{"id":7119,"date":"2022-07-08T00:00:58","date_gmt":"2022-07-07T22:00:58","guid":{"rendered":"https:\/\/gerd-kommer.de\/?p=7119"},"modified":"2026-05-27T15:19:18","modified_gmt":"2026-05-27T13:19:18","slug":"downside-hedging","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerd-kommer.de\/blog\/downside-hedging\/","title":{"rendered":"Downside Hedging \u2013 der heilige Gral des Investierens?"},"content":{"rendered":"

Von Gerd Kommer<\/a> und\u00a0Maximilian Bartosch<\/a><\/em><\/p>\n

Der globale Aktienmarkt hat seit dem letzten H\u00f6chststand am 4. Januar diesen Jahres (2022) 13% eingeb\u00fc\u00dft (MSCI World Index in Euro, Stand 01.07.2022). Angesichts der seit etwa acht Monaten anziehenden Inflationsraten und Zinsen wie auch des wohl noch l\u00e4nger w\u00e4hrenden Russland-Ukraine-Kriegs hat sich in den Medien und am Internet-Stammtisch die Auffassung eingeb\u00fcrgert, dass „derzeit die Risiken f\u00fcr einen nahen Aktien-Crash besonders hoch“ seien.<\/p>\n

Vor diesem Hintergrund klettert nun ein altbekannter Investment-Zombie aus seinem Grab \u2013 wie stets, wenn es am Aktienmarkt l\u00e4ngere Zeit deutlich nach unten ging: Der „Downside Hedging-Zombie“ (Hedging = Absicherung). Er steht f\u00fcr den Glauben, es sei unter Nutzung bestimmter Finanzprodukte oder Investmenttechniken systematisch m\u00f6glich, das Drawdown-Risiko (Kursverlustrisiko) eines Aktienportfolios zu reduzieren, ohne daf\u00fcr ein entsprechendes Opfer im Sinne einer geringeren Langfristrendite oder geringeren risikogewichteten Rendite erbringen zu m\u00fcssen. Im Marketing-Material f\u00fcr derartige Absicherungsstrategien oder Anlageprodukte hei\u00dft das „die Aufschwungsphasen des Aktienmarktes mitnehmen und die Abschwungsphasen vermeiden“. Auch Finanzjournalisten, -blogger und „Finfluencer“ publizieren gerne und oft Stories \u00fcber individuelle F\u00e4lle, in denen solche Hedging- oder „Portfolio-Insurance“-Ans\u00e4tze funktioniert haben. Dahinter steckt der alte Anlegertraum „gleiche Rendite mit weniger Risiko“ \u2013 der vermeintliche heilige Gral des Investierens.<\/p>\n

In diesem Blog-Beitrag wollen wir zeigen, dass es damit nicht weit her ist. Der heilige Gral des Investierens entpuppt sich bei n\u00e4herer Betrachtung weit \u00fcberwiegend als „fehlerhafte Ware“, die man nach l\u00e4ngerer Zeit des Gebrauchens gerne zur\u00fcckgeben w\u00fcrde. Mittel- und langfristig werden mehr als die H\u00e4lfte derjenigen, die an die Versprechungen von Downside Hedging („DH“) glauben, schlechter dastehen als diejenigen, die das unterlassen. Die Minderheit, die durch DH in einem (zumeist kurzen) Zeitfenster profitiert, tut das wahrscheinlich aus blo\u00dfem Gl\u00fcck, sprich Zufall. Gl\u00fcck l\u00e4sst sich im folgenden Zeitfenster allerdings nicht systematisch wiederholen und im langfristigen Mittel senkt DH die realisierte Rendite.<\/p>\n

 <\/p>\n

Welche Downside-Hedging- oder Downside-Protection-Produkte und Strategien existieren?<\/strong><\/span><\/h2>\n

Die Welt der DH- oder Finanzprodukte ist ein gro\u00dfer, bunter Zoo. In Bezug auf Aktien geh\u00f6ren die folgenden zu den wichtigsten: Put-Optionen (Verkaufsrechte), Put-Optionsscheine, Short-Zertifikate, Short-ETFs (auch inverse ETFs genannt), zahlreiche Finanzprodukte mit eingebauten Kapitalgarantien (beispielsweise Riester-Fonds und andere „Garantiefonds“ [1] <\/strong>oder Garantie-Zertifikate), Derivate auf Volatilit\u00e4t [2]<\/strong> oder \u2013 f\u00fcr institutionelle Anleger \u2013 Absolute Return Hedge-Fonds und „Tail Risk“ Hedge-Fonds. (Im Grunde genommen besteht ja die Raison d’\u00eatre aller<\/em> Hedge-Fonds-Strategien \u2013 daher der Name Hedge<\/em>-Fonds \u2013 darin, Downside-Risiken mehr oder weniger stark zu begrenzen. Wenn man sich vergegenw\u00e4rtigt, wie geradezu katastrophal der Hedge-Fonds-Sektor im Ganzen w\u00e4hrend der zur\u00fcckliegenden rund 15 Jahre performt hat, deutet das ebenfalls auf die geringen Chancen hin, mit systematischen Downside-Hedging korrekt gemessene Langfristerfolge zu erzielen.<\/p>\n

Daneben existieren viele Publikumsfonds (Investmentfonds), die zwar nicht explizit DH-Finanzprodukte sind, sich in ihrem Marketing aber letztlich so darstellen. Ein Beispiel daf\u00fcr ist der Investmentfonds von Dirk M\u00fcller<\/a> („Dirk M\u00fcller Premium Aktien“, WKN A111ZF). Hauptgrund f\u00fcr dessen an\u00e4mische Langfristrendite ist eine spezielle DH-Strategie, die er seit sieben Jahren in Vorbereitung auf „die gr\u00f6\u00dfte Wirtschaftskrise aller Zeiten“ (Untertitel seines letzten Buches) praktiziert.<\/p>\n

