{"id":21708,"date":"2026-02-23T16:16:36","date_gmt":"2026-02-23T15:16:36","guid":{"rendered":"https:\/\/gerd-kommer.de\/?p=21708"},"modified":"2026-03-03T13:50:03","modified_gmt":"2026-03-03T12:50:03","slug":"edelmetalle-als-beimischung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerd-kommer.de\/blog\/edelmetalle-als-beimischung\/","title":{"rendered":"Edelmetalle als Beimischung \u2013 macht das Sinn?"},"content":{"rendered":"

Von Gerd Kommer<\/a>\u00a0und\u00a0Jakob Riemensperger<\/a>\u00a0\u00a0<\/em><\/p>\n

In den letzten zehn Jahren hatte Gold eine au\u00dferordentlich hohe Rendite, welche die ebenfalls historisch hohe Rendite des globalen Aktienmarktes noch deutlich \u00fcberstieg. Silber outperformte im zur\u00fcckliegenden Jahrzehnt sowohl Aktien als auch Gold. <\/p>\n

Wenig \u00fcberraschend haben daher Medienberichte \u00fcber Gold und Silber als Investment j\u00fcngst stark zugenommen. <\/p>\n

Ende Januar 2026 gab es bei Gold und Silber kurzzeitig einen Preiseinbruch von 15% und fast 40% bei Silber (gemessen in Euro). Beide Einbr\u00fcche waren aber nur eine kurze „Schrecksekunde“. Sie blieben bisher geringer als die Preissteigerungen in den drei Wochen davor.<\/p>\n

Anlass genug f\u00fcr uns, in diesem Blog-Beitrag die Frage der Attraktivit\u00e4t von Gold und den aus Anlegersicht drei wichtigsten weiteren Edelmetallen \u2013 Silber, Platin und Palladium \u2013 zu untersuchen. Der Schwerpunkt unserer Analyse liegt dabei auf langfristigen historischen Daten, erg\u00e4nzt um zentrale sachlogische Argumente. <\/p>\n

Wie wir sehen werden, liefert die parallele Analyse der vier investmentm\u00e4\u00dfig wichtigsten Edelmetalle nebeneinander interessante Einblicke und Erkenntnisse, die eine isolierte Betrachtung nur von Gold oder nur von Silber nicht geliefert h\u00e4tte. (F\u00fcr Gold individuell haben wir eine \u00e4hnliche Betrachtung inklusive Literaturauswertung bereits in einem fr\u00fcheren Blog-Beitrag<\/u><\/a> vorgenommen.) <\/p>\n

Bevor wir mit der Darstellung der Renditedaten beginnen, hier noch einige allgemeine, vielleicht nicht jedem bekannte realwirtschaftliche Fakten zu den vier Edelmetallen:<\/p>\n

Tabelle 1: Ausgew\u00e4hlte realwirtschaftliche Schl\u00fcsseldaten zu vier Edelmetallen<\/strong><\/span><\/p>\n

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\u25ba Alle angegebenen Gewichtszahlen sind grobe Sch\u00e4tzungen aus einer Reihe unterschiedlicher Quellen. \u25ba [A] Das heute weltweit vorhandene, von Menschen bisher aus der Erdkruste entnommene Volumen („above ground stock pile“). \u25ba [B] In der Reihenfolge des Produktionsvolumens. \u25ba [C] In der Reihenfolge des Nachfragevolumens.<\/span><\/p>\n

Insgesamt existieren 15 Edel- und Halbedelmetalle. Kurioserweise sind diese beiden Begriffe in verschiedenen Kulturkreisen und Sprachen gem\u00e4\u00df Wikipedia nicht genau deckungsgleich, umfassen also zum Teil unterschiedliche Metalle. <\/p>\n

