{"id":10142,"date":"2024-01-03T11:53:36","date_gmt":"2024-01-03T10:53:36","guid":{"rendered":"https:\/\/gerd-kommer.de\/?p=10142"},"modified":"2025-10-27T11:47:14","modified_gmt":"2025-10-27T10:47:14","slug":"anleihen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerd-kommer.de\/blog\/anleihen\/","title":{"rendered":"Anlageklasse Anleihen: Von den Basics zum Spezialwissen"},"content":{"rendered":"
Von Gerd Kommer<\/a>\u00a0und\u00a0Jonas Schweizer<\/a>\u00a0\u00a0<\/em><\/p>\n Die meisten Leser unseres Blogs werden schon eine gewisse Vorstellung von der Anlageklasse Anleihen haben. Allerdings erleben wir in unserer Beratungspraxis oft, dass dieses Anleihewissen aufgrund jahrzehntelanger Desinformation durch die Finanzbranche und oft auch der Medien oder durch Wunschdenken auf Anlegerseite ein gutes St\u00fcck von der Realit\u00e4t abweicht. Mit diesem Beitrag wollen wir unseren Lesern daher eine praxisorientierte Einf\u00fchrung in das Investieren in Anleihen geben, eine Einf\u00fchrung, die tiefer geht und pr\u00e4ziser ist als das, was man hierzu ansonsten im Internet und in den traditionellen Medien findet. Bei dieser Gelegenheit r\u00e4umen wir auch mit mehreren verbreiteten Mythen und Denkfehlern \u00fcber Anleiheninvestments auf.<\/p>\n <\/p>\n Eine Anleihe ist ein von Vornherein zum laufenden Handel vorgesehener Kredit. Der Anleihek\u00e4ufer nimmt dabei die Rolle des Kreditgebers\/Gl\u00e4ubigers ein, der Anleiheemittent die des Kreditnehmers\/Schuldners. Ein Kredit hingegen ist nicht zum Handel vorgesehen. Bei ihm braucht der Kreditgeber die Zustimmung des Kreditnehmers, wenn er seine Forderung vorzeitig zu Geld machen will (verkaufen will). Eine Anleihe k\u00f6nnte der Investor in diesem Moment einfach frei ver\u00e4u\u00dfern. Die beiden wichtigsten Grundkategorien von Anleihen sind Staatsanleihen und Unternehmensanleihen.<\/p>\n Veraltete oder in Deutschland inzwischen eher ungebr\u00e4uchliche Namen von Anleihen sind: Schuldtitel, Schuldverschreibung, Rentenpapier und Obligation. Die g\u00e4ngigste englische Bezeichnung ist Bond.<\/p>\n <\/p>\n <\/p>\n Viele Privatanleger hierzulande haben eine merkw\u00fcrdige Aversion gegen\u00fcber Anleihen. Der eher „unerfolgreiche“, aber bekannte deutsche Aktienfondsmanager Dirk M\u00fcller sagte 2016 in einem Interview: „Ich m\u00f6chte es mal so ausdr\u00fccken: Ich fasse Anleihen nicht mit der Kneifzange an, und wenn man mir welche schenkt, verklage ich ihn.“ Einen rationalen, sachlichen Grund f\u00fcr dieses „typisch deutsche“ Fremdeln mit Anleihen gibt es nicht. In anderen L\u00e4ndern, z. B. USA, Gro\u00dfbritannien, Italien, Frankreich, besteht eine vergleichbare Abneigung von Privatanlegern gegen Unternehmens- und Staatsanleihen nicht.<\/p>\n <\/p>\n Anleihen lassen sich unterscheiden \u2026.<\/p>\n Innerhalb einer gegebenen W\u00e4hrung sind Restlaufzeit und Kreditqualit\u00e4t (Rating) normalerweise die wichtigsten Bestimmungsfaktoren f\u00fcr die in der Zukunft erwartete Rendite und das Risiko einer hinreichend liquiden Anleihe. Je l\u00e4nger die Restlaufzeit und je geringer die Bonit\u00e4t, desto h\u00f6her sind normalerweise die erwartete Rendite und das erwartete Risiko.<\/p>\n <\/p>\n Mit Anleiheparadox k\u00f6nnte man den f\u00fcr viele Privatanleger zun\u00e4chst schwer verst\u00e4ndlichen Kurseffekt bei Anleihen oder Anleihenfonds (ein Portfolio von Anleihen) bezeichnen, wenn sich das Marktzinsniveau \u00e4ndert: Steigen die Marktzinsen, fallen Anleihenkurse, fallen Marktzinsen dann steigen Anleihenkurse. Das hat mit der Konstruktion, der Mechanik von Anleihen zu tun und ist unvermeidbar. Der gleiche Mechanismus, die gleiche Logik wirkt, wenn die Nachfrage nach einer Anleihe (oder dem betreffenden Anleihetypus) steigt. Dann steigt der Kurs und die Verzinsung im Sinne der Umlaufrendite (siehe dazu weiter unten) sinkt, da ja der Koupon (die regelm\u00e4\u00dfige Auszahlung, siehe unten) unver\u00e4ndert bleibt.