DH kann auch im Do-it-Yourself-Modus oder von einem Verm\u00f6gensverwalter betrieben werden, beispielsweise durch den Einsatz von Stop Loss Orders, [3]<\/strong> durch Short-Selling (Leerverk\u00e4ufe) entweder einzelner Wertpapiere, [4]<\/strong> \u00a0durch Short Selling konventioneller ETFs oder so genannter Index-Futures (durch Indizes definierte Aktienpakete) oder durch den Kauf von „inversen ETFs“.<\/p>\n

Die am meisten verbreitete DH-Strategie ist das altbekannte Market Timing<\/a> ohne Nutzung spezieller Hedging-Produkte \u2013 der Versuch den Zeitpunkt von Aktienmarktabschw\u00fcngen und -aufschw\u00fcngen abzupassen. Ein weniger hochtrabendes Synonym f\u00fcr Market Timing ist „Rein-Raus“. Rein-Raus ist unter Do-it-Yourself-Anlegern gleicherma\u00dfen verbreitet wie unter Verm\u00f6gensverwaltern und Fonds-Managern. Im Fondsbereich hei\u00dft das dann „verm\u00f6gensverwaltende Fonds“, „Multi-Asset-Fonds“ oder \u2013 weniger glamour\u00f6s \u2013 „Mischfonds“<\/a>.<\/p>\n

Auch traditionelles Stock Picking wird f\u00fcr DH-Zwecke eingesetzt. Der Stock Picker glaubt, rechtzeitig vor einem Marktabschwung in „defensive Aktien“ oder in Cash umschichten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n

Von DH zu unterscheiden ist Asset-Klassen-\u00fcbergreifende Diversifikation, also das Kombinieren von Aktien mit beispielsweise High Quality-Anleihen mit relativ kurzer Restlaufzeit innerhalb eines Portfolios, um Volatilit\u00e4t und Drawdown-Risiko des Portfolios zu senken. Allerdings besteht hier \u2013 anders als bei DH \u2013 nicht die Wunschvorstellung, man k\u00f6nne Risiko systematisch senken, ohne dabei auch Rendite aufgeben zu m\u00fcssen.<\/p>\n

Nachfolgend gehen wir auf die Vor- und Nachteile von DH ein. Wir schicken voraus \u2013 Achtung Spoiler Alert<\/em> \u2013 dass die Nachteile \u00fcberwiegen.<\/p>\n

 <\/p>\n

Schwierigkeiten bei der Implementierung von Downside Hedging<\/strong><\/span><\/h2>\n

F\u00fcr diejenigen, die in Eigenregie investieren, ist Nachteil Nr. 1, dass DH viel Arbeitsaufwand und\/oder Zusatzkosten produziert. Privatanleger, die DH nicht schon selbst ausprobiert haben, d\u00fcrften diesen Aufwand und diese Mehrkosten untersch\u00e4tzen. Eine DH-Strategie korrekt umzusetzen, erfordert laufendes enges Monitoring des Investments und laufendes aktives Eingreifen und Handeln \u2013 also Arbeit.<\/p>\n

Hinzu kommt das gerne \u00fcbersehene operative Risiko<\/em> der Umsetzung einer DH-Strategie. [5]<\/strong><\/p>\n

Zwei Beispiele: Die Nutzung von Stop Loss Orders ist anspruchsvoller und arbeitsaufwendiger, als es sich derjenige vorstellt, der lediglich die Lexikondefinition von Stop Loss Orders kennt. Es f\u00e4ngt damit an, dass dieser Order-Typ, insbesondere bei sehr heftigen Marktbewegungen nach unten in der Praxis keineswegs so zuverl\u00e4ssig funktioniert, wie das im Lehrbuch steht.<\/p>\n

Bei Short-ETFs wird man mit dem komplexen Problem der Pfadabh\u00e4ngigkeit<\/em> der Hedging-Wirkung dieser Produkte konfrontiert. Pfadabh\u00e4ngigkeit bedeutet, dass ein Short-ETF eine t\u00e4gliche (!) Neuevaluierung durch den Anleger erfordert. (Manchem Nutzer von Short-ETFs wird das anf\u00e4nglich nicht klar sein, bis er schmerzhaftes Lehrgeld bezahlt hat.)<\/p>\n

Soweit man den hohen Arbeitsaufwand durch DH und das operative Umsetzungsrisiko an eine Bank, einen Verm\u00f6gensverwalter oder einen Fondsmanager outsourced, wird sich der damit verkn\u00fcpfte betr\u00e4chtliche Aufwand dort in hohen laufenden Geb\u00fchren manifestieren. Diese werden zwei- bis f\u00fcnfmal so hoch sein, wie die Kosten f\u00fcr ein delegiertes Index-Investment auf Buy-and-Hold-Basis.<\/p>\n

 <\/p>\n

Die Performance-Bilanz von Downside Hedging<\/strong><\/span><\/h2>\n

Damit kommen wir zu Problem Nr. 2 von DH: Seine in langfristiger Perspektive k\u00fcmmerliche Performance-Bilanz. In den Studien, die am Ende dieses Blog-Beitrags genannt werden, wird diese Bilanz f\u00fcr eine Vielzahl verschiedener DH-Strategien und Zeitr\u00e4ume quantifiziert \u2013 in zwei Untersuchungen sogar f\u00fcr Zeitspannen von rund 100 Jahren (Dimson u.a. 2007, AQR 2018). [6]<\/strong><\/p>\n

Haupturs\u00e4chlich f\u00fcr die entt\u00e4uschenden Zahlen ist schlussendlich immer der gleiche Grundtatbestand: Auf lange Sicht sind die von DH verursachten entgangenen Gewinne \u2013 die Opportunit\u00e4tskosten<\/em> \u2013 h\u00f6her als der erzielte Nutzen, die D\u00e4mpfung der Kursverluste.<\/p>\n