In der Anlegerpraxis nimmt Gold unter den Edelmetallen die gr\u00f6\u00dfte Bedeutung ein, was niemanden \u00fcberraschen wird. Die in diesem Blog-Beitrag nicht weiter betrachteten neben Gold, Silber, Platin und Palladium elf anderen Edel- und Halbedelmetalle spielen im Investmentmarkt nur marginale Rollen. [1]<\/span><\/strong> <\/p>\n

Institutionelle Investoren und Zentralbanken investieren im Wesentlichen nur in Gold und kaum oder gar nicht in Silber, Platin und Palladium. <\/p>\n

Die Marktkapitalisierung der Edelmetalle ist im Vergleich zu derjenigen des Aktienmarktes und des Anleihenmarktes klein (siehe unterste Zeile von Tabelle 1). Am Jahresende 2025 hatte der globale Aktienmarkt eine Marktkapitalisierung von ca. $130.000 Mrd. (mehr als viermal so hoch wie die von Gold), der Anleihenmarkt eine von $140.000 Mrd. Bitcoin besa\u00df Ende 2025 eine Market Cap von etwa $1.700 Mrd. (etwa ein Prozent derjenigen des Aktienmarktes).<\/p>\n

In die vier Edelmetalle kann man in Deutschland als Privatanleger bequem \u00fcber ETFs, genauer „ETCs“ (Exchange Traded Commodities), investieren. Der Vorteil von Edelmetall-ETCs relativ zu Direktinvestments sind geringere Transaktionskosten (Nebenkosten f\u00fcr Kauf und Verkauf) bei f\u00fcr Privatanleger normalen Investmentbetr\u00e4gen (Mengen). Ferner entfallen bei ETCs die Kosten f\u00fcr Schlie\u00dffachmiete und Versicherung. Au\u00dferdem bieten sie relativ zu Direktinvestments gr\u00f6\u00dfere Bequemlichkeit und eine h\u00f6here operative Sicherheit. Beispielsweise ist das Verlustrisiko durch Diebstahl oder Fahrl\u00e4ssigkeit im Falle von Edelmetall-ETCs geringer als bei Direktinvestments. Ebenso erfolgt der Handel schneller, was ein Rebalancing im Gesamtportfolio erleichtert. Die Kosten (Total Expense Ratios\/TERs) der g\u00fcnstigsten unter diesen ETCs sind vertretbar. Im Falle von Gold-ETCs sind sie besonders niedrig.<\/p>\n

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Steuern auf Edelmetallinvestments<\/strong><\/span><\/h2>\n

Steuerlich werden Direktanlagen in alle vier Edelmetalle in Deutschland in der Privatanlegerkonstellation gleichbehandelt. Es besteht Steuerfreiheit nach einem Jahr Haltedauer („privates Ver\u00e4u\u00dferungsgesch\u00e4ft“ nach \u00a7 23 EStG), beim Verkauf vor Ablauf von 12 Monaten kommt der normale Einkommensteuertarif zur Anwendung. <\/p>\n

ETCs, die das jeweilige Edelmetall physisch halten und einen so genannten Auslieferungsanspruch beinhalten (was bei vielen, aber nicht allen in Deutschland vertriebenen Edelmetall-ETCs der Fall ist), werden einkommenssteuerlich bei Privatanlegern gleich vorteilhaft behandelt wie eine Direktanlage. <\/p>\n

K\u00e4ufe von Direktanlagen durch Privatanleger bei Silber, Platin und Palladium sind (anders als bei Gold) umsatzsteuerpflichtig, sprich beim Kauf f\u00e4llt 19% Umsatzsteuer an. Diesen Nachteil haben Edelmetall-ETCs nicht. (Beim Verkauf von Direktanlagen muss ein Privatanleger keine Umsatzsteuer vom K\u00e4ufer verlangen.)<\/p>\n

