{"id":2377,"date":"2019-02-01T00:00:06","date_gmt":"2019-01-31T23:00:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gerd-kommer-invest.de\/?p=2377"},"modified":"2026-03-11T15:06:39","modified_gmt":"2026-03-11T14:06:39","slug":"depotentnahmen-mythen-und-missverstandnisse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerd-kommer.de\/blog\/depotentnahmen-mythen-und-missverstandnisse\/","title":{"rendered":"Depotentnahmen: Mythen und Missver­st\u00e4ndnisse"},"content":{"rendered":"

<<< Dieser Blog-Beitrag ist auch als YouTube-Video verf\u00fcgbar. >>><\/a><\/strong><\/span><\/p>\n

Von\u00a0Gerd Kommer<\/a> und Alexander Weis<\/a>\u00a0\u00a0<\/em><\/p>\n

Dieser Beitrag wurde im M\u00e4rz 2026 aktualisiert.<\/em><\/p>\n

Viele Privatanlegerhaushalte verwenden ihre liquiden Verm\u00f6gensanlagen, um dauerhaft einen Teil ihrer Lebenshaltungskosten daraus zu bestreiten. Diese Anleger sind in der „Verm\u00f6gensnutzungsphase“ oder „Verm\u00f6genverbrauchsphase“ und stehen vor der grunds\u00e4tzlichen Frage, wie sie ihr Investmentportfolio strukturieren sollen, sodass es m\u00f6glichst zuverl\u00e4ssig eine regelm\u00e4\u00dfige Auszahlung in der gew\u00fcnschten H\u00f6he hervorbringt \u2013 eine Art selbst erzeugte Rente.<\/p>\n

Diese Aufgabe ist nicht trivial, denn unterschiedliche Verm\u00f6gensanlagen produzieren unterschiedliche Kombinationen aus laufenden Cash-Ertr\u00e4gen (Dividenden bei Aktien, Zinsen bei zinstragenden Anlagen, Nettomietertr\u00e4ge bei Immobilien [1]<\/span><\/strong>) einerseits und Kurs- bzw. Wertsteigerungsgewinnen andererseits.<\/p>\n

In diesem Zusammenhang begegnen wir in unserer Finanzberatungspraxis oft einem unter Privatanlegern verbreiteten Irrtum: Sie bewerten Entnahmen, die aus laufenden Ertr\u00e4gen stammen (z. B. Dividenden, Zinsen, Mieteinahmen) systematisch anders als Entnahmen, die \u00fcber Anteilsverk\u00e4ufe erfolgen, also Verkaufe einzelner Wertpapiere oder Fondsanteile. <\/p>\n

Diese Anleger empfinden das Verbrauchen bzw. das „Entnehmen“ von Aussch\u00fcttungen als eine irgendwie geringere Verm\u00f6genseinbu\u00dfe als das betragsgleiche Verbrauchen\/Entnehmen von Erl\u00f6sen aus Anteilsverk\u00e4ufen. Manche Anleger begr\u00fcnden das mit einem Unterschied zwischen „Substanz“ bzw. „Kapital“ einerseits und „laufendem Ertrag“ oder Aussch\u00fcttungen andererseits. Das Verbrauchen laufender Ertr\u00e4ge bzw. von Aussch\u00fcttungen sei weniger sch\u00e4dlich als das Verbrauchen von Substanz oder Kapital. Wer lediglich laufende Ertr\u00e4ge\/Aussch\u00fcttungen verbrauche, der verzehre kein Kapital.<\/p>\n

In diesem Blog-Beitrag zeigen wir, dass wirtschaftlich und rational betrachtet kein Unterschied besteht zwischen Verbrauch\/Entnahmen von laufenden Ertr\u00e4gen (Aussch\u00fcttungen) und Verbrauch\/Entnahmen aus Anteilsverk\u00e4ufen. Wer diese beiden Entnahmewege als \u00f6konomisch grunds\u00e4tzlich unterschiedlich betrachtet trifft tendenziell schlechtere diesbez\u00fcgliche Entscheidungen f\u00fcr sein Verm\u00f6gen. Wenn Entnahmen aus Anteilsverk\u00e4ufen betragsm\u00e4\u00dfig gleich hoch sind wie Entnahmen aus Aussch\u00fcttungen ist der \u00f6konomische Effekt (z. B. „kein Kapitalverzehr“) exakt der Gleiche. Das wird dieser Blog-Beitrag unmissverst\u00e4ndlich zeigen.<\/p>\n

Um die Logik hinter unserer Argumentation nachzuvollziehen, ist zun\u00e4chst eine begriffliche Kl\u00e4rung erforderlich, die oben schon angedeutet wurde. Wir verwenden nachfolgend die allgemeine Bezeichnung „Entnahmen“ f\u00fcr zwei verschiedene Typen von Zahlungsstr\u00f6men oder „Cash-Flows“ aus dem Finanzportfolio bzw. Depot heraus an den Anleger:<\/p>\n