Das wiederum hat drei miteinander zusammenh\u00e4ngende Ursachen: Erstens bewegt sich der globale Aktienmarkt langfristig nach oben. Diese strukturelle Aufw\u00e4rtsbewegung wird von einer hohen kurzfristigen, starken Volatilit\u00e4t \u00fcberlagert, die es zu jedem gegebenen Zeitpunkt au\u00dferordentlich schwer macht, zu erkennen, ob in diesem Moment eine l\u00e4ngere Aufschwungs- oder kurz- bis mittelfristige Abschwungsphase vorliegt. Wenn DH w\u00e4hrend einer der l\u00e4ngeren Aufschwungsphasen betrieben wird, wird das die Partizipation des Investors an diesem Aufschwung begrenzen. Das hat mit den durch DH verursachten Kosten zu tun und\/oder damit, dass DH sehr selten pr\u00e4zise genug funktioniert, als dass die „DH-Handbremse“ nicht zumindest zeitweilig auch in der Aufschwungsphase angezogen wird, wenn eigentlich ungebremstes Vorw\u00e4rtsfahren angesagt w\u00e4re.<\/p>\n

Ein Beispiel: Ein Fondsmanager, der in einzelne Aktien investiert (Stock Picking), glaubt, dass die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr einen starken Aktienmarkteinbruch in den n\u00e4chsten Monaten hoch ist. Er kauft deswegen Put-Optionen [7]<\/strong> auf die zehn gr\u00f6\u00dften Einzeltitel in seinem Aktienportfolio. Die Optionen haben eine Laufzeit von sechs Monaten, der Preis dieser Optionen richtet sich nach der Ausgestaltung der Puts. Je st\u00e4rker ihre Absicherungswirkung nach unten ist, desto teurer sind sie. Wenn wir nun annehmen, dass in den fraglichen sechs Monaten die Aktien im Portfolio eine positive Rendite von \u2013 sagen wir \u2013 moderaten zwei Prozent erzeugen, wird die Nettorendite auf Portfoliobasis diese zwei Prozent abz\u00fcglich der Kosten f\u00fcr die nutzlos verfallenden Optionen sein.<\/p>\n

Zweitens sind starke anhaltende Drawdowns \u2013 trotz unseres abweichenden Bauchgef\u00fchls \u2013 zu selten, als dass es sich bei den gegebenen Kosten f\u00fcr Absicherungen auf lange Sicht lohnen w\u00fcrde, diese Kosten aufzuwenden. Das Argument kann man auch umdrehen: Absicherungen sind im Mittel einfach zu teuer relativ zum Schutzniveau, das sie bieten.<\/p>\n

Drittens ist der Aktienmarkt so informationseffizient<\/em>, [8]<\/strong> dass es nach allem, was wir aus 60 Jahren empirischer Kapitalmarktforschung wissen, nicht zuverl\u00e4ssig genug m\u00f6glich ist, den Beginn nachhaltiger Up-Phasen oder Down-Phasen zu prognostizieren, als dass man damit eine kosteng\u00fcnstigere entsprechende Buy-and-Hold-Strategie schlagen k\u00f6nnte. Insbesondere das rechtzeitige L\u00f6sen der Handbremse Downside Hedging misslingt in der Regel.<\/p>\n

Wer die Verluste in seinem Aktienportfolio in einer Abw\u00e4rtsbewegung durch einfaches Umschichten in Cash zu begrenzen versucht, scheitert in der Regel nicht deswegen, weil der Ausstieg vor Erreichen des Tiefpunktes nicht gelingt, sondern eher, weil er den rechtzeitigen Wiedereinstieg in der anschlie\u00dfenden Aufw\u00e4rtsbewegung verpasst. Das Verpassen geschieht, weil Anleger die Aufw\u00e4rtsbewegung in Echtzeit nur f\u00fcr ein „falsches Zwischenhoch“ halten und eine weitere oder nochmalige starke Abw\u00e4rtsbewegung f\u00fcrchten.<\/p>\n

Trotzdem behaupten wohl 95% der Finanzbranche und 95% der Finanzmedien und Investment-Blogger tagein-tagaus direkt und indirekt bei ihnen funktioniere DH. Warum sie das tun, ist leicht zu erkl\u00e4ren: Mit aktivem Investieren, darunter auch DH, kann man als Finanzdienstleister weit mehr verdienen als mit rationalem, prognosefreiem Buy-and-Hold.<\/p>\n

Und in den Finanzmedien und der Bloggersph\u00e4re l\u00e4sst sich mit Storytelling und Clickbaiting \u00e0 la „Ausverkauf an der Wall Street nimmt Fahrt auf“ [9] <\/strong>oder „So sichern Anleger ihr Depot ab“ ganz einfach mehr Auflage machen als mit Ver\u00f6ffentlichungen \u00fcber wissenschaftlich orientiertes Investieren, wie der, die Sie soeben lesen.<\/p>\n

Hinzu kommt, dass die meisten Privatanleger das M\u00e4rchen von Rendite mit begrenztem Risiko ganz einfach glauben wollen, weil das ihrer eigenen Intuition und dem allzu menschlichen Wunsch von „reich werden bei begrenztem Risiko“ entspricht.<\/p>\n

 <\/p>\n

Wissenschaftliche Studien zu Downside Hedging<\/strong><\/span><\/h2>\n

Schlussendlich sollten wir uns bei einem finalen Urteil \u00fcber DH \u2013 so wie das f\u00fcr die Beurteilung aller Investmentstrategien angeraten ist \u2013 an der Wissenschaft orientieren. In der Wissenschaft wird der Sachverhalt so gesehen:<\/p>\n

