Gerd Kommer<\/a>\u00a0\u00a0<\/em><\/p>\nMit Technologieaktien erzielten Anleger in den letzten Jahren h\u00f6here Renditen als mit „Old Economy“-Branchen wie Transport, Energie, Maschinenbau, Handel, Finanzwesen oder mit dem Gesamtaktienmarkt. Eine Zahl zur Illustration: \u00dcber die f\u00fcnf Jahre von Oktober 2015 bis September 2020 produzierte der Aktiensektor Informationstechnologie global eine Rendite von 23,1% p.a. gegen\u00fcber 9,4% p.a. f\u00fcr den allgemeinen Weltaktienmarkt (MSCI ACWI IMI Information Technology Index und MSCI ACWI IMI Index, nominale Renditen jeweils in Euro). Auch den Corona-Crash in der ersten Jahresh\u00e4lfte 2020 \u00fcberstanden Technologieaktien besser als der restliche Markt.<\/p>\n
Wenn ein Teilsegment des Aktienmarktes \u2013 z. B. ein Land, eine Branche oder eine Anlagestrategie \u2013 \u00fcber mehrere Jahre hinweg eine hohe \u00dcberrendite relativ zum Gesamtmarkt liefert, leiten manche Privatanleger daraus ab, diese Mehrrendite sei „normal“ und werde auch in Zukunft anhalten.<\/p>\n
In diesem Blog-Beitrag werden wir zeigen, dass es sich bei der Vorstellung von der systematisch (statistisch hinreichend verl\u00e4sslich) h\u00f6heren Rendite des Technologiesektors um einen alten Irrtum handelt, der alle paar Jahre neu aufpoppt, wie ein nicht sterben wollender Zombie. Zuletzt wanderte der Zombie Ende der 1990er Jahre durch die Privatanleger-Community. Er verschwand vorl\u00e4ufig als die damalige Dotcom-Blase Anfang 2000 zu platzen begann. Jetzt ist er wieder da.\u00a0<\/span><\/p>\nDass man als Anleger die vermeintlich h\u00f6heren Renditen von Technologieaktien systematisch f\u00fcr sich nutzen k\u00f6nne, stimmte damals nicht, stimmt jetzt nicht und wird auch in der langfristigen Zukunft nicht stimmen.\u00a0<\/span><\/p>\nBevor wir zu einigen Zahlen kommen, die unsere These veranschaulichen, wollen wir zuerst noch die Frage beantworten, warum so viele Privatanleger dem Technologieaktienirrtum aufsitzen.<\/p>\n
Die wichtigste unter mehreren Ursachen ist der sogenannte Recency-Bias<\/i> \u2013 der allzu menschliche Denkirrtum, Daten der j\u00fcngeren Vergangenheit als f\u00fcr die Zukunft grunds\u00e4tzlich bedeutsamer einzustufen als \u00e4ltere Daten.\u00a0[1]<\/b> Da der High Tech-Sektor in den letzten Jahren fast alle anderen Sektoren outperformt hat, glauben viele Anleger, dass dies nun „die neue Normalit\u00e4t“ sei.\u00a0<\/span><\/p>\nDie vom Recency Bias beg\u00fcnstigten falschen Schlussfolgerungen werden zus\u00e4tzlich durch von Finanzmedien verbreitete Investment-Pornographie verst\u00e4rkt, also Ver\u00f6ffentlichungen, die aus wissenschaftlicher Sicht unbewiesene Schlussfolgerungen als etwas darstellen, das unzweifelhaft oder jedenfalls sehr wahrscheinlich sei \u2013 jeweils vermischt mit der unausgesprochenen oder ausgesprochenen Implikation, dass Privatanleger daraus attraktive Mehrrenditen schlagen k\u00f6nnten. Ein finanzpornographisches Beispiel hierf\u00fcr ist die Artikel\u00fcberschrift „Technologieaktien bleiben die einzige Wahl \u2013 Sie haben in der Krise gegl\u00e4nzt und sie tun es weiterhin. Darauf k\u00f6nnen Anleger setzen“ (Finanzportal GodmodeTrader, 15.06.2020).<\/p>\n
