{"id":7441,"date":"2022-10-05T00:00:22","date_gmt":"2022-10-04T22:00:22","guid":{"rendered":"https:\/\/gerd-kommer.de\/?p=7441"},"modified":"2026-04-24T14:23:56","modified_gmt":"2026-04-24T12:23:56","slug":"aktiencrash-von-1929","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerd-kommer.de\/blog\/aktiencrash-von-1929\/","title":{"rendered":"Die Wahrheit \u00fcber den Aktiencrash von 1929"},"content":{"rendered":"

Von Gerd Kommer<\/a>\u00a0und Felix Gro\u00dfmann<\/a>\u00a0\u00a0<\/em><\/p>\n

Dieser Beitrag wurde im April 2025 aktualisiert.<\/em><\/p>\n

In den Medien regnet derzeit wieder ein besonders heftiger Monsun schlechter Nachrichten auf uns als B\u00fcrger und Privatanleger ein: Rekordinflation, Preisexplosion bei Strom und Gas, m\u00f6gliches Frieren zuhause im kommenden Winter, Rezessionsgefahr, Zinsanstieg, „kaum mehr finanzierbare Eigenheimk\u00e4ufe“, Putin, ein verr\u00fcckter Diktator, der einen gef\u00e4hrlichen Krieg in Osteuropa angezettelt hat und mehr allgemeiner Politikfrust denn je.<\/p>\n

Auch am Aktienmarkt verlief das Jahr 2022 bisher nicht gut. Vor wenigen Tagen am 30.09.2022 stand der MSCI World Index gegen\u00fcber seinem letzten Hoch am 04.01.2022 bei minus 14% in Euro und bei minus 25,5% in US-Dollar.<\/p>\n

Da wundert es nicht, wenn in der \u00f6ffentlichen Diskussion die Angst vor einem schweren Aktienmarktabsturz wieder aufpoppt. Und immer dann, wenn das der Fall ist, begegnen wir unweigerlich irgendwo dem Hinweis auf den „Jahrhundert-Crash“ in der Weltwirtschaftskrise vor 95 Jahren. Der Aktienmarkt begann im September 1929 einzubrechen und l\u00e4utete die realwirtschaftliche „Great Depression“ von 1929 bis 1933 ein \u2013 die schwerste Wirtschaftskrise in den USA in den letzten 120 Jahren und \u2013 f\u00fcr die USA \u2013 vielleicht sogar noch dar\u00fcber hinaus. Von 1929 bis 1933 schrumpfte die US-Wirtschaftsleistung pro Kopf inflationsbereinigt um 31%.<\/p>\n

In Frankreich ging das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf bis 1933 um 30% zur\u00fcck, in Deutschland um 21% und in Gro\u00dfbritannien um 9%. In den westlichen L\u00e4ndern, f\u00fcr die Wirtschaftswachstumsdaten vorliegen, verlief der konjunkturelle Einbruch insgesamt weniger schwer als in den USA und die Erholung ab 1933 war schneller und nachhaltiger.<\/p>\n

Nach der dominierenden Meinung unter universit\u00e4ren \u00d6konomen lag die Ursache f\u00fcr die deutlich tiefere und l\u00e4ngere Wirtschaftskrise in den USA relativ zu anderen L\u00e4ndern in den wirtschaftspolitischen Fehlern der damaligen Roosevelt-Regierung. [1]<\/span><\/strong> Pr\u00e4sident Franklin Roosevelt praktizierte von 1933 bis etwa 1941 eine alles in allem chaotische Stop-and-Go-Geldpolitik, hatte eine sch\u00e4dliche Tendenz zu sozialistischen Zentralplanma\u00dfnahmen mit staatlichen Preisfixierungen und verunsicherte die Wirtschaft durch willk\u00fcrliche Pogrome gegen einige Gro\u00dfunternehmen und ihre Vorst\u00e4nde, die Roosevelt nicht passten. Allgemein war seine Wirtschaftspolitik zu erratisch und interventionistisch. Selbst der ber\u00fchmte seinerseits sehr interventionistisch orientierte „Jahrhundert-\u00d6konom“ John Maynard Keynes warf Roosevelt fatale Fehler vor.<\/p>\n

Um das Ausma\u00df der damaligen weltweiten Rezession angemessen zu verstehen, muss man sich vergegenw\u00e4rtigen, dass damals in den meisten L\u00e4ndern keines der heute im Westen selbstverst\u00e4ndlichen sozialen Sicherungssysteme wie Sozialhilfe, Arbeitslosenversicherung, gesetzliche Krankenversicherung oder Rentenversicherung existierte. [2]<\/span><\/strong> \u00dcberdies belief sich das Wohlstandsniveau (und damit die Verm\u00f6gensreserven der Privathaushalte) am Ausgangspunkt der Krise in den westlichen L\u00e4ndern nur auf etwa ein Viertel oder ein F\u00fcnftel des heutigen Niveaus.<\/p>\n

Auch der begleitende damalige Aktien-Crash gilt in der Anlegergemeinschaft als der schlimmste aller Aktienmarktabst\u00fcrze seit Beginn des 20. Jahrhunderts. Seitdem steht bei jeder neuen potenziellen oder tats\u00e4chlichen Aktienkrise dieser Schreckens-Crash mit der Implikation im Raum: „So schlimm kann es im schlimmsten Falle kommen.“<\/p>\n