Silber, Platin und Palladium werden in gro\u00dfem Umfang industriell genutzt, sind also echte „Rohstoffe“, nicht nur reine Investments. Gold besitzt \u2013 abgesehen von seiner Verwendung als Schmuckmetall \u2013 praktisch keine gewerbliche Nutzung. Ob allerdings „Schmuck“ \u00fcberhaupt als „gewerbliche\/industrielle Verwendung“ einzustufen ist, darf man bezweifeln, da in den beiden Hauptnachfragel\u00e4ndern f\u00fcr Goldschmuck \u2013 Indien und China \u2013 dieser in der Bev\u00f6lkerung tendenziell die Rolle einnimmt, die Goldbarren und Goldm\u00fcnzen in westlichen L\u00e4ndern haben.<\/p>\n

Alle drei industriell verwendeten Edelmetalle und auch Gold sind pro Gewichtseinheit so wertvoll, dass die einmal produzierten (gesch\u00fcrften) Mengen danach nicht mehr verschwinden (z. B. im M\u00fcll), sondern durch Recycling dauerhaft im Verkehr (Bestand) bleiben.<\/p>\n

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Die historischen Renditen der vier Edelmetalle<\/strong><\/span><\/h2>\n

Kommen wir zum Investmentaspekt. Abbildung 1 zeigt die inflationsbereinigten Wertsteigerungen der vier Edelmetalle und des MSCI World-Aktienindex \u00fcber die 49 Jahre von Anfang 1977 bis Ende 2025. Den Startzeitpunkt 1977 haben wir gew\u00e4hlt, weil monatliche Renditedaten f\u00fcr Palladium erst ab diesem Zeitpunkt verf\u00fcgbar sind. Aber auch f\u00fcr Gold k\u00f6nnte eine historische Investmentanalyse nicht viel weiter zur\u00fcckgehen als 1977. Renditedaten von Gold vor 1975 sind letztlich nicht aussagekr\u00e4ftig, da erst Ende 1974 das jahrzehntelange Goldverbot<\/em> [2]<\/span><\/strong> in den USA aufgehoben wurde. Die entsprechenden Goldverbote in den f\u00fcr die globale Goldnachfrage enorm wichtigen Staaten China und Indien blieben nach 1974 noch eine Reihe von Jahren bestehen. (Bis Ende 1971 war der Goldpreis in US-Dollar vom amerikanischen Staat im Kontext des so genannten Bretton-Woods-W\u00e4hrungssystems staatlich vorgegeben, woraus sich eine Rendite in Dollar von nahe null ergab.)<\/p>\n

Abbildung 1: Inflationsbereinigte indexierte Preisentwicklung von Gold, Silber, Platin, Palladium und Aktien (MSCI World Index) von 01-1977 bis 12-2025 (49 Jahre) in USD<\/strong><\/span><\/p>\n

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\u25ba Datenquellen: Bloomberg, www.macrotrends.net, Dimensional Fund Advisors. \u25ba Ohne Kosten und Steuern.<\/span><\/p>\n

In Abbildung 1 verwenden wir eine logarithmische vertikale Skala. Diese stellt sicher, dass eine gegebene prozentuale Wertver\u00e4nderung von einem Zeitintervall (Monat, Jahr) auf das n\u00e4chste optisch f\u00fcr den Betrachter \u00fcber den gesamten Zeitraum hinweg (horizontale Achse) gleich gro\u00df erscheint, was bei einer linearen vertikalen Skala nicht der Fall w\u00e4re. Wenn das Ziel darin besteht, prozentuale Renditen und Verm\u00f6genszuw\u00e4chse \u00fcber Teilzeitr\u00e4ume eines langen Gesamtzeitraums zu analysieren, sind logarithmische Darstellungen weniger missverst\u00e4ndlich.<\/p>\n

Die zwei Hauptschlussfolgerungen aus Abbildung 1 sind: \u00dcber den Gesamtzeitraum von 49 Jahren outperformte der MSCI World die drei Edelmetalle deutlich. Die zahlenm\u00e4\u00dfigen Durchschnittsrenditen dazu werden weiter unten in Tabelle 2 aufgef\u00fchrt. Der Zinseszinseffekt f\u00fchrt dazu, dass aus einem durchschnittlichen Renditevorsprung von Aktien vor Gold von 3,3 Prozentpunkten per annum \u00fcber diese knapp f\u00fcnf Jahrzehnte ein drastischer Endwertvorteil f\u00fcr Aktien vor den Edelmetallen resultiert (26,5 Geldeinheiten f\u00fcr Aktien versus 6,6 Geldeinheiten f\u00fcr Gold als dem rentabelsten Edelmetall).<\/p>\n