Dass die Finanzbranche in ihrem Produktmarketing auf jede Mode aufspringt, mit der sich gutgl\u00e4ubigen Anlegern das Geld aus der Tasche ziehen l\u00e4sst, braucht kaum betont zu werden. Von den gut Tausend in Deutschland vertriebenen Aktien-ETFs replizieren rund ein Drittel einen Branchen- oder Themen-Index. Diese ETFs haben im Durchschnitt h\u00f6here laufende Verwaltungsgeb\u00fchren als breiter diversifizierte Nicht-Branchen-ETFs. Dasselbe gilt f\u00fcr aktiv gemanagte Aktienfonds und f\u00fcr die \u00fcber eine Million in Deutschland vertriebenen Zertifikate.<\/p>\n
Im Anlegerdenken verweben sich der „eingebaute“ Recency Bias, die finanzpornografischen Schlagzeilen der Medien, das modegetriebene Marketing der Finanzbranche und Investment-Pseudowissen zu einer f\u00fcr den Anleger subjektiv runden, in sich schl\u00fcssigen Story: Branchen mit starkem technischen Fortschritt und h\u00f6herem Anteil an jungen „disruptiven“ Firmen m\u00fcssen zwangsl\u00e4ufig f\u00fcr Anleger rentabler sein als Old-Economy-Branchen mit nur langsamem technischen Fortschritt und wenig Wachstum. Das sei „die Logik der Digitalisierung“.<\/p>\n
Diese, wie wir sehen werden, einf\u00e4ltige Story wird erst hinterfragt, wenn einige Jahre sp\u00e4ter der Entt\u00e4uschungsgrad im Depotauszug eine nennenswerte Intensit\u00e4t \u00fcberschritten hat. Zu diesem Zeitpunkt wird es jedoch bereits eine neue „Investment-Chance des Jahrzehnts“ geben, die in unserer Wahrnehmung genauso logisch und unausweichlich erscheint, wie vorher diejenige, mit der der Anleger soeben eine Bauchlandung erlitten hat. Jetzt kann das Spiel aufs Neue beginnen.\u00a0<\/span><\/p>\nDoch nun zu einigen Zahlen, die verdeutlichen, dass der Technologie-Sektor langfristig keine attraktiveren Renditen produziert als der Gesamtmarkt und viele Uralt-Low Tech-Branchen.<\/p>\n
Wir verwenden f\u00fcr diese Statistik\u00fcbung US-amerikanische Aktienmarktdaten, da diese f\u00fcr weit in die Vergangenheit zur\u00fcckreichende Zeitr\u00e4ume die h\u00f6chste Datenqualit\u00e4t und Granularit\u00e4t aufweisen und weil sie auf der Website des amerikanischen Wirtschaftsprofessors Ken French f\u00fcr jedermann \u00f6ffentlich verf\u00fcgbar sind. US-Daten d\u00fcrften in diesem Fall f\u00fcr den Rest der Welt repr\u00e4sentativ sein, da unser Augenmerk auf dem relativen Vergleich der Branchen liegt.<\/p>\n
Die folgende Tabelle kontrastiert die Rendite des Sektors High Tech\u00a0[2]<\/b> mit anderen ausgew\u00e4hlten Branchen w\u00e4hrend der vergangenen 50 Jahre. Die zugrundliegende Branchenklassifizierung gliedert den gesamten US-Aktienmarkt in zehn Hauptsektoren auf. Zum Sektor High Tech geh\u00f6ren auch vier der f\u00fcnf FAANG-Aktien (Facebook, Apple, Netflix und Google, nicht jedoch Amazon). Wir benchmarken diesen Sektor mit dem Gesamtmarkt sowie mit 49 weiteren, granularer untergliederten Branchen, die zusammen wiederum den Gesamtmarkt bilden.<\/p>\n