„So schlimm“ hei\u00dft nach der herrschenden Meinung, wie sie in Ratgeberb\u00fcchern, in den traditionellen Finanzmedien, von Finfluencern und sogar in Schulb\u00fcchern seit Jahr und Tag verbreitet wird: 89% Einbruch (maximaler Drawdown\/MDD) und qualvolle 25 Jahre bis zur vollst\u00e4ndigen Erholung im November 1954.<\/p>\n

Viele Leser dieses Blogs werden diese Zahlen schon irgendwo einmal geh\u00f6rt oder gelesen haben. Am Ende unseres Beitrags nennen wir beispielhaft sieben Quellen, die diese Daten berichten. \u00dcber Google lie\u00dfen sich schnell Hunderte weitere finden. Auch in fast jedem Schullehrbuch zur Geschichte des 20. Jahrhunderts stehen sie.<\/p>\n

Dumm nur, dass die epidemisch verbreitete Zahlenkombination „89% Einbruch“ und „25 Jahre bis zur vollst\u00e4ndigen Erholung“ falsch ist. Die Fakten sind unspektakul\u00e4rer und weit weniger dramatisch.<\/p>\n

Diese Fakten hei\u00dfen: „Nur“ 79% Einbruch“ und nur „sieben Jahre bis zur vollst\u00e4ndigen Erholung“. Aber selbst diese Werte geben bei genauerer Betrachtung noch immer ein zu negatives Bild der damaligen Aktienmarktkrise ab.<\/p>\n

Doch wie kommen die Falschinformationen zustande?<\/p>\n

Die „Standardzahlen“ zum 1929er-Crash im US-Aktienmarkt, 89% Einbruch und 25 Jahre bis zum Vor-Crash-Stand, stimmen nur dann, wenn man vier Fehler auf einmal begeht: <\/p>\n

(1) \tIndem man einen Aktienkursindex exklusive<\/em> Dividenden zugrunde legt statt korrekt einen Total-Return-Index inklusive Dividenden und dazu noch einen zu engen, nicht f\u00fcr den Gesamtmarkt repr\u00e4sentativen Index (den Dow Jones Industrial Average) verwendet.
\n(2) \tIndem man irref\u00fchrend mit nominalen statt realen Renditen rechnet.
\n(3) \tIndem man verschweigt, dass der globale Aktienmarkt in der fraglichen Zeit besser performte als der US-Aktienmarkt und der US-Markt sowieso nicht repr\u00e4sentativ ist f\u00fcr den Weltaktienmarkt.
\n(4)\tIndem man unterschl\u00e4gt, dass der Maximum Drawdown des globalen Aktienmarktes und des US-Aktienmarktes, w\u00e4hrend der Great Depression-Phase gerechnet in einer europ\u00e4ischen W\u00e4hrung deutlich weniger tief war als in USD.<\/p>\n

Kommen wir zu den vier Fehlern hinter dem schr\u00e4gen Mythos des Jahrhundert-Crashes.<\/p>\n

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Fehler 1 \u2013 Die Verwendung eines reinen Kursindexes<\/strong><\/span><\/h2>\n

Der Dow Jones Aktienindex (vollst\u00e4ndiger Name Dow Jones Industrial Average\/DJIA) ist ein enger, schlecht diversifizierter, f\u00fcr den gesamten US-Aktienmarkt nicht wirklich repr\u00e4sentativer und aus heutiger Sicht veraltet konstruierter US-Aktien-Index. Er besteht nur aus 30 willk\u00fcrlich von einem Komitee ausgew\u00e4hlten Unternehmen. Unter den zahlreichen Konstruktionsm\u00e4ngeln, die dieser schr\u00e4ge aber dennoch bis heute merkw\u00fcrdig popul\u00e4re Index hat, ist der wichtigste, dass er keine Dividenden beinhaltet. Er ist ein reiner Kursindex, kein Total-Return-Index oder Performance-Index. Dass das Weglassen von Dividenden bei der Berechnung der Rendite eines Aktienmarktes \u00fcber einen Zeitraum von mehr als sechs Monaten einen Fehler darstellt, wird niemand ernsthaft in Zweifel ziehen. Der Fehler „Kursindex statt Total-Return-Index“ ist im Rahmen unserer Betrachtung deswegen doppelt gravierend, weil Dividendenrenditen bis in die 1960-er Jahre allgemein weit h\u00f6her waren als heute, n\u00e4mlich durchschnittlich 5,4% f\u00fcr den S&P 500 Index in den 50 Jahren von 1900 bis 1949 gegen\u00fcber nur 2,8% in den gut 50 Jahren seit 1970 (notabene: die Gesamtrenditen aus Dividenden und Kurssteigerungen waren in der ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts eher niedriger als in den 72 Jahren danach). Von 1929 bis 1954 (w\u00e4hrend der fraglichen 25-j\u00e4hrigen Erholungsperiode) belief sich die kumulative Dividendenrendite des S&P 500-Index auf 142%. Diese gigantische Ertragsquelle kehrt derjenige einfach unter den Teppich, der den Dow Jones Index ohne Dividenden zwischen 1929 und 1954 mit „dem US-Aktienmarkt“ gleichsetzt. Daneben hatte der DJIA (Kursindex) in den vier Jahren von Ende 1929 bis Ende 1933 eine um sechs Prozentpunkte niedrigere Rendite als die Kursindexvariante des breiteren und damit repr\u00e4sentativeren S&P Composite Index (der Vorl\u00e4ufer des heutigen S&P 500-Index).<\/p>\n

