{"id":12908,"date":"2025-02-05T11:34:42","date_gmt":"2025-02-05T10:34:42","guid":{"rendered":"https:\/\/gerd-kommer.de\/?p=12908"},"modified":"2026-02-27T14:19:59","modified_gmt":"2026-02-27T13:19:59","slug":"ist-investieren-leicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerd-kommer.de\/blog\/ist-investieren-leicht\/","title":{"rendered":"„Investieren ist leicht“ \u2013 M\u00e4rchenstunde bei Finfluencern"},"content":{"rendered":"
Von Gerd Kommer<\/a>\u00a0und\u00a0Markus Moser<\/a>\u00a0\u00a0<\/em><\/p>\n Wenn jemand beginnt, sich mit dem Thema Geldanlage und Verm\u00f6gensaufbau zu besch\u00e4ftigen und noch keine Vorkenntnisse hat, wird er oder sie mit einem kuriosen Ph\u00e4nomen konfrontiert werden: Zahllose Finanzexperten in den traditionellen und in den sozialen Medien, die in ihren Ver\u00f6ffentlichungen behaupten, erfolgreiches Investieren sei „einfach“, „kinderleicht“, k\u00f6nne schnell erlernt werden und\/oder erfordere nur geringen laufenden Zeitaufwand. <\/p>\n Das ist deswegen merkw\u00fcrdig, weil wir ja alle wissen, dass aus eigener Kraft reich zu werden, nur einer kleinen Minderheit gelingt \u2013 jedenfalls, wenn man die „Reichtumsschwelle“ nicht absurd niedrig ansetzt.<\/p>\n Hier ein Dutzend Beispiele f\u00fcr Ver\u00f6ffentlichungen aus dem Finanzbuchmarkt, aus Zeitungen und aus dem Internet, in denen Buchautoren, Journalisten und Finfluencer postulieren, erfolgreiches Investieren in Kapitalmarktanlagen oder Immobilien sei einfach, erfordere wenig Arbeit und nur wenig Zeitaufwand:<\/p>\n <\/p>\n <\/p>\n <\/p>\n <\/p>\n <\/p>\n <\/p>\n <\/p>\n <\/p>\n <\/p>\n <\/p>\n \n<\/ul>\n Kontrastieren wir das nun mit den Aussagen zum Schwierigkeitsgrad von erfolgreichem Investieren von seri\u00f6sen Fachleuten, die selbst reich geworden sind und\/oder gro\u00dfe Verm\u00f6gen verwalten:<\/p>\n <\/p>\n <\/p>\n <\/p>\n <\/p>\n <\/p>\n <\/p>\n <\/p>\n Wenn erfolgreiches Investieren einfach zu lernen und\/oder einfach zu praktizieren w\u00e4re und wenn es wenig M\u00fche und Zeitaufwand erforderte, dann m\u00fcsste es ganz offensichtlich mehr reiche und superreiche Menschen auf diesem Planeten geben. Jedem, der ohne oder mit b\u00f6ser Absicht behauptet, erfolgreiches Investieren sei leicht, sollte man die Frage entgegenhalten „Wenn Investieren so leicht ist, warum bist Du dann nicht schon vielfacher Million\u00e4r? Oder warum sind wir dann nicht alle reich?“.<\/p>\n Leider tragen sogar manchmal ansonsten ehrliche, ehrenwerte und kompetente Akteure aus der Finanzbranche zu dem Irrtum bei, dass erfolgreiches Investieren „leicht“ oder „einfach“ sei. Ein Beispiel ist der von uns hoch geachtete kanadische Verm\u00f6gensverwalter und Finfluencer Ben Felix. In einem 2025er YouTube-Video<\/u><\/a> sagt er „smart financial planning and smart investing are easy to understand“ und vermittelt letztlich im ganzen Video die Botschaft „jeder kann in Eigenregie erfolgreich investieren“. Leider falsch.