Tabelle: Vergleich der Renditen des US-Aktiensektors High Tech (HT) mit dem Gesamtmarkt und anderen ausgew\u00e4hlten Branchen f\u00fcr den Zeitraum 07-1970 bis 06-2020 (50 Jahre) \u2013 inflationsbereinigte (reale) Renditen in USD, vor Kosten und Steuern<\/b><\/span><\/p>\n\n\n\n| \n Zeitraum<\/strong><\/p>\n<\/td>\nRendite High\u00a0Tech-Sektor (HT)<\/strong><\/td>\nRendite Gesamt\u00admarkt<\/strong><\/td>\nRendite\u00adrang High\u00a0Tech-Sektor innerhalb von 10 Haupt\u00adsektoren<\/strong><\/td>\nRendite der besten<\/strong> \nvon 49 Branchen<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n\n| \n 07-2015 bis 06-2020 (5 Jahre)<\/p>\n<\/td>\n | 19,2% p.a.<\/td>\n | 8,5% p.a.<\/td>\n | 1 von 10<\/td>\n | \n 20,6% p.a. [B](Microchip\u00adherstellung)<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n | \n| \n 07-1970 bis 06-2020 (50 Jahre)<\/p>\n<\/td>\n | 6,8% p.a.<\/td>\n | 6,9% p.a.<\/td>\n | 5 von 10<\/td>\n | \n 10,7 % p.a. \n(Waffen\u00adherstellung)<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n | \n| \n Die ersten 25 Jahre<\/p>\n<\/td>\n | 4,8% p.a.<\/td>\n | 6,8% p.a.<\/td>\n | 10 von 10<\/td>\n | \n 11,4% p.a. \n(Waffen\u00adherstellung)<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n | \n| \n Die zweiten 25 Jahre<\/p>\n<\/td>\n | 8,9% p.a.<\/td>\n | 7,1% p.a.<\/td>\n | 3 von 10<\/td>\n | \n 12,0% p.a. \n(Schiffbau)<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n | \n| Das schlechteste HT-Sektor-Jahrzehnt [A]<\/td>\n | \n \u20139,6% p.a.<\/p>\n<\/td>\n | \u20133,1% p.a.<\/td>\n | 10 von 10<\/td>\n | \n 19,2% p.a.(Kohle\u00adberg\u00adbau)<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n \u25ba [A] Das Jahrzehnt von 07\/2000 bis 06\/2010. Der 50-Jahreszeitraum wurde f\u00fcr diese Auswertung in f\u00fcnf nicht \u00fcberlappende Dekaden aufgeteilt. \u25ba [B] Microchipherstellung ist eine von vier Branchen in der 49-Branchen-Segementierung, die den „High Tech“-Sektor in der 10er-Klassifizierung bilden. \u25ba Telekommunikation geh\u00f6rt hier nicht zum High Tech-Sektor. Ein Einbeziehen von TK w\u00fcrde die zahlenm\u00e4\u00dfigen Ergebnisse in der Tabelle jedoch nicht wesentlich \u00e4ndern. Der in Deutschland „notorische Fall“ der Telekom-Aktie d\u00fcrfte weltweit untypisch f\u00fcr die Aktienrendite des TK-Sektors sein. \u25ba Gesamtmarkt = CRSP 1-10-Index. \u25ba Datenquelle: Ken French Data Library.<\/span><\/p>\nWas sind die Hauptschlussfolgerungen, die sich aus den Zahlen in der Tabelle ableiten lassen?<\/p>\n (a) Ja, in den letzten f\u00fcnf (oder auch sieben oder zehn) Jahren schlugen Technologieaktien den allgemeinen Aktienmarkt in den USA (und weltweit).<\/p>\n (b) \u00dcber den Gesamtzeitraum von 50 Jahren erzeugte der Sektor High Tech eine Rendite, die fast genau derjenigen des allgemeinen Aktienmarktes entsprach. Allerdings wies der HT-Sektor ein merklich h\u00f6heres Risiko als der Gesamtmarkt auf, n\u00e4mlich eine anderthalb mal so hohe Volatilit\u00e4t (Renditeschwankung) und einen maximalen kumulativen Verlust (Maximum Drawdown) von minus 81% im September 2002 gegen\u00fcber minus 55% f\u00fcr den Gesamtmarkt im September 1974 (beide Werte inflationsbereinigt). „Risikoadjustiert“ war High Tech \u00fcber 50 Jahre hinweg somit schlechter als der Gesamtmarkt. Die beste Aktion\u00e4rsrendite unter den 49 Branchen gab es in der Waffenherstellung, die zweith\u00f6chste in der Tabakbranche.