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Fehler 2 \u2013 Das Rechnen in nominalen, statt in realen Renditen<\/strong><\/span><\/h2>\n

In normalen Zeiten sind nominale Renditen (Renditen inklusive Inflation) h\u00f6her als reale, inflationsbereinigte Renditen \u2013 eine triviale Feststellung. W\u00e4hrend der Great Depression ereignete sich in den USA jedoch eine substanzielle Deflation. Die Konsumg\u00fcterpreise fielen von Januar 1930 bis Juni 1932 (dem Zeitpunkt des Maximum Drawdowns\/MDDs im US-Aktienmarkt) um rund 10% und in den neun Monaten danach noch um weitere 17%, in Summe 27%, bevor sie wieder anfingen zu steigen. Wegen dieser Deflation war der MDD des S&P 500 Index im Juni 1932, berechnet auf der Basis realer Zahlen, kontraintuitiv um volle zehn Prozentpunkte geringer (!) als auf der Basis nominaler Daten. Die realen Zahlen sind nat\u00fcrlich die richtigen. Nur sie dr\u00fccken die echte Verm\u00f6genseinbu\u00dfe eines Anlegers, den Kaufkrafteffekt, korrekt aus.<\/p>\n

Die folgende Grafik illustriert die Unterschiede beim Kursverlauf von 1928 bis 1954 (26 Jahre) zwischen dem falschen Index und dem richtigen: Der Dow Jones Index ohne Dividenden und nominal versus der S&P 500 Index real (inflationsbereinigt) inklusive Dividenden.<\/p>\n

Abbildung 1: Entwicklung indexierter Monatsendstand des US-Aktienmarktes von 1928 bis 1954 (26 Jahre) \u2013 nominale und reale Renditen in US-Dollar (logarithmische vertikale Skala)<\/strong><\/span><\/p>\n

\"\"<\/p>\n

\u25ba MDD = Maximaler Drawdown = maximaler kumulativer (Buch-)Verlust im Betrachtungszeitraum. \u25ba Ohne Steuern und Kosten. \u25ba Datenquelle: Dimensional Fund Advisors, www.macrotrends.net.<\/span><\/p>\n

In Abbildung 1 k\u00f6nnen wir sehen, dass der MDD im Juni 1932 im US-Aktienmarkt korrekt gerechnet nur 79% (nicht 89%) betrug und der Vor-Crash-Stand schon im November 1936 (nicht erst 1954) erreicht und dann f\u00fcnf Monate lang \u00fcbertroffen wurde (letzteres ist in der Grafik schlecht erkennbar). Ein Buy-and-Hold-Anleger h\u00e4tte in diesen f\u00fcnf Monaten seine Verluste seit Beginn des Crashs wieder vollst\u00e4ndig aufgeholt und h\u00e4tte reichlich Zeit gehabt, ohne Verlust wieder auszusteigen, sofern er gewollt h\u00e4tte.<\/p>\n

Nach der blauen Dow-Jones-Kurve, deren Zahleneffekte bis zum heutigen Tag von der Mehrzahl der „Experten“ verbreitet werden, war die endg\u00fcltige Erholung des US-Aktienmarktes erst im November 1954 abgeschlossen.<\/p>\n

Dass es ab April 1937 zu einem vorr\u00fcbergehenden Abschwung kam, der erst Anfang 1945 wieder vollst\u00e4ndig aufgeholt war, hat nichts mit der Great Depression zu tun, sondern mit einer aus heutiger Sicht grotesken geldpolitischen Fehlentscheidung der US-Regierung und der US-Zentralbank 1937, n\u00e4mlich in einer klar erkennbaren Konjunkturkrise die Zinsen zu erh\u00f6hen, auf die dann fast sogleich der Beginn des zweiten Weltkriegs folgte, ein weiteres separates Ereignis. Der nachfolgende Abschwung muss dementsprechend getrennt vom Great Depression Crash betrachtet werden. Aber so oder so \u00fcberwand der US-Aktienmarkt den Stand von September 1929 ganz endg\u00fcltig im Februar 1945, nicht in November 1954 wie immer wieder behauptet wird.<\/p>\n

Im \u00dcbrigen erfolgte der besagte Abschwung nach 1936 nur im US–<\/em>Aktienmarkt, nicht jedoch im globalen Aktienmarkt, wie wir nachfolgend sehen werden.
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Fehler 3 \u2013 die Gleichsetzung des US-Aktienmarktes mit dem Weltaktienmarkt<\/strong><\/span><\/h2>\n

Wenn wir heutzutage von einem „schweren Aktienmarkt-Crash“ reden, dann nehmen wir \u2013 wie selbstverst\u00e4ndlich \u2013 Bezug auf den globalen<\/em> Markt, nicht den Aktienmarkt einer bestimmten Region wie Nordamerika oder Europa, oder eines bestimmen einzelnen Landes, sei das nun Deutschland, Gro\u00dfbritannien, Japan, \u00d6sterreich oder die USA. (Der US-Aktienmarkt machte 1929 etwa 45% des Weltaktienmarktes aus.) Au\u00dferdem hat jeder Aktienanleger damals wie heute grunds\u00e4tzlich die M\u00f6glichkeit weltweit anzulegen.<\/p>\n