<\/p>\n Eine Analogie: W\u00fcrde jemand ernsthaft \u00fcber die Arbeit eines Automechanikers oder die einer Krankenschwester sagen „das ist einfach“ und „jeder kann das“ \u2013 einschlie\u00dflich jeder der keine Ausbildung zum Automechaniker oder zur Krankenschwester durchlaufen hat. Langfristig erfolgreiches Investieren ist nicht einfacher als ein guter Automechaniker oder eine gute Krankenschwester zu sein. Nat\u00fcrlich kann im Prinzip jeder lernen ein erfolgreicher Investor, ein guter Automechaniker oder eine gute Krankenschwester zu werden und dennoch ist langfristiger, nachhaltiger Erfolg oder auch nur die Abwesenheit von deutlichem Misserfolg in diesen T\u00e4tigkeiten nicht einfach und noch weniger einfach f\u00fcr jemanden ohne entsprechende Ausbildung, Commitment und Durchhalteverm\u00f6gen.<\/p>\n Alles in allem sind daher Aussagen wie die eingangs zitierten Publikationstitel nicht nur ganz einfach falsch, sie sind auch eine Beleidigung des Intellekts aller Menschen, die mit ihren jeweiligen M\u00f6glichkeiten ernsthaft versucht haben, verm\u00f6gend oder reich zu werden und an diesem Unterfangen gescheitert sind. <\/p>\n Erfolgreiches Investieren ist \u00fcberdies ein langfristiger Prozess, keine einmalige Entscheidung oder einmalige Handlung. Allein schon, wenn man sich den Prozesscharakter, die notwendige Langfristigkeit von erfolgreichem Investieren und die daf\u00fcr erforderliche Disziplin klar macht, m\u00fcsste man erkennen, dass dauerhaft\/langfristig lukrativ Investieren f\u00fcr normale Menschen nicht einfach sein kann \u2013 nicht im Kapitalmarkt, nicht mit Kryptoanlagen und nicht mit Immobilien.<\/p>\n Dass der Zufall, also Gl\u00fcck, seltene und deshalb vielleicht auff\u00e4llige Ausnahmen von diesem fundamentalen Grundsachverhalt produziert, \u00e4ndert sie nicht. Man kann es mit der Hilfe von Zufall und Gl\u00fcck trotz fehlender Kompetenz und ohne Flei\u00df zum angestellten, hochbezahlten Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer eines kleinen, mittleren oder sogar gro\u00dfen Unternehmens bringen, aber solche „gl\u00fccklichen“ Ausnahmen sind selten und beweisen letztlich nichts, insbesondere nicht, dass die Strategie „fehlende Kompetenz kombiniert mit Faulheit“ verl\u00e4sslich gute Karrieren erzeugt.<\/p>\n Dass so viele angebliche Experten in immer neuen Formulierungen und Publikationsformaten den Nonsens verbreiten, Anlegen, Verm\u00f6gensaufbau und Reichwerden seien einfach und im Grunde f\u00fcr jedermann in \u00fcberschaubarer Zeit machbar, l\u00e4sst sich jedoch leicht erkl\u00e4ren. Die Nonsens-Verbreiter haben f\u00fcnf Motive.<\/p>\n <\/p>\n Das erste Motiv, der erste Grund ist Clickbaiting<\/em>. [8]<\/span><\/strong> Mit krassen, \u00fcberzogenen Aussagen in \u00dcberschriften und Titeln von Zeitungsartikeln, Blogs, Finanzb\u00fcchern, YouTube-Videos und Insta-Reels, lassen sich Auflage, Klicks, Views und Downloads in die H\u00f6he treiben, auch wenn die verwendeten \u00dcberschriften und Aussagen fachlich falsch, \u00fcbertrieben, irref\u00fchrend oder gar rund heraus gelogen sind.