Wirklich \u00fcberzeugende Belege f\u00fcr das Funktionieren von DH fehlen. Funktionieren hie\u00dfe, dass DH \u00fcber einen langfristigen Zeitraum eine vergleichbare Buy-and-Hold-Strategie nach Kosten zuverl\u00e4ssig und hinreichend deutlich outperformt oder eine deutlich bessere risikoadjustierte Rendite (z. B. Sharpe Ratio) erzeugt. Die Gr\u00fcnde f\u00fcr das Fehlen solcher DH-Erfolgsbelege haben wir oben genannt.<\/p>\n

Mit Belegen f\u00fcr das Versagen von DH k\u00f6nnte man hingegen eine ganze Bibliothek f\u00fcllen. 20 dieser Studien nennen wir am Ende dieses Blog-Beitrages.<\/p>\n

Aber man muss und sollte sich hierbei nicht nur auf Untersuchungen beschr\u00e4nken, die sich spezifisch mit DH befassen. Letztlich ist beinahe jede von tausenden wissenschaftlicher Untersuchungen zum Versagen aktiven Investierens, die seit etwa 1960 publiziert wurden, zugleich auch eine Studie \u00fcber das Versagen von DH. Grund: Praktisch alle aktiven Anleger, seien sie die Manager eines normalen Publikumsfonds<\/a>, die Manager eines Hedge-Fonds<\/a> oder Do-it-Yourself-Privatanleger, betreiben zumindest eine der oben genannten DH-Formen.<\/p>\n

 <\/p>\n

Gibt es nun doch Situationen, in denen Downside Hedging helfen kann?<\/strong><\/span><\/h2>\n

Nun haben wir dargestellt, was die Nachteile von DH sind, n\u00e4mlich der damit verbundene hohe Arbeitsaufwand und seine statistisch unattraktive Performance-Bilanz.<\/p>\n

Doch gibt es nicht trotzdem Konstellationen, in denen DH einen Nutzen stiftet?<\/p>\n

In der Fachliteratur wird \u2013 zumeist eher „der guten Ordnung halber“ \u2013 darauf hingewiesen, dass man mit DH das Drawdown-Risiko oder allgemein das Verlustrisiko in einem Portfolio kurzfristig<\/em> limitieren k\u00f6nne. Das stimmt und es stimmt sogar nicht nur kurzfristig, sondern auch langfristig. Das bedeutet dennoch nicht viel.<\/p>\n

F\u00fcr ein global diversifiziertes 100%-Aktienportfolio besteht auf der Basis von Daten aus den letzten 120 Jahren ein Maximum-Drawdown-Risiko [10]<\/strong> von rund 55%. Wer dieses Risiko nicht tragen will, kann es in der Tat mit einem der hier genannten DH-Produkte oder Techniken abmildern. [11]<\/strong><\/p>\n

Zeigt das nicht, dass DH doch einen Nutzen hat? Nein.<\/p>\n

Erstens kommt es beim Investieren \u2013 wenn wir genauer dar\u00fcber nachdenken \u2013 nahezu nie auf blo\u00df kurzfristige Ergebnisse an. Kurzfristige Ergebnisse m\u00f6gen unsere augenblicksbezogene Wahrnehmung und Gef\u00fchlswelt dominieren, sind aber in der Zahlenrealit\u00e4t eher bedeutungslos. Das gilt selbst f\u00fcr einen Day Trader. Sie sind eher bedeutungslos, weil Investieren und Verm\u00f6gensbildung ein Marathonlauf sind, kein 100-Meter-Sprint. Wir und die Medien interpretieren diesen Marathonlauf t\u00f6richterweise zwar oft wie ein Rennen aus 420 einzelnen 100-Meter-Sprints, was aber nichts an der zugrunde liegenden Realit\u00e4t \u00e4ndert: Der Anlagehorizont der meisten Privathaushalte entspricht ihrer Restlebenserwartung und eben nicht nur den n\u00e4chsten 12 Monaten.<\/p>\n

Zweitens k\u00f6nnte derjenige, der kein Drawdown-Risiko von 55% in seinem Portfolio tragen will, dieses Risiko durch die Beimischung einer risikofreien Anlage in Gestalt eines High-Quality-Anleihen-ETFs [12]<\/strong> beliebig weit senken \u2013 zu bescheidenen Kosten, mit merklich reduzierter Komplexit\u00e4t und mit h\u00f6herer Zuverl\u00e4ssigkeit. Aber nat\u00fcrlich auch unter Aufgabe eines entsprechenden Teils der Aktien-Upside.<\/p>\n

Drittens gelingt DH sogar bei wohlwollender Betrachtung selbst in rein kurzfristiger Betrachtung oftmals nicht so, wie auf der „Verpackungsbeschreibung“ des Hedging-Produkts oder der Hedging-Strategie angegeben.<\/p>\n

 <\/p>\n

Fazit<\/strong><\/span><\/h2>\n

Downside Hedging ist ein seit mindestens 40 Jahren immer neu gebrochenes Versprechen der Finanzbranche, das Risiko von Aktien nennenswert zu mildern, ohne nennenswerte Renditechancen aufzugeben. Es wird Zeit, dass wir aufh\u00f6ren, auf diese Schim\u00e4re hereinzufallen.<\/p>\n

Die Asset-Klasse Aktien hat h\u00f6here Langfristrenditen als alle anderen Asset-Klassen, h\u00f6here als Immobilien, als Anleihen, als Gold, als Rohstoffe und wahrscheinlich auch als Kryptow\u00e4hrungen. Wer diese hohen Langfristrenditen ungeschm\u00e4lert f\u00fcr sich nutzen will, der muss das damit vorhandene Drawdown-Risiko auch ungeschm\u00e4lert tragen.<\/p>\n