Der Grundgedanke „global ist repr\u00e4sentativ“ f\u00fcr „den Aktienmarkt“ ist korrekt, sofern man nicht explizit von einem einzelnen nationalen oder regionalen Aktienmarkt spricht. Kein vern\u00fcnftiger Betrachter w\u00fcrde ihn heute ernsthaft bestreiten. Warum wenden wir ihn dann nicht auf den Crash von 1929 an?<\/p>\n

Dass in den Finanzmedien in Bezug auf den 1929er Crash bis heute praktisch ausschlie\u00dflich auf den US-Aktienmarkt, statt auf den globalen Markt geblickt wird, h\u00e4ngt mit zwei Gr\u00fcnden zusammen: (a) Bequemlichkeit von Wirtschaftsjournalisten und Finfluencern: US-Aktienmarktdaten sind f\u00fcr eine so weit zur\u00fcckliegende Phase im Internet und in anderen Quellen \u2013 anders als globale Aktienmarktdaten \u2013 einfacher zu finden und im Internet zudem fast immer schon bereits „sch\u00f6n gebrauchsfertig aufbereitet“. Das freut das Journalisten- oder Finfluencer-Herz, das bei der Arbeit m\u00f6glichst wenig Aufwand und Denkarbeit haben m\u00f6chte. (b) Die naive und falsche Vorstellung der US-Kapitalmarkt sei irgendwie grunds\u00e4tzlich repr\u00e4sentativ f\u00fcr den globalen Kapitalmarkt oder den Kapitalmarkt anderer L\u00e4nder. Diese falsche Gleichsetzung trifft weder auf den Aktienmarkt, den Anleihen- und Zinsmarkt oder den Immobilienmarkt zu. Das war 1929 so und ist heute so.<\/p>\n

F\u00fcr den Weltaktienmarkt (also die mindestens 15 zur jeweiligen Zeit gr\u00f6\u00dften Volkswirtschaften) existieren f\u00fcr die Zeit vor 1970 allerdings nur Jahresrenditen \u2013 keine Monatsrenditen, die f\u00fcr den US-Aktienmarkt bis 1926 zur\u00fcckreichen. Diese Jahresrenditen in Gestalt von Total-Return-Renditen sind im Internet au\u00dferdem weniger einfach zu finden und sind auch nicht unbedingt kostenlos verf\u00fcgbar. Das macht die Aufgabe „den 1929er Aktien-Crash f\u00fcr den globalen Markt korrekt berechnen“ zwar etwas diffiziler, aber nicht unm\u00f6glich.<\/p>\n

Auf der Basis von Jahresrenditen f\u00fcr den globalen Aktienmarkt ergibt sich folgende Sachlage: An jedem<\/em> Jahresende von 1929 bis 1944 lag der globale Aktienmarktindex ausgehend vom Vor-Crash-Peak Ende 1928 und in Dollar gerechnet gleich hoch wie oder h\u00f6her als der entsprechende US-Aktien-Index. Das veranschaulicht Abbildung 2.<\/p>\n

Abbildung 2: Entwicklung indexierter Jahresendstand des US-Aktienmarktes und des globalen Aktienmarktes von 1928 bis 1945 (18 Jahre) \u2013 reale Renditen in US-Dollar (logarithmische vertikale Skala)<\/strong><\/span><\/p>\n

\"\"<\/p>\n

\u25ba MDD = Maximaler Drawdown = maximaler kumulativer (Buch-)Verlust im Betrachtungszeitraum. \u25ba Gesamtrenditen inklusive Dividenden. \u25baOhne Steuern und Kosten. \u25ba Daten: Dimson\/Marsh\/Staunton \u2013 Morningstar.<\/span><\/p>\n

W\u00e4hrend der US-Aktienmarkt den Vor-Crash-Stand von Ende 1928 auf der Basis von Jahresdaten erst wieder Ende 1936 erreichte, tat der globale Aktienmarkt das bereits ein Jahr fr\u00fcher, Ende 1935. Ab 1936 bewegte sich der globale Markt renditem\u00e4\u00dfig bis 1944 \u00fcber dem US-Markt.<\/p>\n

Zwischenfazit: Legt man den globalen Aktienmarkt zugrunde, war der MDD 1931\/1932 weniger tief und die Erholung schneller als im US-Aktienmarkt.
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Fehler 4 \u2013 Das Ignorieren von Wechselkurseffekten<\/strong><\/span><\/h2>\n

Die Renditen eines einzelnen Wertpapiers oder eines ganzen Marktes lassen sich in unterschiedlichen W\u00e4hrungen kalkulieren \u2013 eine banale Feststellung. \u00dcber relativ kurze Zeitr\u00e4ume bis etwa 15 Jahre werden die realen und noch mehr die nominalen Renditen ein und desselben Einzelwertes oder Aktienindexes in unterschiedlichen W\u00e4hrungen oft stark voneinander abweichen.<\/p>\n

Statt Aktienmarktrenditen (die des US-Aktienmarktes oder die des globalen Aktienmarktes) quasi wie selbstverst\u00e4ndlich immer nur in Dollar anzugeben \u2013 und damit irref\u00fchrend zu unterstellen, der Dollar sei die relevante Renditerechenw\u00e4hrung f\u00fcr au\u00dferhalb der USA lebende Anleger \u2013 kann und sollte man die Aktienrendite in der W\u00e4hrung kalkulieren und angeben, die f\u00fcr die Adressaten der jeweiligen Publikation am wichtigsten ist, n\u00e4mlich ihre Heimatw\u00e4hrung, im \u00d6konomenjargon ihre „funktionale W\u00e4hrung“, also die W\u00e4hrung, in der sie mit hoher Wahrscheinlichkeit in Zukunft den gr\u00f6\u00dften Teil ihrer Konsumausgaben t\u00e4tigen werden. F\u00fcr Anleger in den deutschsprachigen L\u00e4ndern ist diese W\u00e4hrung ganz offensichtlich nicht der US-Dollar.<\/p>\n