<\/p>\n Je l\u00e4nger die Restlaufzeit\/Duration einer Anleihe oder eines Anleihenfonds, desto st\u00e4rker ist diese gegenl\u00e4ufige Bewegung. Wer Anleihen oder Anleihenfonds\/ETFs mit einer RLZ von \u00fcber zwei Jahren f\u00fcr sein Depot erwerben will, sollte diesen Zusammenhang \u2013 im Fachjargon Zins\u00e4nderungsrisiko oder Durationsrisiko \u2013 im eigenen Interesse gut verstehen. Wir haben ihn in den beiden fr\u00fcheren Blog-Beitr\u00e4gen hier<\/a><\/u> und hier<\/a><\/u> beschrieben.<\/p>\n Zins\u00e4nderungsrisiko ist \u2013 anders als emittentenspezifisches Bonit\u00e4tsrisiko \u2013 nicht via Streuung \u00fcber viele Anleihen wegdiversifizierbar. Man kann das Zins\u00e4nderungsrisiko im eigenen Depot allerdings stark mindern und sogar vollst\u00e4ndig eliminieren, indem man sich auf Anleihen kurzer RLZ beschr\u00e4nkt. Allerdings produzieren diese im Normalfall etwas geringere Renditen als Langl\u00e4ufer. Beispielsweise hatten zwanzigj\u00e4hrige US-Staatsanleihen in den 60 Jahren bis 11\/2023 eine um 1,7 Prozentpunkte p. a. h\u00f6here Durchschnittsrendite als einmonatige US-Staatsanleihen \u2013 bei einer zehnmal so hohen Volatilit\u00e4t.<\/p>\n <\/p>\n Staatsanleihen sind in einem gegebenen Staat und einer gegebenen W\u00e4hrung gemeinhin das risiko\u00e4rmste Investment \u00fcberhaupt (sieht man einmal vom Spezialaspekt Zins\u00e4nderungsrisiko ab, das man durch Beschr\u00e4nkung auf kurze Laufzeiten fast beliebig senken kann). Staatsanleihen eines Staates sind nahezu immer risiko\u00e4rmer als die Aktien von Unternehmen mit Sitz in diesem Land, Immobilien in diesem Land oder verpackte Finanzprodukte wie kapitalbildende Lebensversicherungen oder Zertifikate. Warum das so ist, h\u00e4ngt mit dem Konzept der Sovereign Ceiling zusammen, das wir hier<\/a><\/u> beschrieben haben.<\/p>\n F\u00fcr ein gegebenes Unternehmen sind dessen Anleihen grunds\u00e4tzlich risiko\u00e4rmer als dessen Aktien, risiko\u00e4rmer beispielsweise gemessen an der Renditevolatilit\u00e4t und gemessen am Drawdown-Risiko. Der Grund hierf\u00fcr liegt in der so genannten Cash-Flow-Kaskade eines Unternehmens. Die Anleihengl\u00e4ubiger haben gegen\u00fcber den Aktion\u00e4ren rechtlich vorrangigen Zugriff auf Cash-Flow, Gewinn und \u2013 im Konkursfall \u2013 auf die Verm\u00f6genswerte des Unternehmens. Das Konzept der Cash-Flow-Kaskade haben wir hier<\/a><\/u> n\u00e4her beschrieben.<\/p>\n <\/p>\n Die Kuponrendite (auch missverst\u00e4ndlich Aussch\u00fcttungsrendite genannt) repr\u00e4sentiert die im Anleiheprospekt vorgegebenen laufenden Zinszahlungen in absoluten Geldeinheiten. Sie wird jedoch in der Regel als Prozentwert p. a. angegeben, also der Summe der fixen j\u00e4hrlichen Zinszahlungen im Verh\u00e4ltnis zum urspr\u00fcnglichen<\/em> Nennwert (engl. Face Value) bei der Emission der Anleihe. Die Kuponrendite hat wenig bis nichts mit der tats\u00e4chlichen, echten Rendite der Anleihe zu tun. Eine hohe Kuponrendite kann ohne Weiteres mit einer sehr niedrigen Gesamtrendite aus Aussch\u00fcttungen und Kurssteigerungen einhergehen und eine niedrige Kuponrendite mit einer sehr hohen Gesamtrendite.<\/p>\n Aus steuerlicher Sicht sollte man unter sonst gleichen Umst\u00e4nden Anleihen mit m\u00f6glichst niedriger Kuponrendite bevorzugen, da diese gegen\u00fcber Hochkuponanleihen einen bei langen Haltezeiten steuerlichen Barwertvorteil besitzen. Bei Anleihen ganz ohne Kupon (Nullkuponanleihen, Zero Bonds) ist dieser Vorteil am gr\u00f6\u00dften. Hier ersetzt der „eingebaute“ Kursgewinn alle Aussch\u00fcttungen, die es bei einer vergleichbaren normalen Anleihe mit Kupon g\u00e4be. Kursgewinne werden bekanntlich erst zum Zeitpunkt der Ver\u00e4u\u00dferung oder F\u00e4lligkeit, also nicht jedes Jahr laufend besteuert („nachgelagerte Besteuerung“). Wie der potenziell wertvolle steuerliche Barwertvorteil bei Niedrigkuponanleihen oder bei Aktien in Bezug auf deren Kurssteigerungen entsteht, haben wir hier<\/a><\/u> erl\u00e4utert. (F\u00fcr Anleihen mit kurzen Restlaufzeiten ist der steuerliche Barwertvorteil nicht signifikant.)