<\/p>\n Clickbaiting im Finanzbereich ist eine spezifische Variante von „Investmentpornographie“. Investmentpornographie sind Aussagen in den Medien, im Internet und im Marketing von Finanzdienstleistern, die suggerieren, es sei f\u00fcr mehr oder weniger jeden m\u00f6glich, mit geringem Risiko und\/oder geringem Arbeitsaufwand systematisch hohe Renditen zu erzielen. <\/p>\n Finanzpornographie appelliert gezielt an einige unsch\u00f6ne Eigenschaften in uns allen: Gier, FOMO (fear of missing out), Neid, Ungeduld, Naivit\u00e4t, Unwissenheit, Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung und Faulheit.<\/p>\n Zusanmengefasst: Motiv 1 sind ganz einfach Interessenkonflikte in der Finanzbranche.<\/p>\n Daneben existieren aber noch vier weitere vielleicht nicht ganz so sch\u00e4bige Motive f\u00fcr den „Investieren-ist-einfach“-Schmarrn<\/em> in den traditionellen und in den sozialen Medien.<\/p>\n <\/p>\n Hier handelt es sich um den Denkfehler, dass ein Prozess oder sagen wir ein „Spiel“ mit einfacher Grundstruktur und einfachen Regeln daher leicht zum Erfolg zu f\u00fchren sein m\u00fcsse. Ein Trugschluss, der sich am 1.500 Jahre alten Brettspiel Schach illustrieren l\u00e4sst. Schach ist in Bezug auf seine Regeln ein banales Spiel \u2013 einfacher als z. B. Skat, Schafkopf oder Poker. Ein normal intelligenter Erwachsener kann alle Schachregeln vollst\u00e4ndig in 20 Minuten oder schneller erlernen und sofort mehr oder weniger fehlerfrei umsetzen. <\/p>\n Hei\u00dft das, Erfolg beim Schachspielen sei einfach? Nat\u00fcrlich nicht. Obwohl Schach eine simple Grundstruktur und Regeln hat, ist das Erzielen von kompetitivem Spielerfolg beim Schach „brutal schwer“ und zeitaufwendig. Das h\u00e4ngt mit dem intensiven Wettbewerb zwischen Schachspielern zusammen, sowohl Hobbyschachspielern als auch Schachprofis.<\/p>\n Der gleiche Zusammenhang besteht bei unz\u00e4hligen anderen Spielen, Aufgaben oder Berufen. Man denke an Kochen. Kochen erscheint einfach und ist es letztlich auch. Jeder, der will, kann ein essbares Omelette, Spaghetti Bolognese oder einen genie\u00dfbaren Salat zubereiten. Aber bereits als Berufskoch langfristig „nur“ ein ganz normales Gehalt zu verdienen ist nicht mehr „einfach“ und nicht mehr von jedermann machbar. Als Koch wirklich reich zu werden, gelingt nur einer winzigen Minderheit derjenigen, die es probieren.<\/p>\n Zusammengefasst: Motiv 2 besteht in dem Denkfehler „einfache Spielregeln“ mit „Einfachheit der Erfolgserzielung in diesem Spiel“ zu verwechseln.<\/p>\n <\/p>\n Das dritte Motiv f\u00fcr die „Investieren-ist-einfach“-L\u00fcge besteht in einem zwar alten aber immer noch wirksamen Trick, den viele Finanzjournalisten und Finfluencer in ihren Publikationen anwenden. Er geht so: Reichwerden k\u00f6nne ja allein schon deswegen nicht schwer sein, weil man daf\u00fcr lediglich vor 20 Jahren in Berlin ein altes Mietshaus auf Kredit h\u00e4tte kaufen m\u00fcssen, vor zehn Jahren f\u00fcr 10.000 Euro Bitcoins oder vor f\u00fcnf Jahren f\u00fcr 100.000 Euro Nvidia-Aktien. Hierbei handelt es sich um den in der Fachdisziplin Behavioral Finance schon vor Jahrzehnten identifizierten so genannten R\u00fcckschaufehler (Hindsight Bias), der aber in dieser Konstellation vom Autor der Publikation nicht aus Unwissen, sondern ganz bewusst in manipulativer Absicht begangen wird. [9]<\/span><\/strong> <\/p>\n Eine allgemeinere Auspr\u00e4gung des Hindsight