F\u00fcr die Jahre unmittelbar nach 1928 ist die Renditeberechnung in einer Nicht-USD-W\u00e4hrung etwas schwieriger als heutzutage, weil sich damals weltweit ein regelrechtes „W\u00e4hrungschaos“ abspielte und viele W\u00e4hrungen aus jener Zeit heute nicht mehr existieren, beispielsweise die deutsche Reichsmark. Dieses von den damaligen Regierungen und Zentralbanken ausgel\u00f6ste Chaos beschreiben wir knapp in unserem Blog-Beitrag „Der Goldstandard: Ein Motor f\u00fcr mehr Wirtschafts\u00adwachstum?“<\/u><\/a>. Ausf\u00fchrlicher hierzu ist das leicht zu lesende Buch von „Lords of Finance: The Bankers Who Broke the World“ von Ahamed, Liaquat (2009).<\/p>\n

Trotz des damaligen W\u00e4hrungs-Chaos l\u00e4sst sich die Rendite des globalen Aktienmarktes alternativ zum US-Dollar leicht in britischem Pfund berechnen. In Pfund deswegen, weil dieses bis zum Beginn des zweiten Weltkriegs neben dem US-Dollar eine der beiden globalen Leitw\u00e4hrungen war. F\u00fcr deutsche, \u00f6sterreichische und Schweizer Anleger war das Pfund damals vermutlich relevanter als der US-Dollar. Abbildung 3 vergleicht deswegen die Entwicklung des Weltaktienmarktes ab 1928 in britischem Pfund und in USD. Die rote Dollarkurve ist identisch mit der roten Kurve in Abbildung 2.<\/p>\n

Abbildung 3: Entwicklung indexierter Jahresendstand des globalen Aktienmarktes von 1927 bis 1945 (18 Jahre) \u2013 reale Renditen in US-Dollar und in GBP (logarithmische vertikale Skala)<\/strong><\/span><\/p>\n

\"\"<\/p>\n

\u25ba MDD = Maximaler Drawdown = maximaler kumulativer (Buch-)Verlust im Betrachtungszeitraum. \u25ba Gesamtrenditen inklusive Dividenden. \u25baOhne Steuern und Kosten. \u25ba Daten: Dimson\/Marsh\/Staunton \u2013 Morningstar.<\/span><\/p>\n

Abbildung 3 l\u00e4sst erkennen, dass der Renditeverlauf des Weltaktienmarktes (blaue Kurve) gerechnet in Pfund (und damit wohl \u00e4hnlich in anderen europ\u00e4ischen W\u00e4hrungen) w\u00e4hrend der Great Depression vor allem in Bezug auf den MDD drastisch besser verlief als in USD, n\u00e4mlich nur minus 36% in GBP versus minus 54% in USD. Naturgem\u00e4\u00df w\u00e4ren beiden Zahlen deutlich schlechter (gesch\u00e4tzt um 10 Prozentpunkte), wenn man sie auf Monatsrenditenbasis kalkulieren k\u00f6nnte, aber der relative<\/em> Unterschied (28 Prozentpunkte) \u2013 auf den es hier ankommt \u2013 zwischen dem GBP-Wert und USD-Wert l\u00e4ge im Falle von Monatsrenditen wohl in einer vergleichbaren Gr\u00f6\u00dfenordnung.<\/p>\n

Was war die Ursache f\u00fcr die markante Abweichung zwischen den beiden Kurven?<\/p>\n

In 1931 und 1932 \u2013 den beiden schlimmsten Jahren des damaligen Crashs \u2013 wertete der US-Dollar gegen\u00fcber dem Pfund kumulativ um bemerkenswerte 47% auf, was den MDD des Aktienmarktes w\u00e4hrend dieser Zeit in Pfund betr\u00e4chtlich abmilderte.<\/p>\n

Im Folgejahr 1933 wertete der Dollar zwar wieder auf den Jahresendkurs von 1930 ab; das war aber f\u00fcr Anleger, die in Pfund oder einer anderen Nicht-USD-W\u00e4hrung rechneten, nur bedingt nachteilig, denn inzwischen hatte der globale Aktienmarkt nachhaltig auf einen Erholungspfad eingeschwenkt. 1938 und 1939 wertete der Dollar noch einmal auf. Bis 1945 gab es dann (aufgrund von Zentralbankinterventionen) zwischen den beiden W\u00e4hrungen keine Wechselkursver\u00e4nderungen mehr. Von 1946 bis 1954 erfolgte noch einmal eine Dollaraufwertung, so dass der Weltaktienmarkt in Pfund gerechnet bis 1954 abermals st\u00e4rker zulegte als in Dollar und 1954 in Pfund um bemerkenswerte 51% h\u00f6her stand als in Dollar. [3]<\/span><\/strong><\/p>\n

