{"id":6028,"date":"2021-08-06T00:00:00","date_gmt":"2021-08-05T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gerd-kommer-invest.de\/?p=6028"},"modified":"2025-09-05T14:24:58","modified_gmt":"2025-09-05T12:24:58","slug":"beten-fuer-den-crash","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerd-kommer.de\/blog\/beten-fuer-den-crash\/","title":{"rendered":"Warum junge Anleger f\u00fcr den Crash beten sollten"},"content":{"rendered":"
Von Daniel Ganowski<\/a>\u00a0und\u00a0Gerd Kommer<\/a>\u00a0\u00a0<\/em><\/p>\n Vom renommierten amerikanischen Finanzmarktforscher William Bernstein stammt das B\u00f6rsen-Bonmot „If you are a twenty-something, just beginning to save, then get down on your knees and pray for a market crash“ \u2013 wenn Sie um die 20 sind und gerade begonnen haben zu sparen, dann fallen Sie auf die Knie und beten Sie f\u00fcr einen [Aktien]markt-Crash.<\/p>\n Vergegenw\u00e4rtigt man sich, wie hysterisch und alarmistisch die Finanzbranche, die Medien und die meisten Internet-Blogger uns jede Woche neu vor den Gefahren eines Aktienmarkteinbruchs warnen, dann erscheint das Statement von Bernstein bizarr und unseri\u00f6s.\u00a0<\/span><\/p>\n In diesem Blog-Beitrag rechnen wir nach, ob Bernstein mit seiner kuriosen Aussage Recht hat.<\/p>\n Eine Kl\u00e4rung vorweg: Dass ein noch gar nicht<\/i> investierter Anleger rein rechnerisch von einem Aktienmarkteinbruch profitiert, darum geht es in diesem Blog-Beitrag nicht. Es geht um bereits investierte Anleger.<\/p>\n Das Hauptergebnis unserer Berechnungen nehmen wir gerne vorweg: Ja, Bernstein hat Recht. Es l\u00e4sst sich quantitativ zeigen, dass ein Aktienmarkt-Crash junge Anleger unter realistischen Bedingungen beg\u00fcnstigt, sofern die Anleger richtig vorgehen. Dieses richtige Vorgehen ist weder komplex, noch erfordert es Zugang zu speziellen Informationen, schon gar nicht zum Pseudowissen der „Crash-Propheten“<\/span><\/a>. Was es erfordert, sind Disziplin und ein wenig kluge Demut.<\/p>\n Man kann sogar noch einen Schritt weitergehen: Um einen finanziellen Vorteil aus einem Crash zu ziehen, muss man nicht einmal j\u00fcnger als 30 Jahre alt sein, wie es das Bernstein-Zitat suggeriert.\u00a0Der Crash-Ausnutzungsvorteil existiert auch f\u00fcr \u00e4ltere Anleger.<\/p>\n Den sachlogischen Hintergrund daf\u00fcr und die zahlenm\u00e4\u00dfigen Effekte werden wir in diesem Blog-Beitrag erl\u00e4utern.<\/p>\n Wir beginnen mit einer Beschreibung der Annahmen, die unserer rechnerischen \u00dcberpr\u00fcfung von Bernsteins „Crash-w\u00fcnschen-These“ zugrunde liegen.<\/p>\n Wir unterstellen einen Anlagezeitraum von 35 Jahren. Das ist salopp gesagt „ein Anlegerleben“ oder „eine Anlegergeneration“. W\u00e4hrend dieses Anlegerlebens produziert das hier zugrunde gelegte Investment in Gestalt des globalen Aktienmarkts eine Rendite von 8,0% p.a. Dieser Wert entspricht ungef\u00e4hr der tats\u00e4chlichen nominalen Rendite des MSCI World-Index in den 35 Jahren von 1986 bis 2020 \u2013 in Euro, vor Kosten und Steuern. Mit einem Indexfonds auf Buy-and-Hold-Basis h\u00e4tte ein Privatanleger besagte 8% j\u00e4hrlich \u00fcber diese dreieinhalb Jahrzehnte hinweg vereinnahmen k\u00f6nnen. (Auf die Ber\u00fccksichtigung von Kosten und Steuern verzichten wir der Einfachheit halber, weil dieser Verzicht f\u00fcr das grunds\u00e4tzliche Ergebnis unerheblich ist.)