Bias besteht in unserer Neigung fehlerhaft zu glauben, dass ein Problem, nachdem man es gel\u00f6st hat oder ein „Job“, den man nach einem wie auch immer langen und aufwendigen Lernprozess nun beherrscht, dann einfach (oder risikoarm) sei. Zu diesem Ph\u00e4nomen existiert ein lesenswertes Buch des amerikanischen Physikers und Kommunikationsforschers Duncan Watts mit dem Titel „Everything is obvious, once you know the answer“<\/u><\/a> [10]<\/span><\/strong>. Ein kompliziertes oder schwer zu meisterndes Problem wird nicht dadurch weniger kompliziert oder leichter, dass es Menschen gibt, die den zur Meisterung notwendigen Lernprozess erfolgreich durchlaufen haben und die ihre in Wirklichkeit zeitaufwendige und anstrengende Lern- und Umsetzungsleistung danach aus einer schr\u00e4gen falschen Bescheidenheit, aus Arroganz oder aus Unwissen heraus verharmlosen. Hier wird „einfach f\u00fcr mich“ (nach einem typischerweise aufwendigen Lernprozess) mit „generell einfach“ oder „einfach f\u00fcr alle“ verwechselt.<\/p>\n Zusammengefasst: Motiv 3 besteht im Kognitionsfehler Hindsight Bias<\/em>.<\/p>\n <\/p>\n Nachhaltig erfolgreiches Investieren ist nicht nur eine Frage des „was tun?“, sondern in ebenso gro\u00dfer Bedeutung eine Frage des, „was nicht tun, was vermeiden, was beenden?“. Obwohl diese Feststellung banal ist, wird sie von Finanzjournalisten und Finfluencern selten thematisiert. Grund: Der „Unterlassen-Aspekt“ erfolgreichen Investierens ist tendenziell unsexy. Au\u00dferdem w\u00fcrde seine Thematisierung zeigen, dass nachhaltig und langfristig erfolgreich investieren f\u00fcr die Mehrzahl aller Privatanleger keineswegs einfach ist, sondern oftmals komplexe, anstrengende \u00c4nderungen im Denken und Verhalten erfordert. (Zum Aspekt des „Vermeidens“ als Teil einer Erfolgsstrategie haben wir einen eigenen Blog-Beitrag geschrieben \u2013 Link hier<\/u><\/a>.)<\/p>\n Zusammengefasst: Motiv 4 besteht im Denkfehler nicht das ganze den finanziellen Lebenserfolg bestimmende „Spiel“ zu betrachten, sondern nur einen Teil davon und vermutlich den einfacheren Teil.<\/p>\n <\/p>\n Hier handelt es sich, wie beim Hindsight Bias, um einen verbreiteten von der Behavioral Finance-Wissenschaft gut erforschten Kognitionsfehler, dem Dunning\u2013Kruger-Effekt, benannt, nach den zwei Forschern, die ihn in einem Aufsatz im Jahr 1999 zum ersten Mal benannten. [11]<\/span><\/strong> Hier geht es um eine verbreitete Kompetenzillusion bei Menschen, die statistisch umso gr\u00f6\u00dfer ist, je weniger K\u00f6nnen bzw. Wissen ein Mensch auf einem gegebenen Gebiet X hat. Andersherum formuliert: Menschen, die auf dem Gebiet X sehr kompetent sind, erkennen ihre verbleibenden Kompetenzm\u00e4ngel auf dem Gebiet X tendenziell besser als Menschen, die weniger kompetent sind, obwohl bei diesen die Kompetenzm\u00e4ngel gr\u00f6\u00dfer und potenziell sch\u00e4dlicher sind. Wir alle kennen in diesem Zusammenhang das ber\u00fchmte Zitat „Ich wei\u00df, dass ich nichts wei\u00df“ von Sokrates, dem zu seiner Zeit gr\u00f6\u00dften Philosophen im antiken Griechenland. Sokrates war sehr klug frei vom Dunning-Kruger-Bias. Die meisten von uns sind es nicht.