Im Vergleich zu Downside Hedging funktioniert die Senkung von Aktienrisiko einfacher, zuverl\u00e4ssiger und rentabler mit traditioneller Asset-Klassen-\u00fcbergreifender Diversifikation, also insbesondere durch die Beimischung kurzlaufender High Quality-Anleihen. Auf diesem Weg wird ein Anleger auf lange Sicht sehr wahrscheinlich eine attraktivere Rendite-Risikokombination erzielen als durch DH. So war es jedenfalls in den letzten 100 Jahren: „We find using nearly a century of data that diversification is probably (still) investors‘ best bet“ (AQR 2018).<\/p>\n

 <\/p>\n

Literatur<\/strong><\/span><\/h2>\n

AQR (ohne Autor) (2018): „It Was the Worst of Times: Diversification During a Century of Drawdowns“; Working Paper 3Q18; Internet-Fundstelle: https:\/\/www.aqr.com\/Insights\/Research\/Alternative-Thinking\/It-Was-the-Worst-of-Times-Diversification-During-a-Century-of-Drawdowns<\/p>\n

Benninga, Simon\/Blume, Marshall (1985): On the Optimality of Portfolio Insurance“; In: The Journal of Finance; Vol. 40; No. 5; December 1985<\/p>\n

Bryant, Chris\/O’Sullivan, Emmett (2011): „Investment Returns from Tracker Funds and Guaranteed Equity Bonds“; Investment Management Association; Statistics Series Paper 2; April 2011; Internet-Fundstelle: https:\/\/www.theinvestmentassociation.org\/assets\/files\/research\/20110411-GEBSresearch.pdf<\/p>\n

Geng, Deng\/Guedj, Ilan\/Mccann, Craig\/Mallett, Joshua (2011): „The Anatomy of Principal Protected Absolute Return Notes“; In: The Journal of Derivatives; Vol. 19; No. 2; August 2011<\/p>\n

Dimson, Elroy\/Marsh, Paul\/Staunton, Mike (2007): „Volatility and Portfolio Protection Over 107 Years“; May 2007; Internet-Fundstelle: https:\/\/citeseerx.ist.psu.edu\/viewdoc\/download?doi=10.1.1.465.6025&rep=rep1&type=pdf<\/p>\n

Estrada, Javier (2007): „Black Swans and Market Timing: How Not to Generate Alpha“; November 2007; Internet-Fundstelle: https:\/\/papers.ssrn.com\/sol3\/papers.cfm?abstract_id=1032962<\/p>\n

Estrada, Javier (2015): Multiples, Forecasting, and Asset Allocation“; In: Journal of Applied Corporate Finance; Vol. 27; No. 3; 2015<\/p>\n

Foltice, Bryan (2022): „Revisiting Covered Calls and Protective Puts: A Tale of Two Strategies“; Working Paper; 17.05.2022; Internet-Fundstelle: https:\/\/papers.ssrn.com\/sol3\/papers.cfm?abstract_id=3786342<\/p>\n

Haghani, Victor\/White, James (2022) „Do Options Belong in the Portfolios of Individual Investors?“; Working Paper; 28.4.2022; Internet-Fundstelle: https:\/\/seekingalpha.com\/article\/4504503-options-portfolio-strategy-investors<\/p>\n

Campbell, Harvey\/Hoyle, Edward\/Rattray, Sandy\/Sargaison, Matthew\/Taylor, Dan\/Van Hemert, Otto (2019): „The Best of Strategies for the Worst of Times: Can Portfolios be Crisis Proofed?“ In: The Journal of Portfolio Management; Vol. 45; No. 5; July 2019<\/p>\n

Ariful, Hoquem\/K\u00e4mmer, Robin\/Meyer-Bullerdiek, Frieder (2018): „Portfolio insurance strategies in a low interest rate environment: A simulation-based study“; In: Journal of Finance and Investment Analysis; Vol. 7; No. 3; 2018<\/p>\n

Israelov, Roni (2019): „Pathetic Protection: The Elusive Benefits of Protective Puts“; AQR; In: The Journal of Alternative Investments; Vol. 21; No. 3; 2019<\/p>\n

Israelov, Roni\/Nielsen, Lars (2015): „Still Not Cheap: Portfolio Protection in Calm Markets“ (2015); In: The Journal of Portfolio Management; Vol. 41; No. 4; Summer 2015<\/p>\n

Israelov, Roni\/Nielsen, Lars\/Villalon, Daniel (2017): „Embracing Downside Risk“; In: The Journal of Alternative Investments; Vol. 19; Issue 3; Winter 2017<\/p>\n

Lei, Adam\/Huihua Lib (2009): „The value of stop loss strategies“; In: Financial Services Review; Vol. 18; 2009<\/p>\n

Lo, Andrew\/Remorov, Alexander (2017): „Stop-loss strategies with serial correlation, regime switching, and transaction costs“; In: Journal of Financial Markets; Vol. 34; 2017<\/p>\n

McQuinn, Nicholas\/Thapar, Ashwin\/Villalon, Daniel (2020): „Portfolio Protection? It’s a Long (Term) Story…“; Working Paper; 2020; Internet-Fundstelle: https:\/\/www.aqr.com\/Insights\/Research\/Journal-Article\/Portfolio-Protection-Its-a-Long-Term-Story<\/p>\n

Shepard, Peter\/Burke, John (2020): „Did hedging tail risk pay off?“; MSCI; Working Paper April 2020; Internet-Fundstelle: https:\/\/www.msci.com\/www\/blog-posts\/did-hedging-tail-risk-pay-off-\/01784814215<\/p>\n

Standard Life (ohne Autor) (2017): „Garantien in der langfristigen Anlage sind zu teuer, meist unverst\u00e4ndlich und nutzlos“; Pressemitteilung; Standard Life Deutschland; 15.02.2017<\/p>\n