<\/p>\n Die Umlaufrendite oder Endf\u00e4lligkeitsrendite (engl. Yield to Maturity) ist die beim Kauf der Anleihe bekannte Gesamtrendite aus Zinsen und Kursver\u00e4nderungen bis zur F\u00e4lligkeit \u2013 unter den beiden Annahmen, dass man bis zur F\u00e4lligkeit nicht verkauft und dass es bis dahin nicht zu einem Zahlungsausfall kommt. Kluge Anleger fokussieren sich auf die Umlaufrendite, nicht auf die eigentlich unbedeutende Kuponrendite. <\/p>\n Auf vielen Finanzportalen und in Fact Sheets von Anleihenfonds wird die Umlaufrendite unklar und latent missverst\u00e4ndlich nur „Rendite“, „Effektivrendite“, „R\u00fcckzahlungsrendite“, „Endf\u00e4lligkeitsrendite, „Effektivverzinsung“ oder \u2013 auf englischsprachigen Portalen \u2013 „Yield“ genannt. Die einzigen wirklich korrekten, nicht missverst\u00e4ndlichen Bezeichnungen sind Umlaufrendite und Yield to Maturity (YtM).<\/p>\n <\/p>\n Die Zinsstrukturkurve ist die grafische Abbildung des Zusammenhangs zwischen der (Rest-)Laufzeit von Anleihen (im Sinne des Gesamtmarkts) und ihrer Umlaufrendite. Hat die Zinsstrukturkurve eine normale Form (von links unten nach rechts oben ansteigend mit abnehmender Steigung), dann sind die Umlaufrenditen f\u00fcr l\u00e4ngere Anleihen h\u00f6her als die f\u00fcr k\u00fcrzere Anleihen. Auf Basis dieser \u00dcberlegung allein w\u00fcrde naturgem\u00e4\u00df jeder Anleger nur sehr langfristige Anleihen kaufen, wenn es da nicht den Nachteil des mit der Restlaufzeit zunehmenden, oben erw\u00e4hnten Zins\u00e4nderungsrisikos, also der zunehmenden Volatilit\u00e4t g\u00e4be.<\/p>\n Abbildung: Eine schematisch vereinfachte, normale Zinsstrukturkurve<\/strong><\/span><\/p>\n \u25ba Bei den betrachteten Anleihen wird in einer Zinsstrukturkurve implizit unterstellt, dass sie alle die gleiche W\u00e4hrung und Bonit\u00e4t haben, also z. B. Staatsanleihen der Bundesrepublik Deutschland unterschiedlicher Laufzeit. \u25ba Derzeit (Jan. 2024) ist die Zinsstrukturkurve in den meisten W\u00e4hrungen invers, d. h. kurze Laufzeiten haben h\u00f6here Umlaufrenditen als lange Laufzeiten. W\u00e4hrend der zur\u00fcckliegenden rund 100 Jahre bestanden inverse Zinsstrukturkurven nur in etwa 10% der Zeit.<\/span><\/p>\n <\/p>\n Die folgende Grafik zeigt die Umlaufrenditen zehnj\u00e4hriger Staatsanleihen f\u00fcr Deutschland und die USA von Januar 1960 bis Oktober 2023 (knapp 64 Jahre). Die Grafik deutet an, dass der \u00fcber 40 Jahre anhaltende, starke Zinssenkungstrend von Anfang der 1980er Jahre bis 2021 und die damit einhergehenden starken Kursgewinne langfristiger Anleihen eine historische Anomalie waren. Eine R\u00fcckkehr zu „normaleren“ Zinsverh\u00e4ltnissen ab 2022 ist erkennbar.<\/p>\n Abbildung: Nominale Umlaufrenditen zehnj\u00e4hriger deutscher und amerikanischer Staatsanleihen von 01\/1960 bis 10\/2023 (63,8 Jahre) in lokaler W\u00e4hrung<\/strong><\/span><\/p>\n \u25ba Rollierender Durchschnitt der Monatsrenditen der vorhergehenden 12 Monate. \u25ba Quelle: Federal Reserve USA\/St. Louis.<\/span><\/p>\n <\/p>\n Viele und in den USA die Mehrzahl aller Unternehmensanleihen beinhalten eine so gen. Call-Klausel. Sie besagt, dass das Unternehmen die Anleihe nach Ablauf einer anf\u00e4nglichen Sperrfrist jederzeit vorzeitig zum Nennwert („zu 100“) oder zu einem anderen fixen Betrag zur\u00fcckzahlen darf. Eine solche Sondertilgungsoption wird das Unternehmen dann aus\u00fcben, wenn die Marktzinsen f\u00fcr die gegebene Restlaufzeit der Anleihe gegen\u00fcber der Umlaufrendite bei Emission stark gefallen sind und sich zugleich die Bonit\u00e4t des Unternehmens seitdem nicht nennenswert verschlechtert hat. In dieser Situation wird der Kurs der Anleihe deutlich \u00fcber dem Emissionskurs oder Nennwert liegen. \u00dcber die Sondertilgung kann das Unternehmen die alten teuren Schulden nun durch neue billigere ersetzen. F\u00fcr den Besitzer der Anleihe ist die Aus\u00fcbung einer solchen Sondertilgung durch das Unternehmen eine Downside, weil er damit eine in diesem Augenblick besonders attraktive Anlage ohne volle Kompensation verliert. Nat\u00fcrlich ist das Call Risk bei der urspr\u00fcnglichen Ausgabe der Anleihe eingepreist. Wenn es zur Sondertilgung kommt, war das Halten einer Anleihe mit Call-Klausel nachteilig, wenn nicht, war es vorteilig \u2013 durch die geringe eingepreiste Mehrverg\u00fctung gegen\u00fcber einer Anleihe ohne Call Risk. Bei Staatsanleihen gibt es Call-Klauseln so gut wie nie.