<\/p>\n Ferner unterstellen wir, dass eine hypothetische Anlegerin, die wir Hanna nennen, in diesen 35 Jahren einen<\/i> schweren Aktienmarkteinbruch von minus 60% in einem einzelnen Jahr erleben muss. Wir gehen mit dem Wert von minus 60% bewusst \u00fcber das Ausma\u00df hinaus, das die meisten heftigen Aktienmarkteinbr\u00fcche in den letzten 120 Jahren hatten. (H\u00e4tten wir diesen 60%-Einbruch auf zwei oder drei Jahre verteilt, w\u00fcrde das die weiter unten dargestellten Ergebnisse nicht grunds\u00e4tzlich ver\u00e4ndern.)<\/p>\n \u00dcber den gesamten 35-Jahreszeitraum unterstellen wir eine Durchschnittsrendite im Markt von \u2013 wie erw\u00e4hnt \u2013 8% p.a. Die vollst\u00e4ndige Markterholung nach dem Crash dauert angenommene vier Jahre. Diese Annahme ist vermutlich realistisch. Wenn man die zehn schwersten globalen Aktienmarkteinbr\u00fcche in den vergangenen 120 Jahren betrachtet, d\u00fcrften vier Jahre n\u00e4herungsweise dem Mittelwert f\u00fcr die Dauer der Erholungsphase entsprechen. Welchen Einfluss eine langsamere (l\u00e4nger dauernde) Erholungsphase h\u00e4tte, zeigen wir weiter unten auch.<\/p>\n Logischerweise muss die Durchschnittsrendite \u00fcber die vier Erholungsjahre hinweg merklich oberhalb von 8,0% liegen, damit wir \u00fcber die gesamten 35 Jahre zum Mittelwert von 8,0% p.a. gelangen. Ein Zahlenbeispiel zur Illustration: Nach einem Crash von 60% muss die „Erholungsrendite“ \u00fcber die vier nachfolgenden Jahre im Mittel 38,4% p.a. betragen, um \u00fcber die gesamten f\u00fcnf Jahre auf eine Durchschnittsrendite von 8,0% zu gelangen. In allen Nicht-Crash- und Nicht-Erholungsjahren betr\u00e4gt die Jahresrendite annahmegem\u00e4\u00df konstant 8,0%.<\/p>\n Hanna investiert im ersten der 35 Jahre 1.000 Euro pro Jahr. Dieser j\u00e4hrliche Sparbetrag nimmt in den folgenden 34 Jahren gleichf\u00f6rmig um 4,0% p.a. zu, steigt im zweiten Jahr also auf 1.040 Euro. Warum 4,0%? Weil wir annehmen, dass auch Hannas Einkommen in diesen 35 Jahren j\u00e4hrlich um 4,0% steigt. Allzu willk\u00fcrlich ist diese Annahme nicht. In den 50 Jahren von 1971 bis 2020 wuchsen die nominalen Nettostundenl\u00f6hne in Deutschland nominal um etwa diesen Prozentsatz. Im realen Leben k\u00f6nnte Hanna ihre Sparquote vermutlich \u00fcber ihren prozentualen Einkommenszuwachs hinaus erh\u00f6hen und trotzdem w\u00fcrde ihr Lebensstandard von Jahr zu Jahr zunehmen. Die spezifische Anstiegsrate ihres j\u00e4hrlichen Sparbetrages hat allerdings keinen Einfluss auf das grunds\u00e4tzliche Ergebnis unserer Simulation.<\/p>\n Nun untersuchen wir, welchen Einfluss der genaue Zeitpunkt unseres angenommenen 60%-Crashs auf das Endverm\u00f6gen von Hanna hat. Besonders interessiert uns, wie sich ein fr\u00fcher versus ein sp\u00e4ter Crash innerhalb der 35 Jahre auf das erreichte Endverm\u00f6gen auswirkt. Denn schlie\u00dflich legte Bernstein in seiner Aussage ja die Betonung auf das Crash-Herbeiw\u00fcnschen „jetzt“ und zwar von jungen Anlegern, die definitionsgem\u00e4\u00df noch eine lange Investmentphase vor sich haben.