Thatcher, Gearhart\/Lyman, Ames\/Trivedi, Neelay\/Vasilachi, Igor (2021): „The Efficacy & Cost of Hedging with Options \u2013 The Price of a Good Night’s Sleep“; Working Paper; 27.09.2021; Internet-Fundstelle: https:\/\/verdadcap.com\/archive\/the-efficacy-amp-cost-of-hedging-with-options<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"

In diesem Blog-Beitrag befassen wir uns mit dem umstrittenen Thema Downside Hedging von Aktienportfolios.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":7129,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[48,27],"class_list":["post-7119","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktives-investieren","tag-krise","tag-market-timing"],"yoast_head":"\nDownside Hedging \u2013 der heilige Gral des Investierens?<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"In diesem Blog-Beitrag befassen wir uns mit dem umstrittenen Thema Downside Hedging (Downside Protection) von Aktienportfolios.\" \/>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/gerd-kommer.de\/blog\/downside-hedging\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Downside Hedging \u2013 der heilige Gral des Investierens?\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"In diesem Blog-Beitrag befassen wir uns mit dem umstrittenen Thema Downside Hedging (Downside Protection) von Aktienportfolios.\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/gerd-kommer.de\/blog\/downside-hedging\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Gerd Kommer\" \/>\n<meta property=\"article:publisher\" content=\"https:\/\/www.facebook.com\/gkommer\/\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2022-07-07T22:00:58+00:00\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2026-05-27T13:19:18+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/gerd-kommer.de\/medien\/bb-downside-hedging.jpg\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"1200\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"800\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/jpeg\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"Gerd Kommer\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Verfasst von\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"Gerd Kommer\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"19\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"Article\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/gerd-kommer.de\\\/blog\\\/downside-hedging\\\/#article\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/gerd-kommer.de\\\/blog\\\/downside-hedging\\\/\"},\"author\":{\"name\":\"Gerd Kommer\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/gerd-kommer.de\\\/#\\\/schema\\\/person\\\/a1ea5059926aae03fce3a1b701bd42b5\"},\"headline\":\"Downside Hedging \u2013 der heilige Gral des Investierens?\",\"datePublished\":\"2022-07-07T22:00:58+00:00\",\"dateModified\":\"2026-05-27T13:19:18+00:00\",\"mainEntityOfPage\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/gerd-kommer.de\\\/blog\\\/downside-hedging\\\/\"},\"wordCount\":3226,\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/gerd-kommer.de\\\/#organization\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/gerd-kommer.de\\\/blog\\\/downside-hedging\\\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\\\/\\\/gerd-kommer.de\\\/medien\\\/bb-downside-hedging.jpg\",\"keywords\":[\"Krise\",\"Market Timing\"],\"articleSection\":[\"Aktives Investieren\"],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/gerd-kommer.de\\\/blog\\\/downside-hedging\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/gerd-kommer.de\\\/blog\\\/downside-hedging\\\/\",\"name\":\"Downside Hedging \u2013 der heilige Gral des Investierens?\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/gerd-kommer.de\\\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/gerd-kommer.de\\\/blog\\\/downside-hedging\\\/#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/gerd-kommer.de\\\/blog\\\/downside-hedging\\\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\\\/\\\/gerd-kommer.de\\\/medien\\\/bb-downside-hedging.jpg\",\"datePublished\":\"2022-07-07T22:00:58+00:00\",\"dateModified\":\"2026-05-27T13:19:18+00:00\",\"description\":\"In diesem Blog-Beitrag befassen wir uns mit dem umstrittenen Thema Downside Hedging (Downside Protection) von Aktienportfolios.\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/gerd-kommer.de\\\/blog\\\/downside-hedging\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/gerd-kommer.de\\\/blog\\\/downside-hedging\\\/\"]}]},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/gerd-kommer.de\\\/blog\\\/downside-hedging\\\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\\\/\\\/gerd-kommer.de\\\/medien\\\/bb-downside-hedging.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/gerd-kommer.de\\\/medien\\\/bb-downside-hedging.jpg\",\"width\":1200,\"height\":800,\"caption\":\"Frau mit gelber Regenjacke und rotem Regenschirm blickt skeptisch, vor orangem Hintergrund.\"},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/gerd-kommer.de\\\/blog\\\/downside-hedging\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Home\",\"item\":\"https:\\\/\\\/gerd-kommer.de\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Downside Hedging \u2013 der heilige Gral des Investierens?\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/gerd-kommer.de\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/gerd-kommer.de\\\/\",\"name\":\"Gerd Kommer\",\"description\":\"souver\u00e4n investieren mit ETFs\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/gerd-kommer.de\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/gerd-kommer.de\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/gerd-kommer.de\\\/#organization\",\"name\":\"Gerd Kommer Invest\",\"url\":\"https:\\\/\\\/gerd-kommer.de\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/gerd-kommer.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/gerd-kommer.de\\\/medien\\\/gk-logo.png\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/gerd-kommer.de\\\/medien\\\/gk-logo.png\",\"width\":2718,\"height\":1030,\"caption\":\"Gerd Kommer Invest\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/gerd-kommer.