Ergo: Die Great Depression traf die USA realwirtschaftlich und auch in Bezug auf den Aktienmarkt aus einer Reihe von US-spezifischen Gr\u00fcnden schlimmer als die Mehrzahl der anderen westlichen L\u00e4nder und als die Weltwirtschaft. Weil das so war, ist es einfach falsch oder dumm entsprechende USA-Daten explizit oder implizit als repr\u00e4sentativ f\u00fcr den Rest der Welt zu verwenden. Wer \u00f6konomische US-Daten von damals verwendet, muss auf ihre mangelnde Repr\u00e4sentativit\u00e4t f\u00fcr den Rest der Welt hinweisen. Das geschieht jedoch leider so gut wie nie. Das kann man als betr\u00e4chtliches Versagen von Historikern, Wirtschaftsjournalisten und Finfluencern sehen.<\/p>\n

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Weitere Gesichtspunkte, die den „Jahrhundert-Crash“ noch mehr relativieren<\/strong><\/span><\/h2>\n

Zum Schluss unserer Analyse sei der Vollst\u00e4ndigkeit halber noch hinzuzuf\u00fcgt, dass jeder Berechnung des Maximum Drawdowns am Aktienmarkt wie auch der „maximalen Nullrenditeperiode“ (Dauer der Erholungsphase) eine in gewisser Weise praxisfremde Worst Case-Betrachtung<\/em> zugrunde liegt. Praxisfremd insofern, als dass dabei realit\u00e4tsfern unterstellt wird, ein Anleger legt (a) sein gesamtes Verm\u00f6gen ausschlie\u00dflich in Aktien an, (b) er investiert exakt am schlechtesten m\u00f6glichen Tag und (c) er gibt den gesamten Betrag in einer Summe<\/em> in den Markt (also nicht \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum verteilt). Unter hundert Aktienanlegern wird es weniger als einen geben, auf den alle drei Bedingungen zutreffen.<\/p>\n

\u00c0 propos „nur in Aktien anlegen“. Nat\u00fcrlich galt auch schon 1929 die banale Einsicht, dass ein Aktienportfolio f\u00fcr die meisten Privatanleger mit einer risikosenkenden Komponente High Quality-Anleihen<\/em> zu „temperieren“ ist \u2013 vor allem, wenn es um die Altersvorsorge von Familien geht. Wer diese triviale Diversifikationseinsicht w\u00e4hrend oder vor der Great Depression beherzigt h\u00e4tte, w\u00e4re damit exzellent gefahren. Kurz-, mittel- und langfristige US-Staatsanleihen (oder Staatsanleihen anderer bonit\u00e4tsstarker L\u00e4nder) waren in der Weltwirtschaftskrise wegen der Deflation und wegen der „Flucht in Qualit\u00e4tswerte“ sehr rentable Investments und damit vorz\u00fcgliche Diversifizierer f\u00fcr ein aktienlastiges Portfolio. Beispielsweise lieferten mittelfristige US-Staatsanleihen von September 1929 bis Juni 1932 (die Downturn-Phase des Aktienmarktes) in USD eine beinah unglaublich erscheinende reale kumulative Rendite von +43% und von September 1929 bis November 1936 eine von +79%. Der Hauptgrund war die in solchen Phasen oft stattfindende „Flucht in sichere Anlagen“ und damit Kursgewinne bei diesen Anleihen.<\/p>\n

Ebenfalls nicht vergessen sollte man, dass nicht nur Aktien, sondern alle<\/em> Asset-Klassen irgendwann einen drastischen Crash erleben.<\/p>\n

Einige wenige Beispiele:<\/p>\n

In New York fielen Immobilienpreise real von Sept. 1929 bis Sept. 1939 um 62% und erreichten das Preisniveau vom September 1929 inflationsbereinigt erst wieder 1960 nach \u00fcber 30 Jahren (Nicholas\/Scherbina 2013). <\/p>\n

In Frankreich sanken reale Wohnimmobilienpreise ab 1911 und fielen nach 38 langen Jahren bis 1949 auf einen MDD von 88%. Dann dauerte es noch einmal 15 Jahre, bis das reale Preisniveau von 1911 (53 Jahre zuvor) wieder erreicht wurde.<\/p>\n

F\u00fcr norwegische Wohnimmobilien begann 1899 ein noch l\u00e4ngerer Zeitlupen-Crash. Nach 55 Jahren (1954) waren reale Immobilienpreise um kumulativ 57% gefallen. Danach dauerte es weitere 31 Jahre, bis das reale Preisniveau von 1911 (1985) wieder erreicht wurde.<\/p>\n

Einzelne Wohnimmobilien \u2013 und Direktinvestments in Wohnimmobilien sind ja stets einzelne Objekte \u2013k\u00f6nnen und werden noch extremere maximale Drawdowns haben als die Anlageklasse, weil es dabei keine Diversifikation gibt.<\/p>\n

Notabene: In den genannten Immobilienpreisindizes sind Nettomietrenditen (Bruttomiete minus Instandhaltungskosten und Versicherung) nicht ber\u00fccksichtigt.) <\/p>\n

Der reale Goldpreis in USD sackte ab Februar 1980 ab und sank immer weiter \u00fcber 21 lange Jahre bis 2001 auf einen MDD von 83%. Der Februar 1980-Preisgipfel wurde unter Ber\u00fccksichtigung der Inflation erst wieder 43 Jahre sp\u00e4ter in 2023 erreicht. <\/p>\n

In seiner kurzen Existenz seit 2009 ist Bitcoin sechsmal (!) neu um 50% oder mehr abgesackt (in USD). Am 30.09.2022 stand die Kryptow\u00e4hrung fast 70% unter ihrem vorherigen Peak vor elf Monaten.
\n <\/p>\n