<\/p>\n Zusammengefasst: Motiv 5 besteht im Dunning-Kruger-Kognitionsfehler<\/em>, der Untersch\u00e4tzung unserer verbleibenden Wissens- und F\u00e4higkeitenl\u00fccken, wenn wir ein Basiswissen und Basisf\u00e4higkeiten auf einem Fachgebiet erworben haben. <\/p>\n <\/p>\n Erfolgreiches Investieren, einschlie\u00dflich die eigenen Irrationalit\u00e4ten einigerma\u00dfen konsistent im Zaum zu halten, ist weder einfach, noch l\u00e4sst es sich „mit wenig Zeitaufwand“ erledigen. Journalisten, Buchautoren, Finfluencer und Verk\u00e4ufer von Finanzdienstleistungen, die die „Investieren-ist-einfach“-L\u00fcge \u2013 eine spezifische Variante von Finanzpornographie \u2013 verbreiten, um damit ihre „Lernhilfen“ oder Finanzprodukte zu vermarkten, handeln unredlich.<\/p>\n Einen f\u00fcr die finanziellen Verh\u00e4ltnisse von Menschen risikoreichen und wichtigen Prozess \u2013 Investieren und Verm\u00f6gensaufbau \u2013 als „simpel“, „leicht“, „f\u00fcr jedermann m\u00f6glich“, „nicht zeitaufwendig“ oder als „geht schnell“ darzustellen, wird auch nicht durch die fadenscheinige Entschuldigung gerechtfertigt, man wolle ja nur Menschen ermutigen, endlich mit der Verm\u00f6gensanlage zu beginnen. <\/p>\n Ebenso wenig wird das Verbreiten der „Investieren-ist-einfach“-L\u00fcge<\/em> dadurch legitim, dass vermutlich viele unter ihren Verbreitern, nachdem sie selbst nach langer Zeit, manchem schmerzhaften Fehler und viel Arbeitsaufwand zu einem erfolgreichen Anleger geworden sind, keine unlauteren Absichten haben. Der Zweck heiligt hier eben nicht die Mittel.<\/p>\n Obwohl erfolgreiches Investieren nicht einfach ist, kann es grunds\u00e4tzlich jeder erlernen. Man braucht daf\u00fcr keinen \u00fcberdurchschnittlichen IQ und kein BWL- oder Mathestudium, sondern nur vier an sich banale F\u00e4higkeiten: <\/p>\n (a) Einen durchschnittlichen IQ und auch ein leicht unter durchschnittlicher d\u00fcrfte gen\u00fcgen. „Genuines Interesse am Thema“ bedeutet nicht, dass man jede Woche dreimal ins Depot schaut (einmal im Quartal oder Halbjahr reicht v\u00f6llig), dass man gewohnheitsm\u00e4\u00dfig den Wirtschaftsteil einer Zeitung liest (das ist unn\u00f6tig und vielleicht sogar sch\u00e4dlich) oder dass man in der Woche f\u00fcnf Stunden auf Finanzportalen im Internet herumsurft, um dort \u00fcberwiegend Investment-Pornographie zu konsumieren. (Hier<\/u><\/a> erl\u00e4utern wir welche Art von Wirtschaftswissen beim Investieren tats\u00e4chlich n\u00fctzlich ist.) Genuines Interesse hei\u00dft einfach, dass man sich grunds\u00e4tzlich f\u00fcr das Thema Verm\u00f6gensaufbau und Verm\u00f6gensschutz interessiert, dazu auch einmal ein Ratgeberbuch liest, dass man sich regelm\u00e4\u00dfig gedanklich und auf andere Weise mit diesem Sachverhalt besch\u00e4ftigt.