<\/p>\n <\/p>\n Mancher Privatanleger schaut begehrlich auf die h\u00f6heren Marktzinsen in anderen W\u00e4hrungsr\u00e4umen (aus deutscher Sicht sind das aktuell z. B. die USA, Australien, Norwegen) und fragt sich, ob sich Anleiheinvestments in diesen h\u00f6herverzinslichen Fremdw\u00e4hrungen lohnen. Die kurze Antwort: Wenn das betreffende Anleiheinvestment risikod\u00e4mpfende Wirkung im Gesamtportfolio haben soll, dann vermutlich nicht. Die kurz- und mittelfristige Entwicklung von Wechselkursen zuverl\u00e4ssig zu prognostizieren ist unm\u00f6glich. Das Wechselkursrisiko ist \u00fcblicherweise so hoch, dass es den Low-Risk-Charakter eines High-Quality-Anleiheinvestment vollkommen „\u00fcberschwemmt“ und zerst\u00f6rt. Ein Zahlenbeispiel: Die Volatilit\u00e4t kurzfristiger US-Staatsanleihen (One Month Treasury Bills) im Zeitraum 1975 bis 2023 war elfmal so hoch gemessen in DM bzw. Euro wie in USD.<\/p>\n H\u00f6here Nominalzinsen im Land\u00a0A gehen zudem oft mit dort h\u00f6heren Inflationsraten und\/oder h\u00f6heren politischen Risiken relativ zum Land B einher. Beides kann zu allm\u00e4hlichen oder pl\u00f6tzlichen Abwertungen von W\u00e4hrung A relativ zu W\u00e4hrung B f\u00fchren. Und aufgrund der so genannten Zinsparit\u00e4tentheorie sind die Renditen von Staatsanleihen aus Hochzinsl\u00e4ndern, wenn man sie in der W\u00e4hrung eines Niedrigzinslandes inflationsbereinigt berechnet, sehr langfristig betrachtet etwa gleich hoch. Mehr zu Wechselkursrisiko in unserem Blog hier<\/a><\/u>.<\/p>\n Der Schweizer Franken ist eine W\u00e4hrung, die aufgrund der seit rund 30 Jahren (davor nicht) sehr niedrigen Inflation in der Schweiz und aufgrund anderer Faktoren best\u00e4ndig gegen andere W\u00e4hrungen aufwertet. Lohnt es sich daher f\u00fcr einen Anleger in der Eurozone auf Franken-Aufwertungsgewinne zu spekulieren? Nein. Die Aufwertungsgewinne waren langfristig nicht hoch genug, um die besonders niedrigen CHF-Zinsen zu kompensieren.<\/p>\n Bei Anleihenfonds\/-ETFs spielt die Fondsw\u00e4hrung (Berichtsw\u00e4hrung) des Fonds oder die Handelsw\u00e4hrung an der B\u00f6rse keine Rolle f\u00fcr das eigentliche W\u00e4hrungsrisiko der Anleihen im Fonds relativ zur „Heimatw\u00e4hrung“ des Anlegers. Entscheidend f\u00fcr das Risiko ist die W\u00e4hrung der Anleihen oder die W\u00e4hrungssicherung dieser Anleihen innerhalb des Fonds, sofern eine existiert.<\/p>\n <\/p>\n Anleihen werden in der Branche traditionell als „festverzinsliche“ Anlagen bezeichnet (engl. Fixed Income Investments). Einem Nichtanleiheprofi k\u00f6nnte man angesichts dieser Begrifflichkeit nicht verdenken, wenn er unter „festverzinslich“ so etwas wie „feste“ oder „fixe“ Rendite verst\u00fcnde. Leider l\u00e4ge er damit falsch. Anleiherenditen sind in mehrerlei Hinsicht nicht fest oder fix. Bei langlaufenden Anleihen schwanken die relevanten Gesamtrenditen \u00fcber kurze und lange Zeitr\u00e4ume aufgrund des immer vorhandenen Zins\u00e4nderungsrisikos und bei sehr kurzlaufenden Anleihen kann man von Vornherein nicht von „festverzinslich“ sprechen, da hier die (ann\u00e4hernd) „feste Verzinsung“ allenfalls wenige Monate oder ein, zwei Jahre besteht. Zus\u00e4tzlich f\u00fchrt die Existenz von Ausfallrisiko oder Liquidit\u00e4tsrisiko, die die kurzfristige oder langfristige Rendite grunds\u00e4tzlich jeder Anleihe nach oben oder unten beeinflussen k\u00f6nnen, die Vorstellung von „festverzinslich“ ad absurdum. „Fest“ oder „fix“ ist in einer Anleihe lediglich die Koupon-H\u00f6he, eines der insgesamt \u00f6konomisch unbedeutendsten Merkmale einer Anleihe.<\/p>\n Dass Anleiherenditen im Allgemeinen weniger stark schwanken als die Renditen von Aktien oder anderen Anlageklassen und Finanzprodukten macht Anleihen deswegen noch lange nicht „festverzinslich“. Der Terminus „festverzinslich“\/“fixed income“ ist daher falsch und v\u00f6llig verzichtbar.<\/p>\n <\/p>\n Ein t\u00f6richter Mythos, der sich seit der Verbreitung von Anleihen-ETFs hartn\u00e4ckig h\u00e4lt und von „Experten“ immer wieder neu aufgew\u00e4rmt wird, besteht darin, dass man mit dem Investieren in einzelne Anleihen, sofern man sie bis zur F\u00e4lligkeit halte, Renditerisiko „stark senken“ oder sogar „ganz vermeiden“ k\u00f6nne. Begr\u00fcndung: Da man beim Kauf einer Anleihe ihre Umlaufrendite bis zur F\u00e4lligkeit kennt, habe man so alles Risiko beseitigt.