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"},\"sameAs\":[\"https:\\\/\\\/www.facebook.com\\\/gkommer\\\/\",\"https:\\\/\\\/www.linkedin.com\\\/in\\\/gerd-kommer-6543158\\\/\",\"https:\\\/\\\/www.youtube.com\\\/c\\\/GerdKommer\",\"https:\\\/\\\/de.wikipedia.org\\\/wiki\\\/Gerd_Kommer\"]},{\"@type\":\"Person\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/gerd-kommer.de\\\/#\\\/schema\\\/person\\\/a1ea5059926aae03fce3a1b701bd42b5\",\"name\":\"Gerd Kommer\",\"image\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/secure.gravatar.com\\\/avatar\\\/ccb710f91a365f94ff3573db5741b4d95541afecab61eb01f7687487eba2b8d5?s=96&d=mm&r=g\",\"url\":\"https:\\\/\\\/secure.gravatar.com\\\/avatar\\\/ccb710f91a365f94ff3573db5741b4d95541afecab61eb01f7687487eba2b8d5?s=96&d=mm&r=g\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/secure.gravatar.com\\\/avatar\\\/ccb710f91a365f94ff3573db5741b4d95541afecab61eb01f7687487eba2b8d5?s=96&d=mm&r=g\",\"caption\":\"Gerd Kommer\"}}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO Premium plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Downside Hedging \u2013 der heilige Gral des Investierens?","description":"In diesem Blog-Beitrag befassen wir uns mit dem umstrittenen Thema Downside Hedging (Downside Protection) von Aktienportfolios.","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/gerd-kommer.de\/blog\/downside-hedging\/","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Downside Hedging \u2013 der heilige Gral des Investierens?","og_description":"In diesem Blog-Beitrag befassen wir uns mit dem umstrittenen Thema Downside Hedging (Downside Protection) von Aktienportfolios.","og_url":"https:\/\/gerd-kommer.de\/blog\/downside-hedging\/","og_site_name":"Gerd Kommer","article_publisher":"https:\/\/www.facebook.com\/gkommer\/","article_published_time":"2022-07-07T22:00:58+00:00","article_modified_time":"2026-05-27T13:19:18+00:00","og_image":[{"width":1200,"height":800,"url":"https:\/\/gerd-kommer.de\/medien\/bb-downside-hedging.jpg","type":"image\/jpeg"}],"author":"Gerd Kommer","twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Verfasst von":"Gerd Kommer","Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"19\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"Article","@id":"https:\/\/gerd-kommer.de\/blog\/downside-hedging\/#article","isPartOf":{"@id":"https:\/\/gerd-kommer.de\/blog\/downside-hedging\/"},"author":{"name":"Gerd Kommer","@id":"https:\/\/gerd-kommer.de\/#\/schema\/person\/a1ea5059926aae03fce3a1b701bd42b5"},"headline":"Downside Hedging \u2013 der heilige Gral des Investierens?","datePublished":"2022-07-07T22:00:58+00:00","dateModified":"2026-05-27T13:19:18+00:00","mainEntityOfPage":{"@id":"https:\/\/gerd-kommer.de\/blog\/downside-hedging\/"},"wordCount":3226,"publisher":{"@id":"https:\/\/gerd-kommer.de\/#organization"},"image":{"@id":"https:\/\/gerd-kommer.de\/blog\/downside-hedging\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/gerd-kommer.de\/medien\/bb-downside-hedging.jpg","keywords":["Krise","Market Timing"],"articleSection":["Aktives Investieren"],"inLanguage":"de"},{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/gerd-kommer.de\/blog\/downside-hedging\/","url":"https:\/\/gerd-kommer.de\/blog\/downside-hedging\/","name":"Downside Hedging \u2013 der heilige Gral des Investierens?","isPartOf":{"@id":"https:\/\/gerd-kommer.de\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/gerd-kommer.de\/blog\/downside-hedging\/#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/gerd-kommer.de\/blog\/downside-hedging\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/gerd-kommer.de\/medien\/bb-downside-hedging.jpg","datePublished":"2022-07-07T22:00:58+00:00","dateModified":"2026-05-27T13:19:18+00:00","description":"In diesem Blog-Beitrag befassen wir uns mit dem umstrittenen Thema Downside Hedging (Downside Protection) von Aktienportfolios.","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/gerd-kommer.de\/blog\/downside-hedging\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/gerd-kommer.de\/blog\/downside-hedging\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/gerd-kommer.de\/blog\/downside-hedging\/#primaryimage","url":"https:\/\/gerd-kommer.de\/medien\/bb-downside-hedging.jpg","contentUrl":"https:\/\/gerd-kommer.de\/medien\/bb-downside-hedging.jpg","width":1200,"height":800,"caption":"Frau mit gelber Regenjacke und rotem Regenschirm blickt skeptisch, vor orangem Hintergrund."},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/gerd-kommer.de\/blog\/downside-hedging\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Home","item":"https:\/\/gerd-kommer.de\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Downside Hedging \u2013 der heilige Gral des Investierens?"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/gerd-kommer.de\/#website","url":"https:\/\/gerd-kommer.de\/","name":"Gerd Kommer","description":"souver\u00e4n investieren mit ETFs","publisher":{"@id":"https:\/\/gerd-kommer.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/gerd-kommer.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/gerd-kommer.de\/#organization","name":"Gerd Kommer Invest","url":"https:\/\/gerd-kommer.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/gerd-kommer.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/gerd-kommer.de\/medien\/gk-logo.png","contentUrl":"https:\/\/gerd-kommer.de\/medien\/gk-logo.png","width":2718,"height":1030,"caption":"Gerd Kommer Invest"},"image":{"@id":"https:\/\/gerd-kommer.de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/www.facebook.com\/gkommer\/","https:\/\/www.linkedin.com\/in\/gerd-kommer-6543158\/","https:\/\/www.youtube.com\/c\/GerdKommer","https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gerd_Kommer"]},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/gerd-kommer.de\/#\/schema\/person\/a1ea5059926aae03fce3a1b701bd42b5","name":"Gerd Kommer","image":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/ccb710f91a365f94ff3573db5741b4d95541afecab61eb01f7687487eba2b8d5?s=96&d=mm&r=g","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/ccb710f91a365f94ff3573db5741b4d95541afecab61eb01f7687487eba2b8d5?s=96&d=mm&r=g","contentUrl":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/ccb710f91a365f94ff3573db5741b4d95541afecab61eb01f7687487eba2b8d5?s=96&d=mm&r=g","caption":"Gerd Kommer"}}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gerd-kommer.de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7119","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/gerd-kommer.de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gerd-kommer.de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gerd-kommer.de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gerd-kommer.de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7119"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/gerd-kommer.de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7119\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":24080,"href":"https:\/\/gerd-kommer.de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7119\/revisions\/24080"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gerd-kommer.de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7129"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gerd-kommer.de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7119"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gerd-kommer.de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7119"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gerd-kommer.de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7119"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}