<\/p>\n (c) Teilt man die 50 Jahre in zwei H\u00e4lften auf, zeigte sich High Tech in der ersten H\u00e4lfte merklich schlechter als der Gesamtmarkt, in der zweiten H\u00e4lfte besser. Aber auch in diesen zweiten 25 Jahren lief HT nur im vorderen Renditemittelfeld von 49 Branchen ins Ziel und wurde von der „alten“ Branche Schiffbau auf der 25-Jahres-„Mittelstrecke“ beinahe \u00fcberrundet.<\/p>\n (d) Schaut man sich unter den f\u00fcnf nicht \u00fcberlappenden 10-Jahreszeitr\u00e4umen in den betrachteten 50 Jahren das f\u00fcr HT schlechteste Jahrzehnt an, pr\u00e4sentiert sich HT wieder nicht von der Siegerseite: 9,6% durchschnittlicher Verlust pro Jahr von Juli 2000 bis Juni 2010 versus nur 3,1% Verlust pro Jahr f\u00fcr den Gesamtmarkt. Noch k\u00fcmmerlicher erscheint die HT-Aktienleistung in dieser Dekade relativ zu der hohen 10-Jahresrendite des „Steinzeitsektors“ Kohlebergbau. Nicht unerw\u00e4hnt sollte hier bleiben, dass dieses f\u00fcr HT-Aktien schwache Jahrzehnt noch gar nicht lange zur\u00fcckliegt.<\/p>\n Zwischenfazit: Bezieht man in eine Datenanalyse einen l\u00e4ngeren Zeitraum ein, statt nur selektiv die letzten paar Jahre, dann tritt ein „etwas anderes“ Gesamtbild zu Tage als das, was Technologieaktienfans gerne vermitteln.<\/p>\n Gelegentlich wird behauptet, es habe in j\u00fcngerer Zeit im Aktienmarkt einen Art Strukturbruch gegeben, weswegen Daten, die l\u00e4nger als z. B. zehn Jahre zur\u00fcckl\u00e4gen, in Bezug auf Technologieaktien nicht mehr relevant seien. Dieses nie wirklich belegte Argument erscheint drollig naiv. Das wird schon allein daran deutlich, dass die Schlagworte, Konzepte und Technologien, die heute zur Erkl\u00e4rung der hohen Renditen des High Tech-Sektors in j\u00fcngerer Zeit bem\u00fcht werden \u2013 Internet, Digitalisierung, Netzwerkeffekte, k\u00fcnstliche Intelligenz, Skalierung und so fort, \u2013 alle schon vor 20 oder 30 Jahren existierten. Konrad Zuse bauten den ersten Computer 1936.\u00a0<\/span><\/p>\nDie Frage „was ist wirklich neu?“ f\u00fchrt uns indirekt zur Erkl\u00e4rung, warum HT-Aktien historisch einfach nur durchschnittlich performt haben und warum das wohl auch in der Zukunft so sein wird. Diese wirkliche Erkl\u00e4rung zu sehen und zu begreifen erfordert allerdings zwei Dinge:\u00a0<\/span><\/p>\n\n- In Bezug auf die empirischen Daten muss man sich die M\u00fche machen, hinter die selektiv ausgew\u00e4hlten Kurzfristdaten aus den letzten Jahren und hinter die Geschichte von Einzelaktien zu blicken, die die Finanzbranche und die Medien \u00fcblicherweise verbreiten.<\/li>\n
- In Bezug auf die Sachlogik muss man sich an die alte Dame Wissenschaft halten und nicht an sch\u00f6n einfach klingende Geschichtchen und an Bauchgef\u00fchl-VWL.\u00a0<\/span><\/li>\n<\/ul>\n
Aus der Sicht der Wissenschaft sehen einige wichtige sachlogische Sachverhalte zu diesem Thema so aus:\u00a0<\/span><\/p>\nBranchen wurden in der empirischen Finanzmarktforschung in den vergangenen rund 60 Jahren nicht als systematische Treiber von Rendite und Risiko bei Aktien identifiziert. „Systematische Treiber“ von Rendite und Risiko sind lediglich die so genannten Faktorpr\u00e4mien (siehe hierzu unseren Blog-Beitrag Factor Investing \u2013 die Basics<\/a> vom Mai 2019). Diese zu verstehen ist nat\u00fcrlich weniger spannend als die bunten Stories \u00fcber die neuesten Branchentrends, aufsehnerregende Produktinnovationen in der Unterhaltungselektronik und ber\u00fchmte Technik-Celebrities wie Steve Jobs oder Elon Musk (siehe hierzu unseren Blog-Beitrag Die beste Aktie der Welt<\/a> vom Juni 2020).