<\/p>\n Leider ist das in vielfacher Hinsicht falsch oder hochgradig missverst\u00e4ndlich:<\/p>\n (a) Rechnet man in inflationsbereinigten Kategorien \u2013 was man idealerweise tun sollte \u2013 entspricht die beim Kauf einer einzelnen Anleihe bis zur F\u00e4lligkeit bekannte nominale Umlaufrendite keineswegs der echten<\/em> (realen) Anlegerrendite bis zur F\u00e4lligkeit, da wir am Beginn nicht wissen, wie hoch die Inflation sein wird.<\/p>\n (b) Reinvestiert der Einzelanleiheninvestor den Erl\u00f6s bei F\u00e4lligkeit der Anleihe in eine neue Anleihe, war seine Rendite \u00fcber die Gesamtlaufzeit der beiden Anleihen keineswegs bekannt \u2013 genauso wie bei einem Anleihen-ETF. Auch h\u00e4lt sowieso fast niemand nur eine einzelne Anleihe, sondern zwei oder mehr, was dann ein Anleihenportfolio darstellt \u2013 genau wie bei einem Anleihen-ETF.<\/p>\n (c) Auch h\u00e4lt sowieso fast niemand nur eine einzelne Anleihe, sondern zwei oder mehr, was dann ein Anleihenportfolio darstellt \u2013 genau wie bei einem Anleihen-ETF.<\/p>\n (d) In der Realit\u00e4t werden viele Privatanleger, die eine einzelne Anleihe kaufen, um sie bis zur F\u00e4lligkeit zu halten, diese Absicht gar nicht umsetzen, weil sie aus irgendeinem Grund ungeplant die Anleihe vorzeitig verkaufen wollen oder m\u00fcssen.<\/p>\n (e) F\u00fcr jeden rationalen (oder irrationalen) Anleger z\u00e4hlt nicht nur die Rendite bis zur F\u00e4lligkeit, sondern auch die Rendite und ihre Schwankungen f\u00fcr k\u00fcrzere zeitliche Teilperioden vor<\/em><\/span> Erreichen der F\u00e4lligkeit. Der Kurs einer Anleihe mit zehnj\u00e4hriger Restlaufzeit und eines Anleihen-ETFs mit zehnj\u00e4hriger Restlaufzeit \u2013 zwei Anleiheinvestments mit der gleichen Duration \u2013 schwanken in der Phase unmittelbar nach dem Kauf, grob gesagt in den ersten zwei Jahren, etwa gleich stark. Handelt es sich beim Einzelanleiheninvestment um eine Unternehmensanleihe wird diese anf\u00e4nglich wahrscheinlich sogar st\u00e4rker schwanken als ein entsprechender Anleihen-ETF, weil die Anleihe gegen\u00fcber dem ETF einen gro\u00dfen Diversifikationsnachteil und vermutlich auch Liquidit\u00e4tsnachteil besitzt. Einzelne Unternehmensanleihen k\u00f6nnen ohne Weiteres einen Default erleben, also ausfallen. Auch dann war es nichts mit der von Anfang an bekannten Rendite.<\/p>\n (f) Die Restlaufzeit (Duration) einer einzelnen Anleihe sinkt mit jedem abgelaufenen Tag und mit jedem abgelaufenen Jahr. Bei einem Anleihen-ETF bleibt die Duration dagegen im Zeitablauf konstant \u2013 aus Portfolio-Management-Gr\u00fcnden ist das zumeist ein Vorteil. [2]<\/span><\/strong> Da die Duration einer der zwei zentralen Einflussfaktoren auf den Rendite-Risiko-Charakter eines Anleiheinvestments ist, kann man eine Anlage in eine Einzelanleihe und in einen Anleihen-ETF mit anf\u00e4nglich identischer Duration, nach einem oder zwei Jahren kaum noch sinnvoll vergleichen. Je mehr Zeit verstreicht, desto mehr werden diese beiden Investments bzgl. Rendite und Risiko bis zur F\u00e4lligkeit der Einzelanleihe zu „\u00c4pfeln und Birnen“. Wenn sich zwei Investments in einer zentralen Risikodimension stark unterscheiden, sind eindimensionale Risikovergleiche bestenfalls nutzlos, schlechtestenfalls irref\u00fchrend.<\/p>\n (g) Sofern die Zinsstrukturkurve monoton aufw\u00e4rtssteigt (wie es der Normalfall ist, siehe Grafik weiter oben), das Marktzinsniveau nicht nennenswert sinkt (wie es in \u00fcber 50% der Zeit so ist) und die Duration anf\u00e4nglich identisch ist, wird der Anleihen-ETF bis zur F\u00e4lligkeit der Einzelanleihe eine h\u00f6here Rendite erzeugen.<\/p>\n Das \u00fcberzeugendste Motiv langfristige Anleihen zu kaufen, besteht in so genanntem „Asset-Liability-Matching“, [3]<\/span><\/strong> das vor allem f\u00fcr Banken, Versicherungen und andere gro\u00dfe Industrieunternehmen von Bedeutung ist. F\u00fcr normale Do-it-Yourself-Privatanleger spielt ALM, wenn man \u00fcbertheoretische Gedankenspiele ignoriert, selten eine Rolle.