<\/p>\n Tabelle 1: Illustration der Auswirkung des Zeitpunkts eines einzelnen Crashs von 60% zu unterschiedlichen Zeitpunkten innerhalb eines Gesamtzeitraums von 35 Jahren mit anschlie\u00dfender Erholungsphase von vier<\/u> Jahren sowie Referenzszenario ohne Crash\u00a0 <\/strong><\/p>\n \u25ba Alle Zahlen gerundet. \u25ba [1] Die aufsummierten Einzahlungen in den 35 Jahren betragen knapp 74.000 Euro. \u25ba [2] Rendite gemessen als interner Zinsfu\u00df aller Einzahlungen und des Verm\u00f6gensendwertes. \u25ba [3] Das Jahr 31 ist das sp\u00e4teste Jahr, in dem noch eine vollst\u00e4ndige Erholung \u00fcber definitionsgem\u00e4\u00df vier Jahre erfolgen kann \u2013 siehe die im laufenden Text ausformulierten Annahmen.<\/span><\/p>\n Was sind die Hauptschlussfolgerungen aus den Berechnungen, die in Tabelle 1 zusammengefasst werden?<\/p>\n In allen vier hier gezeigten Crash-Szenarien, auch in den beiden Szenarien mit einem Crash in der zweiten H\u00e4lfte der 35 Jahre, ist das Endverm\u00f6gen und damit auch die durchschnittliche Rendite \u00fcber den 35-j\u00e4hrigen Gesamtzeitraum h\u00f6her als im Referenzszenario ohne Crash (Szenario X in der Spalte ganz rechts). Mancher Leser wird sich die Augen reiben und fragen „Wie ist das m\u00f6glich? M\u00fcssten Endverm\u00f6gen und Rendite im Falle eines Crashs nicht schlechter sein als ohne Crash?“ Oder: „Kann die Rendite nicht bestenfalls gleich hoch wie im Nicht-Crash-Szenario sein?“<\/p>\n Die Erkl\u00e4rung f\u00fcr dieses kontraintuitive Ergebnis liegt im so genannten „Renditereihenfolgerisiko“, neudeutsch „Sequence of Returns Risk“.\u00a0<\/span><\/p>\n Zun\u00e4chst ein wenig Theorie: Bei der Errechnung des Verm\u00f6gensendwertes eines einmaligen, anf\u00e4nglichen Investments (wie auch bei der Durchschnittsrendite) \u00fcber einen Gesamtzeitraum von beispielsweise 10, 20 oder 35 Jahren spielt die Reihenfolge der einzelnen Jahresrenditen keine Rolle. Das hei\u00dft, man kann die positiven und negativen Jahresrenditen in den einzelnen Jahren innerhalb des Gesamtzeitraums beliebig gegeneinander vertauschen \u2013 es resultiert stets die gleiche Durchschnittsrendite und der gleiche Verm\u00f6gensendwert. Es gilt das „Vertauschungsgesetz“, das wir im Mathematikunterricht kennengelernt haben (anwendbar auf Multiplikation und Addition, aber nicht auf Division und Subtraktion). Bei einem einmaligen, anf\u00e4nglichen Investment besteht somit kein Renditereihenfolgerisiko.<\/p>\n Anders verh\u00e4lt es sich in einem Portfolio, bei dem es im Zeitablauf Zufl\u00fcsse oder Entnahmen gibt \u2013 so wie im Fall von Hanna und so wie bei wohl 95% aller Privatanlegerhaushalte \u00fcber einen hinreichend langen Zeitraum und nahezu sicher w\u00e4hrend eines 35-Jahreszeitraums. Sobald nennenswerte Zufl\u00fcsse oder Entnahmen (Cash Inflows oder Cash Outflows) stattfinden, gilt das Vertauschungsgesetz f\u00fcr die Jahresrenditen nicht mehr. Bei einer gegebenen j\u00e4hrlichen Durchschnittsrendite im