<\/p>\nSelbstverst\u00e4ndlich hat die Branchenzugeh\u00f6rigkeit einer Aktie Einfluss auf ihre Rendite. Das ist trivial. Ein blo\u00dfer Einfluss hilft Anlegern allerdings nicht weiter, wenn dieser Einfluss nicht systematischer Natur ist, also in die Zukunft gerichtet nicht „ausbeutbar\u201c ist. Selbstverst\u00e4ndlich haben Unternehmen im Sektor Informationstechnologie bessere Wachstumsaussichten als die meisten anderen Sektoren. Auch das ist trivial.\u00a0<\/span><\/p>\nDiese besseren Wachstumsaussichten sind aber zu jedem beliebigen Zeitpunkt schon eingepreist, weil der ganze Markt sie kennt und f\u00fcr die Zukunft dann einfach voraussetzt. Sie werden daher vorw\u00e4rts gerichtet keinen systematisch ausbeutbaren Renditevorteil f\u00fcr die fraglichen Aktien mehr haben. Ein Indikator f\u00fcr diese Einpreisung sind die heute hohen Bewertungen von Technologie-Aktien. Beispielsweise betrug das Kurs-Gewinn-Verh\u00e4ltnis der f\u00fcnf FAANG-Aktien Ende September 2020 etwa 61 (einfacher Durchschnitt). Das ist rund dreimal so hoch wie das KGV des Gesamtmarktes. Das bedeutet im Wesentlichen, dass der Markt f\u00fcr die f\u00fcnf Firmen in der Zukunft (in Summe) dreimal so gute Gesch\u00e4ftszahlen erwartet wie f\u00fcr den Gesamtmarkt, damit allein nur die gleiche Aktienrendite wie die des Gesamtmarktes resultiert.\u00a0[3]<\/b>\u00a0<\/span><\/p>\nUm in der Zukunft h\u00f6here Aktion\u00e4rsrenditen als der Gesamtmarkt zu produzieren \u2013 so wie es die FAANG-Anleger erwarten \u2013 m\u00fcssen die Gewinne der f\u00fcnf Unternehmen jedoch schneller als nur dreimal so stark wie die des Marktes wachsen. Dreimal so stark ist ja bereits eingepreist.\u00a0<\/span><\/p>\nSollte dieses extreme Wachstum in der Zukunft nicht kommen, m\u00fcsste sich unseres Erachtens niemand wundern, weil das auch in der Vergangenheit schon geschah. Eine mehrj\u00e4hrige Unterrendite des Technologie-Sektors ist nichts Ungew\u00f6hnliches, wie unsere Tabelle erkennen l\u00e4sst.<\/p>\n Da wir alle Geschichten lieben, zum Schluss noch die Geschichte des „Renditerennens“ zwischen Walmart und Intel. Walmart ist ein langweiliger Supermarkt-Einzelh\u00e4ndler, wenn auch der nach Umsatz gr\u00f6\u00dfte der Welt. Im Supermarkt-Einzelhandel sind die Margen bekanntlich rasiermesserd\u00fcnn und der technische Fortschritt eher langsam. Intel ist weltweit der gr\u00f6\u00dfte Mikrochip-Hersteller, ein globaler Technologief\u00fchrer, dem 40.000 Patente geh\u00f6ren und dessen Margen hoch sind.<\/p>\n Die \u00f6ffentlich verf\u00fcgbaren Aktienkursdaten von Intel reichen bis Februar 1980, gut 40 Jahre zur\u00fcck, f\u00fcr Walmart ist die verf\u00fcgbare Datenserie l\u00e4nger. In den 40,6 Jahren bis September 2020 generierte die Old-Economy-Aktie Walmart eine imponierende Rendite von 20,7% p.a. versus „nur“ 14,6% p.a. f\u00fcr Intel (nominal in US-Dollar inklusive Dividenden, vor Kosten und Steuern). Auch \u00fcber die letzten f\u00fcnf Jahre und die letzten 20 Jahre lag Walmart vorne.<\/p>\n <\/p>\n | | | | | |