<\/p>\n Kurzum: Einzelne Anleihen, die bis zur F\u00e4lligkeit gehalten werden, sind deswegen, erstens, in mehrerlei Hinsicht nicht risikofrei und k\u00f6nnen, zweitens, sowieso nicht sinnvoll mit einem diversifizierten Anleihen-ETF verglichen werden.<\/p>\n <\/p>\n Viele vermeintliche Experten aus der Finanzbranche und auch zahlreiche Finanzjournalisten sehen in Anleihen (und Bankguthaben) den Nachteil, dass diese keine „Sachwerte“, sondern „Nichtsachwerte“, „Nominalwerte“ oder „Paper Assets“ seien. Dummerweise krankt das Sachwertekonzept an so vielen Inkonsistenzen, Missverst\u00e4ndnissen und offensichtlichen Fehlern, dass es im Ganzen vollkommen nutzlos, wenn nicht gar sch\u00e4dlich ist \u2013 jedenfalls f\u00fcr jemanden, der mit dem Ziel eines echten Erkenntnisgewinns \u00fcber Investieren nachdenkt. Wir haben den Unsinn der „Sachwertetheorie“ vor einiger Zeit in diesem Blog-Beitrag<\/a><\/u> analysiert.<\/p>\n Nicht nutzlos ist der Sachwertebegriff hingegen f\u00fcr diejenigen, die mit schr\u00e4gen Argumenten risikoreiche „Sachwertanlagen“ mit hohen Nebenkosten an Privatanleger vermarkten oder als Medienvertreter mit diesem Nonsenskonzept Auflage und Klicks generieren wollen.<\/p>\n <\/p>\n Die meisten Anleihenindizes (und damit auch die ETFs, die diese Indizes abbilden) sind nach Marktkapitalisierung (B\u00f6rsenwert) gewichtet \u2013 so wie das auch f\u00fcr konventionelle Aktienindizes der Fall ist. Bei Anleihenindizes (Anleihen-ETFs) macht eine Market Cap-Gewichtung in gewisser Weise jedoch weniger Sinn als bei Aktien. Bei Letzteren bedeutet eine hohe Marktkapitalisierung und damit einhergehend ein hohes Gewicht im Aktienindex, dass das Unternehmen in Zukunft in absoluten (nicht notwendigerweise in relativen) Zahlen hohe Gewinne erzielen wird. In der Anleihenwelt gilt dieses Grundprinzip nicht unbedingt. Da kann eine hohe Market Cap f\u00fcr die Anleihen des Unternehmens aus der Sicht mancher das „Gegenteil“ bedeuten, n\u00e4mlich, dass das Unternehmen oder der Staat hoch verschuldet ist.<\/p>\n Gleichwohl ist diese Kritik an konventionellen Anleihenindizes dahingehend zu relativieren, dass, erstens, Unternehmen oder Staaten mit in absoluten Zahlen hohen Schulden \u00fcblicherweise auch insgesamt gro\u00dfe Unternehmen oder Staaten sind. Das hohe Gewicht dieser Unternehmen oder Staaten im Index ist somit auch ein Ergebnis ihrer allgemeinen Gr\u00f6\u00dfe und nicht nur ihres hohen Verschuldungsgrades. Zweitens preist der Markt den negativen Bonit\u00e4tseffekt bei hochverschuldeten Unternehmen oder Staaten nat\u00fcrlich ein. Die Umlaufrendite der Anleihen dieser im Vergleich st\u00e4rker verschuldeten Unternehmen\/Staaten ist entsprechend h\u00f6her als bei vergleichbaren Unternehmen mit geringerem Verschuldungsgrad. Mit anderen Worten, der Anleiheinvestor wird jedenfalls ex ante f\u00fcr dieses Risiko kompensiert. Und drittens enthalten die meisten Unternehmensanleihenindizes Caps (Obergrenzen) f\u00fcr Emittenten, also Obergrenzen f\u00fcr das Gewicht einzelner Firmen.<\/p>\n <\/p>\n Rating-Agenturen definieren als Default oder genauer Payment Default (Ausfall, Zahlungsausfall) einer Anleihe, wenn der Kapitaldienst (Zins und am Laufzeitende Tilgung) f\u00fcr 90 Tage oder mehr nicht vertragsgem\u00e4\u00df erbracht wird. Ein Payment Default\/Ausfall ist keineswegs gleichbedeutend mit dem Unternehmenskonkurs oder einer „Pleite“, auch nicht mit einem tats\u00e4chlichen oder wahrscheinlichen 100%-Verlust f\u00fcr den Investor. Bei Unternehmensanleihen liegt die durchschnittliche Recovery Rate (Wiedereinbringungsrate) bei einem Default auf der Basis langfristiger historischer Daten in der Gr\u00f6\u00dfenordnung von 35%, bei Staatsanleihen in der Gr\u00f6\u00dfenordnung von 60%. Nebenbei gesagt: „Staatskonkurs“ ist ohnehin ein f\u00fcr Laien hochgradig missverst\u00e4ndliches Wort, da ein Staat nicht im gleichen Sinne wie ein Unternehmen „konkurs“ oder „bankrott“ gehen kann. Ein Konkursrecht oder eine Konkursordnung (Insolvenzordnung) f\u00fcr Staaten existiert ebenfalls nicht.