{"id":15975,"date":"2025-09-01T17:14:53","date_gmt":"2025-09-01T15:14:53","guid":{"rendered":"https:\/\/gerd-kommer.de\/?p=15975"},"modified":"2026-05-27T14:39:46","modified_gmt":"2026-05-27T12:39:46","slug":"mieten-oder-kaufen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerd-kommer.de\/blog\/mieten-oder-kaufen\/","title":{"rendered":"Mieten oder Kaufen \u2013 was ist finanziell attraktiver?"},"content":{"rendered":"

Von Gerd Kommer<\/a>\u00a0und\u00a0Tobias Jerschensky<\/a>\u00a0\u00a0<\/em><\/p>\n

Von den 41 Millionen Haushalten in Deutschland sind 43% = 17,6 Millionen Eigent\u00fcmer der Immobilie, in der sie leben. 57% (23,4 Millionen) sind Mieter. Zwei Drittel der Mieterhaushalte streben an, in der Zukunft ein Eigenheim (eine Wohnung oder ein Haus) zu erwerben. Befragt man die Eigenheimaspiranten nach ihren Motiven f\u00fcr den gew\u00fcnschten Immobilienerwerb, werden finanzielle Motive deutlich h\u00e4ufiger als Lifestyle-Motive genannt, z. B. „gute Altersvorsorge“, „mietfrei wohnen im Alter“, „gute Renditen“, „Betongold“, „Sachwert“, „sichere Anlage“ und „Inflationsschutz“.<\/p>\n

In Gerd Kommers 2021 erschienenem Buch „Kaufen oder Mieten? Wie Sie f\u00fcr sich die richtige Entscheidung treffen“<\/u><\/a> wurden die finanziellen und nicht-finanziellen Argumente in einer Kaufen-oder-Mieten-Entscheidung in Deutschland zusammengestellt und analysiert. Der rein wirtschaftliche Teil der Analyse darin basiert auf historischen Daten von 1970 bis 2020 (51 Jahre). Seitdem sind \u00fcber vier Jahre vergangen, in denen sich bei Immobilienpreisen, Zinsen, Mieten und Kapitalmarktrenditen viel getan hat. Zeit daher den finanziellen Kaufen-oder-Mieten-Vergleich im Buch mit aktualisiertem Zahlenmaterial bis Ende 2024 auf den neuesten Stand zu bringen. <\/p>\n

Aus Platzgr\u00fcnden gehen wir in diesem Blog-Beitrag nicht auf nicht-finanzielle<\/em> Argumente, also emotionale und Lifestyle-\u00dcberlegungen ein, die \u2013 je nach Argument \u2013 entweder f\u00fcr Kaufen oder f\u00fcr Mieten sprechen. Die nicht-finanziellen Argumente werden umfassend im oben erw\u00e4hnten Buch behandelt.<\/p>\n

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Welches Vergleichsverfahren f\u00fchrt zu wirklich belastbaren Erkenntnissen?<\/strong><\/span><\/h2>\n

Will man f\u00fcr ein spezifisches<\/em> Kaufobjekt und eine spezifische<\/em> Mietsituation \u2013 also einen Einzelfall \u2013 in die Zukunft gerichtet eine Kaufen-oder-Mieten-Kalkulation durchf\u00fchren, existieren daf\u00fcr zahlreiche n\u00fctzliche Kaufen-oder-Mieten-Rechner im Internet. Links zu zehn kostenlosen Online-Rechnern listen wir am Ende dieses Blog-Beitrags unter Ziffer 1 im Anhang auf. Allerdings lassen sich aus einer solchen prognostischen Einzelfallrechnung keine verallgemeinerungsf\u00e4higen Schlussfolgerungen f\u00fcr die Kaufen-oder-Mieten-\u00dcberlegung ziehen.<\/p>\n

Will man jenseits nicht repr\u00e4sentativer Einzelf\u00e4lle verallgemeinerbare Aussagen zur grunds\u00e4tzlichen \u00f6konomischen Attraktivit\u00e4t von Kaufen gegen\u00fcber Mieten kombiniert mit einer einfachen Kapitalmarktanlage (einem ETF-Depot auf Buy-and-Hold-Basis) formulieren, helfen Einzelfallrechnungen nicht weiter. Zu strukturellen Schlussfolgerungen gelangt man nur, indem man mit repr\u00e4sentativem statistischen Datenmaterial und \u00fcber hinreichend lange, repr\u00e4sentative Zeitr\u00e4ume rechnet. <\/p>\n

Tut man das stellt sich sogleich eine weitere methodische Grundfrage: Will man den Vergleich auf der Basis historischer Daten durchf\u00fchren oder auf der Basis von vorw\u00e4rts gerichteten Prognosen? Prognostische Rechnungen basieren zwangsl\u00e4ufig auf subjektiven Annahmen \u00fcber die k\u00fcnftige Entwicklung von Eigenheimpreisen, Zinsen, Mieten, Kapitalmarktrenditen und Steuern. Obwohl vorw\u00e4rtsgerichtete Annahmen f\u00fcr Zeitfenster jenseits von wenigen Monaten unsicher sind und sich sp\u00e4ter \u00fcberwiegend als falsch herausstellen werden, verwenden die Medien und Immo-Finfluencer f\u00fcr ihre allgemeinen Kaufen-oder-Mieten-Analysen trotzdem \u00fcberwiegend Prognoserechnungen. Hier drei Beispiele: <\/p>\n