Endnoten<\/strong><\/span><\/h2>\n

[1]<\/strong> Bei Garantiefonds mit begrenzter Laufzeit gibt es einen Mindest-R\u00fcckzahlungsbetrag am Laufzeitende, bei Garantiefonds ohne begrenzte Laufzeit einen Mindest-R\u00fcckzahlungsbetrag an periodisch wiederkehrenden Stichtagen.<\/p>\n

[2]<\/strong> Derivate auf Volatilit\u00e4t: Solche Anlageprodukte nehmen im Wert zu, wenn die Volatilit\u00e4t (Kursschwankungen) im Aktienmarkt steigt, z. B. Zertifikate auf den S&P-500-VIX-Volatiltit\u00e4tsindex. Ein starker Markteinbruch bringt typischerweise einen Anstieg der Volatilit\u00e4t mit sich.<\/p>\n

[3]<\/strong> Mit einer Stop Loss Order kann man eine Bank zum automatischen Verkauf eines Investments beauftragen, sobald der Kurs unter das vom Anleger vorgegebene Kurslimit gefallen ist. Stop Loss Orders f\u00e4chern sich auf in konventionelle Stop Loss Orders, Trailling Stop Loss Orders und Stop Loss Limit Orders.<\/p>\n

[4]<\/strong> Bei Leerverk\u00e4ufen profitiert der Leerverk\u00e4ufer von fallenden Preisen (Kursen) des leerverkauften Investments.<\/p>\n

[5]<\/strong> Operatives Risiko ist das Risiko von Sch\u00e4den in der praktischen<\/em> Implementierung (Umsetzung) einer Anlagestrategie. Operatives Risiko hat nichts zu tun mit Investmentrisiko, z. B. in Gestalt von Marktschwankungen. Jeder, der in Eigenregie investiert, tr\u00e4gt Investmentrisiko und<\/em> operatives Risiko. Wer Investieren an einen Dritten delegiert, tr\u00e4gt normalerweise nur Investmentrisiko.<\/p>\n

[6]<\/strong> Da es im Prinzip so viele Varianten der konkreten Umsetzung von DH gibt, wie Anleger DH betreiben, halten wir es f\u00fcr die Zwecke dieses Blog-Beitrages wenig hilfreich konkrete Zahlen zu nennen. Den meisten Zahlenbeispielen w\u00e4re gemeinsam, dass sie zu einer Unterrendite einer vergleichbaren Buy-and-Hold-Anlage f\u00fchren, vorausgesetzt der ausgewertete Zeitraum \u00fcberschreitet f\u00fcnf bis sieben Jahre. F\u00fcr k\u00fcrzere Zeitr\u00e4ume sind die Aussagen weniger eindeutig. Wer das an einem einfachen Beispiel selbst nachpr\u00fcfen will, m\u00f6ge einfach die absolute Rendite und ggf. die Sharpe Ratio eines einfachen Garantiezertifikats mit z. B. 90% Kapitalschutz (maximale Downside 10%) mit einem entsprechenden ETF ohne Downside Protection vergleichen.<\/p>\n

[7]<\/strong> Eine Put-Option ist das Recht ein Wertpapier w\u00e4hrend eines bestimmten Zeitraums oder an einem bestimmten Zeitpunkt zu einem festgelegten Preis (Strike Price) an den Aussteller der Option zu verkaufen. Die Option wird f\u00fcr den Optionsinhaber zum lohnenden Gesch\u00e4ft, wenn der Marktpreis des Wertpapiers ausreichend tief unter den Strike Price f\u00e4llt und \u2013 das ist wichtig \u2013 der Anleger die Option dann aus\u00fcbt bzw. \u00fcberhaupt aus\u00fcben darf (manche Optionen d\u00fcrfen vom Halter nur am Laufzeitende ausge\u00fcbt werden). Kommt es nicht zur Aus\u00fcbung, verf\u00e4llt die Option und wird f\u00fcr den Halter damit zum Verlustgesch\u00e4ft.<\/p>\n

[9]<\/strong> „Ausverkauf“ ist in solchen \u00dcberschriften oder Aussagen stets eine L\u00fcge, da er gar nicht stattfinden kann, egal, um welchen Finanzmarkt es sich handelt. Siehe hier<\/a>.<\/p>\n

[10]<\/strong> Maximaler Drawdown: Der maximale kumulative („aufgelaufene“) (Buch-)Verlust w\u00e4hrend eines bestimmten historischen Zeitraums.<\/p>\n

[11]<\/strong> Anders als viele glauben ist auch der 1929er Crash hiervon keine Ausnahme. Der damalige Maximum Drawdown wird in den Finanzmedien regelm\u00e4\u00dfig falsch zu hoch dargestellt \u2013 siehe hier<\/a>.<\/p>\n

[12] <\/strong>High Quality -Anleihen-ETFs: Bei relativ kleinen Depots w\u00fcrde auch ein Tagesgeldguthaben gehen, soweit die risikofreie Anlage 100.000 Euro nicht \u00fcberschreitet, den effektiv vom Staat im Rahmen der gesetzlichen Einlagensicherung garantierten Betrag pro Bank-Kunde-Kombination.<\/p>\n

\u00a0<\/strong><\/p>\n