<\/p>\n Erfreulich ist, dass heute \u2013 anders als noch vor 20 oder 40 Jahren \u2013 enorm viele wirklich hilfreiche Ratgeberb\u00fccher, Blogs, YouTube-Videos, Podcasts und Coaching-Seminare verf\u00fcgbar sind, und das oft f\u00fcr wenig Geld oder sogar kostenlos. [12]<\/span><\/strong><\/p>\n Noch erfreulicher ist, dass mit ETFs seit gut drei Jahrzehnten ein geniales Finanzprodukt existiert, mit dem normale Privatanleger zu konkurrenzlos niedrigen Kosten, in einer ebenfalls konkurrenzlos robusten rechtlichen Struktur und schon mit kleinen Betr\u00e4gen breit gestreut in die beiden zentralen Anlageklassen Aktien und Anleihen investieren k\u00f6nnen, ohne einzelne Aktien oder Anleihen analysieren und laufend \u00fcberwachen zu m\u00fcssen.<\/p>\n Die fundamentalen Voraussetzungen f\u00fcr erfolgreichen Verm\u00f6gensaufbau oder Verm\u00f6gensschutz mit Kapitalmarktanlagen in breiten Bev\u00f6lkerungskreisen in Eigenregie sind damit heute besser als jemals zuvor. Die gef\u00e4hrliche L\u00fcge, erfolgreiches Investieren sei einfach und nicht zeitaufwendig, braucht es deswegen nicht mehr.<\/p>\n <\/p>\n [1]<\/strong> „Niemand sollte erwarten, dass Investieren einfach ist. Jeder, der das erwartet, ist dumm.“ <\/p>\n [2]<\/strong> „Nur eine winzige Minderheit der Privatanleger wird jemals erfolgreich ihr Geld verwalten k\u00f6nnen“<\/p>\n [3]<\/strong> „Es war noch nie so schwer, ein disziplinierter unabh\u00e4ngiger Investor zu sein.“<\/p>\n [4]<\/strong> „Leider ist Investieren keine einfache Aufgabe.“ <\/p>\n [5]<\/strong> „Als Aktieninvestor hat man es nicht leicht. Die Volatilit\u00e4t kann hoch sein, R\u00fcckg\u00e4nge k\u00f6nnen langwierig sein, und niemand kann mit Sicherheit sagen, wann die Renditen gut oder schlecht ausfallen werden“<\/p>\n [6]<\/strong> „Wir sind [von der Evolution] nicht dazu konstruiert worden, rationale Anleger zu sein. Wir brauchen [beim Investieren] all die Hilfe, die wir bekommen k\u00f6nnen.“<\/p>\n [7]<\/strong> „\u00dcber Jahrzehnte hinweg konsistent und diszipliniert rationale Investmententscheidungen zu treffen ist schwer.“<\/p>\n [8]<\/strong> „To bait“ = k\u00f6dern, anlocken.<\/p>\n [9]<\/strong> Siehe Artikel „R\u00fcckschaufehler“<\/u><\/a> in der deutschen Wikipedia.<\/p>\n [10]<\/strong> „Alles ist offensichtlich, sobald man die Antwort kennt.“<\/p>\n\n
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Motiv 1 f\u00fcr das Verbreiten des „Investieren-ist-einfach“-Nonsens<\/strong><\/span><\/h2>\n
Motiv 2 f\u00fcr das Verbreiten des „Investieren-ist-einfach“-Nonsens<\/strong><\/span><\/h2>\n
Motiv 3 f\u00fcr das Verbreiten des „Investieren-ist-einfach“-Nonsens<\/strong><\/span><\/h2>\n
Motiv 4 f\u00fcr das Verbreiten des „Investieren-ist-einfach“-Nonsens<\/strong><\/span><\/h2>\n
Motiv 5 f\u00fcr das Verbreiten des „Investieren-ist-einfach“-Nonsens<\/strong><\/span><\/h2>\n
Fazit<\/strong><\/span><\/h2>\n
\n(b) Ein genuines Interesse am Thema.
\n(c) Ein Ausdauer-Budget, das die meisten an sich haben k\u00f6nnen.
\n(d) Die solide verinnerlichte Einsicht, dass es beim Investieren keinen Free Lunch<\/em> gibt, den risikosenkenden Nutzen von Diversifikation ausgenommen.
\n(e) Einen gut funktionierenden Bullshit-Filter gegen Investmentpornographie, die von Medien und der Finanzbranche tagt\u00e4glich verbreitet wird (am besten in Verbindung mit einem sensiblen Radar f\u00fcr die Interessenkonflikte bei Banken, Verm\u00f6gensverwaltern, Finfluencern und Finanzjournalisten).<\/p>\nEndnoten<\/strong><\/span><\/h2>\n