Gesamtzeitraum, mathematisch ausgedr\u00fcckt als arithmetischer oder geometrischer Durchschnitt, hat die spezifische Reihenfolge der einzelnen Jahresrenditen einen gro\u00dfen Einfluss auf die H\u00f6he des Endverm\u00f6gens und die Durchschnittsrendite im Sinne des internen Zinsfu\u00dfes des Anlegers (der interne Zinsfu\u00df ist im Allgemeinen die aussagekr\u00e4ftigste Renditemesszahl). Es spielt mithin eine Rolle, wann genau die guten und wann die schlechten Renditejahre innerhalb des Gesamtzeitraums auftreten und wieviel Geld zum jeweiligen Zeitpunkt investiert war.<\/p>\n Als Faustregel kann man sagen:\u00a0<\/span><\/p>\n (a) Bei einem Portfolio, in das Zufl\u00fcsse stattfinden (ein Portfolio in der Verm\u00f6gensaufbauphase, wie bei Hanna) sollten die schlechten Jahresrenditen idealerweise am Anfang auftreten und die guten am Ende. Hauptgrund: Am Anfang ist noch nicht so viel Geld investiert (mehr dazu weiter unten).\u00a0<\/span><\/p>\n (b) Bei einem Portfolio in der Entnahmephase (der Verm\u00f6gensnutzung oder -verbrauch) sollten die schlechten Jahresrenditen idealerweise am Ende auftreten und die guten am Anfang. Grund: Am Anfang ist viel Geld investiert, am Ende aufgrund der Entnahmen weniger.<\/p>\n Zur\u00fcck zu Hannas Portfolio: Im Szenario A (Crash im Jahr 1) ist das Endverm\u00f6gen deswegen h\u00f6her als im Szenario X (kein Crash), weil sich der Crash hier unter allen gezeigten Szenarios auf den kleinstm\u00f6glichen bereits investierten Geldbetrag auswirkt. Die insgesamt h\u00f6heren Jahresrenditen (die die minus 60%-Jahresrendite sp\u00e4ter wieder ausgleichen) wirken sich auf h\u00f6here periodisch investierte Cash Inflows (Sparleistungen) aus, denn Hannas j\u00e4hrliche Sparleistung nimmt ja im Zeitablauf zu. Ferner haben die im Durchschnitt h\u00f6heren Renditen nach dem Crash umso mehr Zeit, sich auf das bereits investierte Verm\u00f6gen auszuwirken, je fr\u00fcher der Crash stattfindet. So kann der Zinseszinseffekt sein gutes Werk besser tun.<\/p>\n Und das ebenso \u00fcberraschende wie erfreuliche ist, dass dieser Effekt sogar dann noch zu einem h\u00f6heren Endverm\u00f6gen f\u00fchrt, wenn der Crash recht sp\u00e4t stattfindet, im Extremfall erst im Jahr 31. Bernstein untertreibt den positiven Effekt eines Crashs f\u00fcr Portfolios in der Verm\u00f6gensaufbauphase, wenn er sagt, dass dieser Nutzen nur f\u00fcr junge Anleger mit langem Restanlagehorizont gelte.<\/p>\n Man kann also schlussfolgern, dass fast alle Haushalte in der Portfolioaufbauphase f\u00fcr einen baldigen Crash beten sollten, nicht nur die jungen. Vorausgesetzt, die betreffenden Anleger sind in der Portfolioaufbauphase (so wie hier definiert) und vorausgesetzt, es sind noch mindestens vier, f\u00fcnf Jahre, bis erstmalig Entnahmen aus dem Portfolio stattfinden.