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Risikokennzahlen zu den vier Edelmetallen im Vergleich mit Aktien<\/strong><\/span><\/h2>\n

Zudem war die Renditeentwicklung des Aktienportfolios sowohl auf kurze als auch auf lang Frist stetiger, weniger volatil als diejenige der vier Edelmetalle. Tabelle 2 illustriert das durch drei Risikokennzahlen und die risikogewichtete Rendite (Sharpe Ratio).<\/p>\n

Tabelle 2: Ausgew\u00e4hlte Performance-Kennzahlen zu den vier Edelmetallen und Aktien (inflationsbereinigte Renditen in USD)<\/strong><\/span><\/p>\n

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\u25ba Aktien-Global = MSCI World Index. \u25ba [B] Vereinfachte Sharpe Ratio = risikogewichtete Rendite (definiert als arithmet. \u00d8-Rendite \u00f7 Standardabw.). \u25ba [C] Maximaler Drawdown = max. kumulativer Verlust im Betrachtungszeitraum. \u25ba [D] Datum des Maximalen Drawdowns. \u25ba [E] Maximale Nullrenditeperiode = l\u00e4ngster Zeitraum innerhalb dieser 49 Jahre, \u00fcber den hinweg eine reale Nullrendite bestand. \u25ba Alle Datenquelle: Siehe Abb. 1. \u25ba Ohne Kosten und Steuern.<\/span><\/p>\n

Aus Tabelle 2 ergeben sich weitere interessante Einblicke: <\/p>\n

\u00dcber den 49-Jahre-Gesamtzeitraum war Gold das unter den vier Edelmetallen am besten rentierende, nicht jedoch in den letzten zehn Jahren. W\u00fcrde man weitere mehrj\u00e4hrige Teilzeitr\u00e4ume zeigen (was wir aus Platzgr\u00fcnden nicht tun), l\u00e4ge die Goldrendite nur in einer Minderheit auf Platz 1 und in einer Mehrheit auf Platz 2 oder weiter hinten. <\/p>\n

Bei Palladium erscheint die innerhalb der Vierergruppe relativ hohe Langfristrendite bemerkenswert. Sie lag nur geringf\u00fcgig unter derjenigen von Gold. Bei Silber sticht die spektakul\u00e4re Rendite in der letzten Dekade heraus. <\/p>\n

Im Hinblick auf das Risiko nimmt Gold unter den Metallen tendenziell den ersten (den besten) Rang ein. Allerdings erscheint die relative Risikobilanz von Gold nicht „makellos“: Zun\u00e4chst einmal ist Gold (wie auch die anderen Edelmetalle) merklich risikoreicher als die Anlageklasse Aktien-Global. <\/p>\n

Die Volatilit\u00e4t der Goldrenditen und der Maximum Drawdown (MDD) von Gold sind zwar besser als die der drei anderen Metalle, aber bei der Kennzahl Maximale Nullrenditeperiode [3]<\/span><\/strong> schneidet Gold schlechter ab als Palladium.<\/p>\n