Fazit<\/strong><\/span><\/h2>\n

Dieser Blog-Beitrag sollte zeigen, dass die immer wieder verbreiteten Angstzahlen zum „Horror-Crash“ von 1929 \u2013 ein maximaler Drawdown von 89% im Juni 1932 und 25 Jahre bis zur vollst\u00e4ndigen Erholung \u2013 irref\u00fchrend und falsch sind. Schon die Beseitigung oder Vermeidung zweier ganz simpler Fehler (das Weglassen von Dividenden und das Rechnen in nominalen Zahlen) mildert den tats\u00e4chlichen MDD auf 79% und verk\u00fcrzt die Erholungsphase von 25 auf sieben Jahre.<\/p>\n

Geht man noch zwei analytische Schritte weiter \u2013 sprich analysiert den globalen<\/em>, statt nur den US-Aktienmarkt und rechnet „zur Abwechslung“ einmal nicht nur in US-Dollar \u2013 dann verbessern sich die besagten Werte weiter und in betr\u00e4chtlichem Ausma\u00df.<\/p>\n

Bleibt die Frage, warum die Finanzbranche \u2013 Banken, Verm\u00f6gensverwalter, Anlageberater \u2013 wie auch das Gros der Finanzjournalisten und Finanzfluencer wenig tun, um die \u00fcbertriebene Schreckensstory \u00fcber den 1929er Crash richtigzustellen.<\/p>\n

Das d\u00fcrfte zwei Gr\u00fcnde haben. Grund Nr. 1 betrifft die Finanzbranche. Sie tut deswegen so gut wie nichts zur Korrektur der Schreckenslegende, weil die Vorstellung eines Horror-Crashs f\u00fcr sie gesch\u00e4ftsf\u00f6rdernd ist. Vertreter der Finanzbranche erz\u00e4hlen ihren Kunden sehr gerne „Lieber Anleger, schau wie schlimm es 1929 war! Wenn Du trotzdem in Aktien \u2013 die langfristig ertragreichste aller Asset-Klassen investieren willst \u2013 dann brauchst Du dazu Experten wie uns. Wir k\u00f6nnen Dich mit unserem aktiv gemanagten Finanzprodukt ABC (oder unserer aktiven Anlagestrategie XYZ) vor einem Desaster wie 1929 sch\u00fctzen.“<\/p>\n

Grund Nr. 2 betrifft Finanzjournalisten und Finfluencer. Sie k\u00f6nnen mit der Geschichte von der Aktientrag\u00f6die 1929 Auflage und Klickzahlen machen. Bad News, Schockgeschichten und Panikmache verkaufen sich halt nun einmal am besten. Bei manchen ist nat\u00fcrlich auch banales Unwissen der Grund f\u00fcr die Verbreitung der Fake News.<\/p>\n

Nat\u00fcrlich wird es auch in Zukunft schwere Aktien-Crashes geben. \u00dcber die schlimmsten in den letzten 120 Jahren haben wir hier<\/u><\/a> und hier<\/u><\/a> und hier<\/u><\/a> berichtet. Das allgemeine Grundmuster solcher Abst\u00fcrze, das sich aus den umfangreichen historischen Erfahrungen ableiten l\u00e4sst, sieht ungef\u00e4hr so aus: (a)\u00a0Im Weltaktienmarkt erfolgt ein Einbruch in der Gr\u00f6\u00dfenordnung von zwischen 40% und 60%, der sich \u00fcber ein bis drei Jahre hinzieht. (b)\u00a0Daran schlie\u00dft sich f\u00fcr Buy-and-Hold-Anleger eine langsamere (in Realzeit erratisch und unsicher erscheinende) Erholungsphase an, die zwischen einem und sechs Jahren dauert.<\/p>\n

Der Great Depression-Crash, sofern man ihn korrekt berechnet, passt im Wesentlichen in dieses Grundmuster.<\/p>\n

Keine andere Asset-Klasse produziert langfristig h\u00f6here Renditen als Aktien. Diese Renditen sind prim\u00e4r Risikopr\u00e4mien \u2013 die Belohnung f\u00fcr das Tragen von Asset-Klassen-Risiko. Asset-Klassen-Risiko bei Aktien besteht in erster Linie aus allgemeinem Volatilit\u00e4tsrisiko und aus Crash-Risiko (Drawdown-Risiko).<\/p>\n

Wer diszipliniert in ein global diversifiziertes Aktienportfolio auf Buy-and-Hold-Basis investiert, kann auf der Basis der Erfahrung aus den vergangenen 250 Jahren mit unz\u00e4hligen Krisen, die genauso schwer oder schwerer waren als die aktuelle, nahezu sicher erwarten, diese Renditen f\u00fcr sich zu ernten \u2013 trotz und wegen dieser Crashes.<\/p>\n

Um mit Aktien-Crash-Risiko mental und liquidit\u00e4tsm\u00e4\u00dfig kompetent umgehen zu k\u00f6nnen, ist ein korrektes Wissen der Aktienmarktgeschichte hilfreich. Dazu wollten wir mit diesem Blog beitragen.<\/p>\n