<\/p>\n W\u00fcrde der Crash in Hannas Welt allerdings im Jahr 32 (von 35 Jahren) oder noch sp\u00e4ter stattfinden und mithin keine vollst\u00e4ndige Erholung in den von uns vorgegebenen vier Jahren bis zum Messzeitpunkt am Ende von Jahr 35 mehr stattfinden k\u00f6nnen, dann l\u00e4gen der Verm\u00f6gensendwert und der interne Zinsfu\u00df nat\u00fcrlich unterhalb der Werte f\u00fcr Szenario X (kein Crash), und zwar umso mehr, je sp\u00e4ter der Crash auftritt. Allerdings: Selbst bei einem 60%-Einbruch im allerletzten Jahr (Jahr 35) betr\u00fcge der interne Zinsfu\u00df noch 2,6% p.a. Das ist sehr wahrscheinlich oberhalb dessen, was ein Sparbuchanleger ohne Crash in diesen 35 Jahren erzielt h\u00e4tte. (Der Sparbuchanleger h\u00e4tte jedoch fast keine Volatilit\u00e4t gehabt.)<\/p>\n Unsere Berechnungen haben noch ein anderes interessantes Ergebnis zu Tage gef\u00f6rdert:<\/p>\n Unterstellt man, dass die Nach-Crash-Erholungsphase nicht vier Jahre dauert, wie in unserer oben beschriebenen ersten Simulation, sondern l\u00e4nger, dann wird der positive Endverm\u00f6genseffekt eines Crashs sogar noch st\u00e4rker. Einige Zahlen zur Illustration:<\/p>\n Wir wiederholen die oben beschriebenen Berechnungen f\u00fcr Klara. In ihrer Welt ist alles genauso wie bei Hanna mit der einen Ausnahme, dass die Nach-Crash-Erholung sich bei Klara nicht \u00fcber vier Jahre hinzieht, sondern \u00fcber qu\u00e4lend lange sieben Jahre.\u00a0<\/span><\/p>\n Tabelle 2: Illustration der Auswirkung des Zeitpunkts eines einzelnen Crashs von 60% zu unterschiedlichen Zeitpunkten innerhalb eines Gesamtzeitraums von 35 Jahren mit anschlie\u00dfender Erholungsphase von <\/b>sieben<\/b><\/span> Jahren sowie Referenzszenario ohne Crash<\/b><\/p>\n \u25ba <\/span>Alle Zahlen gerundet. \u25ba <\/span>[1] Die aufsummierten Einzahlungen in den 35 Jahren betragen knapp 74.000 Euro. \u25ba <\/span>[2] Rendite gemessen als interner Zinsfu\u00df aller Einzahlungen und des Verm\u00f6gensendwertes. \u25ba <\/span>[3] Das Jahr 28 ist das sp\u00e4teste Jahr, in dem noch eine vollst\u00e4ndige Erholung \u00fcber definitionsgem\u00e4\u00df sieben Jahre erfolgen kann \u2013 siehe die im laufenden Text ausformulierten Annahmen.<\/span><\/p>\n Unsere modifizierte Berechnung mit langsamerer Erholung nach dem Crash, f\u00fchrt in Tabelle 2 f\u00fcr die Szenarien A bis D zu noch besseren Ergebnissen als in der Hanna-Welt (Tabelle 1). Das ist insofern beachtlich, als ja sehr viele selbst ernannte Experten nicht nur vor einem Crash bestimmten Ausma\u00dfes warnen und diesen letztlich als das schrecklichste aller Investment\u00fcbel darstellen, sondern auch davor, dass die Erholung besonders lange dauern k\u00f6nnte \u2013 nicht nur rund viereinhalb Jahre wie nach der Gro\u00dfen Finanzkrise (die Ende 2007 einsetzte) oder weniger als ein Jahr wie im Corona-Crash (der Mitte Februar 2020 begann).<\/p>\n Was wir hier nicht in einer eigenen Tabelle zeigen: Unter sonst gleichen Umst\u00e4nden hat ein st\u00e4rkerer Crash eine vorteilhaftere<\/i> Auswirkung auf den Verm\u00f6gensendwert als ein schw\u00e4cherer Crash. Auch das darf man wohl als eine erfreuliche Nachricht interpretieren.<\/p>\n <\/p>\n William Bernstein hat Recht. Anleger in der Verm\u00f6gensaufbauphase \u2013 nicht nur „junge“ Anleger in der Verm\u00f6gensaufbauphase \u2013 sollten von ihrem Sch\u00f6pfer einen baldigen, m\u00f6glichst schweren Crash erbitten, auf den eine besonders langsame Erholungsphase folgt. Dieser Crash wird ihnen finanziell n\u00fctzen. Je fr\u00fcher der Absturz stattfindet, desto gr\u00f6\u00dfer ist der finanzielle Vorteil relativ zu einem Nicht-Crash-Szenario.