Die in Tabelle 2 aufgef\u00fchrten Zeitr\u00e4ume f\u00fcr die Edelmetalle zur Maximalen Nullrenditeperiode m\u00f6gen manchem Betrachter schockierend lang erscheinen. Die Zahlen sind jedoch korrekt. Der Grund f\u00fcr die hohen MNRP-Werte liegt in der Inflationsadjustierung der Renditen in Kombination mit der hohen Volatilit\u00e4t von Edelmetallrenditen. Greifen wir zur Erl\u00e4uterung beispielhaft Gold heraus: Gold hatte im Januar 1980 ein Allzeithoch von 850 USD pro Unze, was in heutigem Geld (Geldwert von Ende 2025), also „aufinflationiert“, etwa 3.500 Dollar entspricht. Diesen Preis \u00fcberschritt Gold jedoch tats\u00e4chlich erst wieder im August 2024 nach 45 qu\u00e4lend langen Jahren. So \u00e4hnlich verhielt es sich mit den anderen drei Edelmetallen. Nur Palladium schneidet hier mit einer Maximalen Nullrenditeperiode von „nur“ 20 Jahren merklich besser ab (1980 bis 2000).<\/p>\n

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Edelmetalle zur Diversifikation in einem aktienlastigen Portfolio<\/strong><\/span><\/h2>\n

In Tabelle 3 werfen wir einen Blick auf die Korrelationen. Mit ihnen wollen wir messen, wie gut sich die vier Edelmetalle zur Diversifikation in einem aktienlastigen Portfolio eignen. <\/p>\n

Aus der Korrelation mit der Inflation (ganz rechte Spalte) l\u00e4sst sich die Qualit\u00e4t der Inflation-Hedging<\/em>-Eigenschaften der individuellen Investments ableiten. [4]<\/span><\/strong><\/p>\n

Tabelle 3: Korrelation von Edelmetallen mit Aktien, mit der Inflation und untereinander<\/strong><\/span><\/p>\n

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\u25ba Aktien global = MSCI World Index. \u25ba Datenquelle: Siehe Fu\u00dfnoten zu Abbildung 1.<\/span><\/p>\n

Welche Einblicke ergeben sich aus Tabelle 3? Alle Edelmetalle korrelieren niedrig mit der Anlageklasse Aktien-Global. Aus einer reinen Diversifikationsperspektive scheinen sich somit alle vier Metalle tendenziell gut zu eignen, das Risiko (die Volatilit\u00e4t) eines reinen Aktienportfolios zu mindern. Allerdings braucht es f\u00fcr das Pr\u00e4dikat „guter Diversifizierer“ niedrige Korrelation und attraktive Renditen.<\/p>\n

Platin und Palladium korrelieren relativ moderat mit Gold und mit Silber. Palladium erscheint daher geeignet, das Risiko (Volatilit\u00e4t) von Gold zu diversifizieren (niedrige Korrelation bei ann\u00e4hernd gleich hoher Langfristrendite). Platin zeigt eine noch geringere Korrelation zu Gold bei jedoch schwacher historischer Rendite. <\/p>\n

Neben der reinen Korrelationsanalyse betrachteten wir noch die sieben Perioden zwischen 1977 und 2025, in denen der MSCI World Index einen inflationsbereinigten Drawdown von 20% oder mehr erlitt [5]<\/span><\/strong> und pr\u00fcften, welches der vier Edelmetalle in diesen sieben Aktienmarkteinbr\u00fcchen insgesamt die beste Aktien-Hedge war, also geringer einbrach als der Aktienmarkt oder eventuell sogar positive Renditen hatte. Auch bei diesem hier nicht gesondert anhand von Zahlen gezeigten Diversifikationstest schnitt Gold unter den vier Metallen am besten ab.<\/p>\n

Ein Grund f\u00fcr die insgesamt bessere Performance von Gold in Krisenphasen k\u00f6nnte sein, dass die drei anderen Edelmetalle jeweils umfangreiche industrielle gewerbliche Verwendungen haben. Wenn die Konjunktur in gro\u00dfen Industriel\u00e4ndern schw\u00e4chelt (was w\u00e4hrend negativer Aktienmarktrenditen oft der Fall ist), leidet tendenziell auch deren industrielle Nachfrage.<\/p>\n

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Der vermeintliche Inflationsschutz von Edelmetallinvestments<\/strong><\/span><\/h2>\n

