Kategorien benutzt wird und manchmal nur f\u00fcr die Unterkategorie „Publikumsfonds“.<\/p>\n [3]<\/strong> In den deutschen Finanzmedien und im deutschen Teil des Internets besteht die unprofessionelle Unart US-Daten wiederzugeben, ohne den Hinweis, dass diese Daten nicht zwangsl\u00e4ufig repr\u00e4sentativ sind f\u00fcr den Rest der Welt. Der typische Finanzjournalist oder Blogger tut das, weil US-Daten in der Regel am einfachsten zu finden und am weitesten aufbereitet sind.<\/p>\n <\/p>\n Anadu, Kenechukwu u.a. (2020): „The Shift from Active to Passive Investing: Potential Risks to Financial Stability?“; Federal Reserve Board; Washington, DC; June 2022; Internet-Fundstelle: https:\/\/www.federalreserve.gov\/econres\/feds\/the-shift-from-active-to-passive-investing-potential-risks-to-financial-stability.htm<\/a><\/p>\n Bundesbank (ohne Autor) (2018): „Die wachsende Bedeutung von Exchange-Traded Funds an den Finanzm\u00e4rkten“; Deutsche Bundesbank; Monatsbericht Oktober 2018; S. 83-105<\/p>\n Brogaard, Jonathan u.a. (2022): „What moves stock prices? The role of news, noise, and information“; In: The Review of Financial Studies; Volume 35; Issue 9; September 2022; pp. 4341\u20134386<\/p>\n Coles, Jeffrey u.a. (2022): „On index investing“; In: Journal of Financial Economics; Volume 145, Issue 3; September 2022; pp. 665-683<\/p>\n Easley, David u.a. (2021): „The Active World of Passive Investing“; In: European Finance Review; August 2021; Vol. 25; No. 5; pp. 1433\u20131471<\/p>\n Ganti, Anu\/Craig Lazzara (2022): „Shooting the Messenger“; S&P Dow Jones Indices; Research; 22.11.2022; Internet-Fundstelle: https:\/\/www.spglobal.com\/spdji\/en\/research\/article\/shooting-the-messenger\/<\/a><\/p>\n Marta, Thomas\/Fabrice Riva (2022): „Do ETFs increase the comovements of their underlying assets? Evidence from a switch in ETF replication technique“; Working Paper; 27 Oct 2022; Internet-Fundstelle: https:\/\/papers.ssrn.com\/sol3\/papers.cfm?abstract_id=4079302<\/a><\/p>\n Pagano, Marco u.a. (2019): „Can ETFs contribute to systemic risk?“; ESRB European Systemic Risk Board \u2013 Reports of the Advisory Scientific Committee; No 9; June 2019; Internet-Fundstelle: https:\/\/www.esrb.europa.eu\/pub\/pdf\/asc\/esrb.asc190617_9_canetfscontributesystemicrisk~983ea11870.en.pdf<\/a><\/p>\n Sushko, Vladyslav\/Grant Turner (2018): „The implications of passive investing for securities markets“; Bank for International Settlements; BIS Quarterly Review, 2018; Internet-Fundstelle: https:\/\/www.bis.org\/publ\/qtrpdf\/r_qt1803j.htm<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":" Wir zeigen, dass der Marktanteil von passivem Investieren oder Indexing h\u00e4ufig viel zu hoch angegeben wird.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":7644,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,9],"tags":[57,52,64],"class_list":["post-7609","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nicht-kategorisiert","category-ratgeber","tag-buy-and-hold","tag-etf","tag-passives-investieren"],"yoast_head":"\n\n
Wie ist „Passiv investieren“ \u00fcberhaupt definiert?<\/strong><\/span><\/h2>\n
Der tats\u00e4chliche Marktanteil von Passivem Investieren<\/strong><\/span><\/h2>\n
\n<\/span><\/strong> In den USA wird dieser Fondstypus als „Mutual Funds“ bezeichnet, in Deutschland wahlweise als Publikumsfonds, „offene Investmentfonds“ oder „UCITS-Fonds“. Letzteres ist der aufsichtsrechtlich pr\u00e4zise Begriff. Der globale Fachbegriff f\u00fcr diese Fondskategorie lautet „Regulated Open Ended Funds“ (ROEFs). Zu ihnen geh\u00f6ren Mutual Funds und ETFs in den USA, in Europa so genannte „UCITS-Fonds“, inklusive ETFs. Indexfonds sind fast immer ROEFs.<\/p>\n
<\/p>\nDie Gr\u00fcnde f\u00fcr die \u00fcbertriebenen Marktanteilszahlen in den Medien<\/strong><\/span><\/h2>\n
\n
Die Wissenschaft \u00fcber die angeblichen Beeintr\u00e4chtigungen der Price Discovery durch passives Investieren<\/strong><\/span><\/h2>\n
Fazit<\/strong><\/span><\/h2>\n
Endnoten<\/strong><\/span><\/h2>\n
Literatur<\/strong><\/span><\/h2>\n