<\/p>\n <\/p>\n Nein. Die gro\u00dfe Mehrzahl aller aktiv gemanagten Anleiheportfolios unter-performt eine korrekt gew\u00e4hlte passive, Buy-and-Hold-Benchmark (bei einem solchen Vergleich sollten Kosten, Steuern und Risiko ber\u00fccksichtigt werden). Die Quote der aktiv gemanagten Loser-Portfolios nimmt mit der L\u00e4nge des Auswertungszeitraumes zu und n\u00e4hert sich f\u00fcr Zeitfenster oberhalb von zehn Jahren der 100%-Marke. Die Minderheit der Outperformer in einem gegebenen Zeitfenster \u2013 ob ein Jahr oder 15 Jahre \u2013 l\u00e4sst sich ex ante nicht zuverl\u00e4ssig prognostizieren, da die Zusammensetzung dieser Minderheit, so die herrschende Meinung in der Wissenschaft \u2013 gr\u00f6\u00dftenteils vom Zufall, also von Gl\u00fcck bestimmt wird.<\/p>\n <\/p>\n Die zentrale \u00dcberlegung in diesem Zusammenhang besteht darin, dass verzinsliche oder unverzinsliche Bankguthaben f\u00fcr rationale Anleger sowieso nur in Frage kommen bis zum Maximalbetrag von 100.000\u00a0Euro je Bank-Kunde-Kombination, also bis zur Obergrenze der gesetzlichen\/staatlichen Einlagensicherung in EU-L\u00e4ndern. (In der Schweiz und in Liechtenstein existiert keine Einlagensicherung mit \u00e4hnlich verbindlichem staatlichem Backing.) Bankguthaben oberhalb einer staatlichen Einlagensicherung sind grunds\u00e4tzlich ausfallgef\u00e4hrdet, wenn die Bank „umkippt“ (das gilt nicht f\u00fcr den Inhalt von Bankdepots, da dieser Inhalt nicht in die Konkursmasse der betreffenden Bank fallen w\u00fcrde). Wie gro\u00df das Bankpleiterisiko ist und warum es allgemein untersch\u00e4tzt wird, haben wir hier<\/a><\/u> analysiert.<\/p>\n Ein ETF-basiertes Geldmarktfonds-Investment ist f\u00fcr Betr\u00e4ge oberhalb von 100.000 Euro (Einlagensicherungsgrenze) aus Ausfallsrisikosicht grunds\u00e4tzlich sicherer als eine Bankeinlage. Au\u00dferdem produziert ein Geldmarktfonds h\u00f6here Renditen als das durchschnittliche Tagesgeld bei einer der rund 1.600 Banken in Deutschland. Die f\u00fcr Privatanleger enorm relevante aber immer noch wenig bekannte Anlageform Geldmarktfonds haben wir in diesem Blog-Beitrag<\/a><\/u> dargestellt.<\/p>\n Wer mit Tagesgeldern (innerhalb der gesetzlichen Einlagensicherungsgrenze) die Rendite einer Geldmarktfondsanlage erreichen oder (marginal) \u00fcbertreffen m\u00f6chte, muss notwendigerweise „Tagesgeld-Hopping“ betreiben, also laufend Bankkonten er\u00f6ffnen und wieder schlie\u00dfen und zudem eine Menge „Kleingedrucktes“ zu den Bedingungen dieser stets vorr\u00fcbergehenden Lockvogelangebote lesen. Nicht jeder m\u00f6chte das oder hat die Zeit daf\u00fcr.<\/p>\n Festgelder (in Abgrenzung zu Tagesgeldern) sind in Sachen Flexibilit\u00e4t und Liquidit\u00e4t sowieso nicht mit einer de facto t\u00e4glich verf\u00fcgbaren, viel liquideren Geldmarktfondsanlage vergleichbar.<\/p>\n <\/p>\n \u00a0<\/strong>Wer den Risikograd eines schwerpunktm\u00e4\u00dfig in Aktien investierten Depots senken m\u00f6chte und eine konservativere Rendite-Risiko-Kombination als in einem reinen Aktienportfolio anstrebt, der k\u00f6nnte sich bei der Strukturierung der betreffenden Anleihenkomponente an folgenden Kriterien orientieren: (a) Nur kurzlaufende Anleihen oder Anleihen-ETFs (vorzugsweise unter drei Jahren Restlaufzeit\/Duration). (b) High-Quality-Anleihen, also Anleihen, im oberen Investment-Grade-Bereich, idealerweise nur bis A\u2013 oder A3 (siehe Rating-Tabelle weiter unten). Weil bei Unternehmensanleihen die Bonit\u00e4tsnoten im Mittel schlechter sind als bei Staaten, ist dort hohe Diversifikation \u00fcber mindestens 100 verschiedene Emittenten wichtig, um das Ausfallrisiko wegzudiversifizieren. (c) Kein Wechselkursrisiko. Wenn Fremdw\u00e4hrungsanleihen, dann solche mit einer Wechselkursabsicherung zur heimischen W\u00e4hrung (\u00fcber Anleihen-ETFs ist das leicht erzielbar).