<\/p>\n All das, was hier dargestellt wurde, gilt jedoch nur f\u00fcr passive Anleger mit einem weltweit breit diversifizierten Aktienportfolio auf Buy-and-Hold-Basis in der Portfolio- und Verm\u00f6gensaufbauphase. Solche Anleger k\u00f6nnen sich absolut sicher sein, dass ihr Portfolio nach jedem Einbruch wieder zur\u00fcckkommt und fr\u00fcher oder sp\u00e4ter das Vor-Crash-Niveau \u00fcbersteigen wird.\u00a0<\/span><\/p>\n Zwei weitere wichtige Voraussetzungen f\u00fcr die G\u00fcltigkeit und Anwendbarkeit der hier formulierten Einsichten sind, dass der Anleger in einem Crash, der schon „morgen“ beginnen k\u00f6nnte, erstens noch mindestens f\u00fcnf Jahre Zeit hat, bevor Mittel aus dem Depot entnommen werden. Zweitens muss der Anleger seine regelm\u00e4\u00dfigen Sparleistungen im Crash \u2013 wenn sich die deprimierenden negativen Monats- und Jahresrenditen einstellen \u2013 planm\u00e4\u00dfig und diszipliniert weiterf\u00fchren, idealerweise sogar noch erh\u00f6hen, auch dann, wenn diese schmerzhafte Abschwungphase weit l\u00e4nger als ein Jahr dauert. Wenn er im Crash „Rebalancing“ zu Gunsten des Aktienteils des Portfolios macht, wird ihm das statistisch betrachtet n\u00fctzen.<\/p>\n Auf die folgenden Anlegergruppen und Anlegersituationen treffen die in diesem Blog-Beitrag getroffenen Aussagen ausdr\u00fccklich nicht zu:<\/p>\n Auf die Frage, ob „jetzt“ der richtige Zeitpunkt f\u00fcr einen Einstieg in den Aktienmarkt ist, sind wir auch in drei fr\u00fcheren Blog-Beitr\u00e4gen eingegangen \u2013 aus einem jeweils anderen datenbasierten, prognosefreien Blickwinkel. Diejenigen Leser, die mehr \u00fcber dieses unseres Erachtens spannende Thema erfahren m\u00f6chten, seien auf unsere folgenden Blog-Beitr\u00e4ge verwiesen:<\/p>\n \u2014 Warum „Crash Timing“ (warten auf einen Crash, um erst danach in den Markt einzusteigen) per Saldo renditesch\u00e4dlich ist: Blog-Beitrag vom M\u00e4rz 2019<\/span><\/a>.<\/p>\n \u2014 Soll man einen gr\u00f6\u00dferen Geldbetrag langsam in mehreren Tranchen \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum verteilt in den Aktienmarkt investieren oder besser komplett sofort auf einmal einsteigen: Blog-Beitrag vom Juli 2020<\/span><\/a>.<\/p>\n \u2014 Warum das Erreichen eines Allzeithochs am Aktienmarkt falsch als Warnsignal f\u00fcr „jetzt besser warten und vorsichtig sein“ interpretiert wird: Blog-Beitrag von Februar 2021<\/span><\/a>.<\/p>\n Wir zeigen, dass passive Anleger in der Verm\u00f6gensaufbauphase von einem Aktien-Crash finanziell profitieren.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":6048,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6,1],"tags":[47],"class_list":["post-6028","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-investmentfehler","category-nicht-kategorisiert","tag-crash"],"yoast_head":"\n
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<\/p>\nFazit<\/span><\/h2>\n
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