{"id":11970,"date":"2024-10-01T13:41:37","date_gmt":"2024-10-01T11:41:37","guid":{"rendered":"https:\/\/gerd-kommer.de\/?p=11970"},"modified":"2026-05-27T14:30:05","modified_gmt":"2026-05-27T12:30:05","slug":"bankguthaben-vermoegensaufbau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerd-kommer.de\/blog\/bankguthaben-vermoegensaufbau\/","title":{"rendered":"Warum man mit verzinslichen Bankguthaben kein Verm\u00f6gen aufbauen kann"},"content":{"rendered":"

Von Gerd Kommer<\/a>\u00a0und\u00a0Marcel Lauterwasser<\/a>\u00a0\u00a0<\/em><\/p>\n

Rund 40% des liquiden Verm\u00f6gens der Deutschen liegt auf verzinslichen und unverzinslichen Bankkonten. Da Mitte 2022 die etwa f\u00fcnf Jahre w\u00e4hrende Nullzinsphase endete und man nun „endlich wieder Zinsen bekommt“, wird diese Quote wohl so bald nicht sinken. [1]<\/span><\/strong> Manche Haushalte haben in diesem Zusammenhang sogar eine neue Freizeitbesch\u00e4ftigung f\u00fcr sich entwickelt, „Tagesgeld-Hopping“, das laufende Hin- und Herwechseln zwischen denjenigen Banken, die zu einem gegebenen Zeitpunkt die attraktivsten Tagesgeldzinsen bieten. [2]<\/span><\/strong><\/p>\n

In diesem Blog-Beitrag werden wir anhand historischer Daten und \u00f6konomischer Sachlogik zeigen, dass man mit verzinslichen Bankguthaben (Tagesgeldern, Festgeldern, Termingeldern) bei \u00f6konomisch korrekter Betrachtung auch au\u00dferhalb der Nullzinszeit kein Verm\u00f6gen aufbauen kann. Man kann damit allenfalls bereits vorhandenes Verm\u00f6gen bewahren und konservieren. Es steht zu bezweifeln, ob dieses Faktum allen Haushalten klar bewusst ist, die monatlich \u00fcber Jahre hinweg Geld auf verzinsliche Bankkonten \u00fcberweisen, um f\u00fcr ihre Altersvorsorge zu sparen.<\/p>\n

In Tabelle 1 zeigen wir, dass sich weder in Deutschland noch in anderen westlichen L\u00e4ndern w\u00e4hrend der 74 Jahre von 1950 bis 2023 mit Bankguthaben nachhaltig Verm\u00f6gen bilden lie\u00df.<\/p>\n

Tabelle 1: Die durchschnittliche Rendite aus verzinslichen Bankguthaben (Geldmarktzinsen) von 1950 bis 2023 (74 Jahre)<\/strong><\/span><\/p>\n

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\u25ba Die 22 L\u00e4nder in der mittleren Spalte sind die 22 gr\u00f6\u00dften westlichen Volkswirtschaften einschlie\u00dflich USA, Japan, Deutschland, \u00d6sterreich, Schweiz. Es handelt sich bei der Rendite von 5,2% p.a. in der obersten Zeile um den einfachen Mittelwert der Renditen in der jeweiligen nationalen W\u00e4hrung. Es liegen die Renditen kurzfristiger Staatsanleihen aus den jeweiligen L\u00e4ndern zugrunde, da f\u00fcr verzinsliche Bankguthaben keine Daten f\u00fcr alle L\u00e4nder \u00fcber den hier relevanten Zeitraum verf\u00fcgbar sind. Bankguthaben h\u00e4tten evtl. geringf\u00fcgig h\u00f6here Vorkosten-Renditen gehabt. Im Gegenzug wurden hier keine Bankkosten abgezogen, die jedenfalls bis etwa 2010 in den meisten L\u00e4ndern die partiell etwas h\u00f6here Rendite gegen\u00fcber Staatsanleihen aufgesogen h\u00e4tten. \u25ba Ein Steuersatz von 25 % wurde von uns angenommen. \u25ba Datenquelle: Dimson\/Marsh\/Staunton.<\/span><\/p>\n

Die Daten in Tabelle 1 zeigen klar, dass derjenige, der glaubt, man k\u00f6nne mit verzinslichen Bankguthaben langfristig Verm\u00f6gensaufbau betreiben, mindestens einem der folgenden zwei Irrt\u00fcmer aufsitzt:<\/p>\n