 <\/p>\n

Endnoten<\/strong><\/span><\/h2>\n

[1]<\/strong> Roosevelt regierte bis April 1944, als er starb, aber ab dem Kriegseintritt der USA Ende 1941 \u00e4nderte sich die US-Wirtschaftspolitik naturgem\u00e4\u00df dramatisch. Schlussendlich waren die Amerikaner alles in allem so sehr Roosevelt’s 12j\u00e4hriger Regierungszeit entt\u00e4uscht, dass Anfang der 1950er Jahre eine Verfassungs\u00e4nderung erfolgte, die die Regierungszeit eines US-Pr\u00e4sidenten auf acht Jahre begrenzte.<\/p>\n

[2]<\/strong> Deutschland f\u00fchrte im Jahr 1891 als erstes Land der Welt eine gesetzliche Rentenversicherung ein (anf\u00e4nglich nur f\u00fcr M\u00e4nner). Die GRV in den USA (Social Security genannt) entstand 1935 als Reaktion auf die Great Depression.<\/p>\n

[3]<\/strong> Aufgrund des von 1944 bis 1971 bestehenden „verw\u00e4sserten Goldstandards“ (das „Bretton-Woods-System“) schwankten Wechselkurse zwischen den einzelnen W\u00e4hrungen und dem US-Dollar nur moderat. Die Schwankungen, die es gab, wurden ma\u00dfgeblich von Zentralbanken gesteuert. Wechselkurse bewegten sich also nicht wie heute prim\u00e4r nach Angebot und Nachfrage. <\/p>\n

 <\/p>\n

Literatur<\/strong><\/span><\/h2>\n

Bernanke, Ben: „21st Century Monetary Policy: The Federal Reserve from the Great Inflation to COVID-19“; W.\u00a0W.\u00a0Norton & Company; 2022; 512 pages<\/p>\n

Ahamed, Liaquat: „Lords of Finance: The Bankers Who Broke the World“; Penguin Press; 2009; 576 pages<\/p>\n

Nicholas, Tom\/Anna Scherbina (2013): „Real Estate Prices During the Roaring Twenties and the Great Depression“; In Real Estate Economics; 2013; Vol. 41; No. 2<\/p>\n

 <\/p>\n

Ausgew\u00e4hlte Beispiele f\u00fcr Publikationen, in denen falsch behauptet wird, dass der US-Aktienmarkt von 1929 bis 1954 (25 Jahre) gebraucht habe, um sich vom Crash ab September 1929 wieder vollst\u00e4ndig zu erholen<\/strong><\/span><\/h2>\n

Ferguson, Niall (2008): „The end of prosperity“; In: Time Magazine, 02.10.2008. Internet-Fundstelle hier<\/u><\/a> \u27a1 Ferguson d\u00fcrfte der weltweit bekannteste lebende Historiker sein. Er lehrt an der Harvard Universit\u00e4t in den USA.<\/p>\n

M\u00fcller, Dirk (2018): „Machtbeben: Die Welt vor der gr\u00f6\u00dften Wirtschaftskrise aller Zeiten \u2013 Hintergr\u00fcnde, Risiken, Chancen\u201c; Heyne-Verlag 2018; 350 Seiten, fragliche Stelle: S. 253 \u27a1 M\u00fcller ist Fondsmanager und Buchautor.<\/p>\n

Handelsblatt (2020): „So realistisch sind die Vorhersagen von Crash-Propheten wirklich“; Artikel von Frank Wiebe, 04.02.2020. Internet-Fundstelle hier<\/u><\/a> \u27a1 Der Autor ist Wirtschaftsjournalist.<\/p>\n

Roberts, Lance (2021): „Bear Markets Matter More Than You Think“; In: Advisor Perspectives, 04.06.2021. Internet-Fundstelle hier<\/u><\/a> \u27a1 Der Autor ist Finanzberater in den USA.<\/p>\n

Surz, Ronald (2024) „Baby Boomers Better Get Out Of The Stock Market Now“; Seeking Alpha; 21. Juli 2024; Internet-Fundstelle hier<\/u><\/a> \u27a1 Der Autor ist Finanzberater in den USA.<\/p>\n

Der Kurier (2020): „Nach den gro\u00dfen Crashes: So lange dauerte es bis zur Erholung“; 28.03.2020; Internet-Fundstelle hier<\/u><\/a> \u27a1 Der Kurier ist eine \u00f6sterreichische Tageszeitung. Der Autor ist Wirtschaftsjournalist.<\/p>\n

Wikipedia (2022): Sowohl die deutsche Wikipedia (Artikel „Schwarzer Donnerstag“ – Internet-Fundstelle hier<\/u><\/a>) als auch die englische (Artikel „Wall Street Crash of 1929“ – Internet-Fundstelle hier<\/u><\/a>) nennen 1954 als das Jahr bis zur vollst\u00e4ndigen Erholung des Dow Jones Indexes, weisen aber nicht auf die dabei zugrunde liegende falsche oder irref\u00fchrende Messung hin, die wir in diesem Blog-Beitrag beschreiben („Fehler 1“ und „Fehler 2“).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"

Wir zeigen, dass der Aktiencrash ab 1929 weniger schwer war als h\u00e4ufig angenommen.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":7443,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[19,87,47,48],"class_list":["post-7441","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-risikomanagement","tag-aktienmarkt","tag-aktualisiert","tag-crash","tag-krise"],"yoast_head":"\nDie Wahrheit \u00fcber den Aktiencrash von 1929<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Wir zeigen, dass der Jahrhundert-Aktien-Crash ab 1929 in Wirklichkeit weniger schwer war als uns die Finanzmedien weismachen wollen.\" \/>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/gerd-kommer.de\/blog\/aktiencrash-von-1929\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" 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