<\/p>\n <\/p>\n <\/p>\n Tabelle: Anleihen-Rating-Noten f\u00fcr die drei gr\u00f6\u00dften Rating-Agenturen<\/strong><\/span><\/p>\n \u25ba Anleihen-Ratings dr\u00fccken nur Ausfallrisiko aus, nicht<\/em> Volatilit\u00e4tsrisiko oder Liquidit\u00e4tsrisiko. Die Ratings beziehen sich stets auf eine einzelne<\/em> Anleihe. Sie ber\u00fccksichtigen keine ausfallrisikosenkenden Diversifikationseffekte in einem Portfolio aus Anleihen unterschiedlicher Emittenten. \u25ba Das Rating, die „Rating-Prognose“ gilt nur f\u00fcr die jeweils folgenden ca. 12 Monate und nicht dar\u00fcber hinaus. Rating-Agenturen behalten sich das Recht vor, ein Rating jederzeit und ohne Vorank\u00fcndigung zu \u00e4ndern und das geschieht auch oft. \u25ba Die nummerischen Abst\u00e4nde bzgl. des zugrunde liegenden statistischen Ausfallrisikos zwischen den gut 20 Rating-Stufen sind nicht linear (sind zwischen zwei gegebenen Noten nicht gleich gro\u00df), sie sind am oberen (guten) Ende der Skala sehr gering und nehmen mit jeder Rating-Note nach unten stark hin zu. Das muss bei der Berechnung „durchschnittlicher Ratings“ von zwei oder mehr Anleihen ber\u00fccksichtigt werden. \u25ba Die hier gezeigte Tabelle wurde gegen\u00fcber den offiziellen Tabellen der betreffenden Rating-Agenturen an mehreren Stellen aus Platzgr\u00fcnden vereinfacht. Die Erl\u00e4uterungen zu den einzelnen Noten in der rechten Spalte stammen aus dem deutschen Wikipedia-Eintrag „Rating“. Weiterf\u00fchrende Details zu Anleihen-Ratings in der englischen Wikipedia hier<\/a>.<\/span><\/p>\n <\/p>\n [1]<\/strong> Im 19. Jahrhundert und davor emittierten Staaten regelm\u00e4\u00dfig Anleihen ohne F\u00e4lligkeit und demnach ohne geplante R\u00fcckzahlung. Im Falle von Gro\u00dfbritannien existieren diese Anleihen, „Consols“ genannt, noch heute, bei anderen Staaten wurden sie zumeist irgendwann dann doch getilgt oder gingen im Rahmen einer W\u00e4hrungsreform unter.<\/p>\n [2] <\/strong>Nur bei so genannten Laufzeiten-ETFs (Target Maturity ETFs), die in Deutschland 2023 erstmalig angeboten wurden, sinkt die Duration mit jedem abgelaufenen Tag wie bei einer Einzelanleihe. Auf Laufzeiten-ETFs gehen wir hier aus Platzgr\u00fcnden nicht ein.<\/p>\n [3]<\/strong> Aus Platzgr\u00fcnden gehen wir hier nicht auf Asset-Liability-Matching ein. Im Internet finden sich dazu viele Erkl\u00e4rungen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":" Dieser Beitrag ist eine kurze Einf\u00fchrung in die Anlageklasse Anleihen (Staats- und Unternehmensanleihen) aus der Sicht von Privatanlegern.<\/p>\n","protected":false},"author":9,"featured_media":15811,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[10],"tags":[15,76],"class_list":["post-10142","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-asset-klassen","tag-anleihen","tag-wissen"],"yoast_head":"\nWas ist eine Anleihe?<\/strong><\/span><\/h2>\n
Sechs Hauptunterschiede zwischen Aktien und Anleihen<\/strong><\/span><\/h2>\n
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Die Deutschen tun sich traditionell schwer mit der Anlageklasse Anleihen<\/strong><\/span><\/h2>\n
Neun wichtige Unterscheidungsmerkmale bei Anleihen<\/strong><\/span><\/h2>\n
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Das „Anleiheparadox“<\/strong><\/span><\/h2>\n
Warum sind Anleihen strukturell risiko\u00e4rmer als Aktien?<\/strong><\/span><\/h2>\n
Der Unterschied zwischen Kuponrendite und Umlaufrendite<\/strong><\/span><\/h2>\n
Die Zinsstrukturkurve<\/strong><\/span><\/h2>\n
<\/p>\nEin Blick in die Zinshistorie<\/strong><\/span><\/h2>\n
<\/p>\nCall-Risk bei Unternehmensanleihen<\/strong><\/span><\/h2>\n
Lohnt es sich in Fremdw\u00e4hrungsanleihen zu investieren, wenn das Zinsniveau in der Fremdw\u00e4hrung h\u00f6her ist?<\/strong><\/span><\/h2>\n
Warum die Bezeichnung „festverzinsliches Investment“ f\u00fcr Anleihen falsch ist<\/strong><\/span><\/h2>\n
Kann man mit Investments in einzelne Anleihen statt Anleihenfonds Risiko senken?<\/strong><\/span><\/h2>\n
Ist es ein Nachteil von Anleihen, dass sie keine Sachwertanlagen sind?<\/strong><\/span><\/h2>\n
Leiden Anleihenindizes an einem strukturellen Konstruktionsfehler?<\/strong><\/span><\/h2>\n
Bedeutet der Ausfall (Default) einer Anleihe, dass man als Anleger alles verliert?<\/strong><\/span><\/h2>\n
Funktioniert aktives Investieren bei Anleihen besser als bei Aktien?<\/strong><\/span><\/h2>\n
Wann Anleihen die \u00fcberlegene Alternative zu verzinslichen Bankguthaben sind<\/strong><\/span><\/h2>\n
Welcher Anleihetypus eignet sich am besten dazu, das Risiko eines Aktienportfolios abzumildern?<\/strong><\/span><\/h2>\n
Fazit<\/strong><\/span><\/h2>\n
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Anhang<\/span><\/h2>\n
<\/p>\nEndnoten<\/strong><\/span><\/h2>\n