Alle vier Edelmetalle wie auch Aktien-Global haben mit der Konsumg\u00fcterinflation eine Korrelation nahe null. Somit war keines dieser Investments im Mittel der letzten 50 Jahre eine gute Inflation Hedge (Hedge = Absicherung). Die in der Finanzbranche, bei Finanzjournalisten und bei Finfluencern seit anno dazumal immer wieder geh\u00f6rte Aussage, Gold und Aktien b\u00f6ten „guten Inflationsschutz“ ist letztlich Nonsens. Wir sind nicht die ersten in der Fachwelt, die das bemerken. Viele glauben, dass ein Investment, das auf lange Sicht eine h\u00f6here Nominalrendite produziert als die Inflation, deswegen „Inflationsschutz“ biete. Dieses langfristige „Inflation Beating“, das jede Anlageklasse leistet, ist aber nicht das, was die Wissenschaft unter „Inflation Protection“ oder „Inflation Hedging“, also Inflationsschutz versteht. Inflation Hedging und Inflation Beating sind zwei Paar Schuhe.<\/p>\n

In Tabelle 4 illustrieren wir, wie gut die vier Edelmetalle im Betrachtungszeitraum jeweils als Beimischung (Diversifizierer) f\u00fcr ein globales Aktienportfolio abschnitten.<\/p>\n

Tabelle 4: Wie gut eignen sich die vier Edelmetalle als Diversifizierer f\u00fcr ein aktienlastiges Portfolio (inflationsbereinigte Renditen in USD)<\/strong><\/span><\/p>\n

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\u25ba [A] Vola = annualisierte Standardabweichung der Monatsrenditen. \u25ba [B] Vereinfachte Sharpe Ratio: Siehe Fu\u00dfnoten zu Tabelle 1. \u25ba Datenquelle: Siehe Fu\u00dfnoten zu Abbildung 1.<\/span><\/p>\n

Auch die Schlussfolgerungen aus Tabelle 4 sind interessant:<\/p>\n

Eine Edelmetallbeimischung von 10% mit regelm\u00e4\u00dfigem mechanischem Rebalancing hat im Betrachtungszeitraum von 1977 bis heute die absolute Rendite relativ zu einem 100%-Aktienportfolio bei allen vier Edelmetallen entweder leicht verbessert, unver\u00e4ndert gelassen oder nur moderat verschlechtert. In den letzten 10 Jahren war die Diversifizierer-Bilanz noch ein wenig besser als im Gesamtzeitraum. <\/p>\n

Die in Tabelle 4 auf den ersten Blick vielleicht unplausibel erscheinenden Renditeunterschiede f\u00fcr den Gesamtzeitraum sind korrekt, z. B., dass das 90\/10-Palladium-Portfolio eine h\u00f6here Rendite hat, als das 100%-Aktienportfolio, obwohl die Rendite von Palladium individuell recht deutlich niedriger war als die von Gold. Auch die jeweiligen Unterschiede zwischen den vier 90\/10-Portfolios sind korrekt. Diese Effekte resultieren aus der niedrigen Korrelation der vier Edelmetalle zu Aktien und vermutlich auch aus dem spezifischen historischen Renditeprofil in diesen 49 Jahren. Der Effekt ist in der Literatur als „Diversification Return“ oder „Rebalancing Premium“ bekannt. Bei sehr niedrig korrelierenden Assets und stark unterschiedlichen Komponentengewichten (hier 90% versus 10%) kann die Rendite des gemischten Portfolios geringf\u00fcgig h\u00f6her sein als die Rendite der gr\u00f6\u00dferen Komponente. [6]<\/span><\/strong><\/p>\n

Bei den beiden Risikokennzahlen (Volatiliti\u00e4t und Maximum Drawdown) ergaben sich durch die Beimischungen durchweg leichte Verbesserungen.<\/p>\n

In Bezug auf die risikogewichtete Rendite (Vereinfachte Sharpe Ratio) schnitten die gemischten Portfolios ebenfalls durchweg leicht besser ab als das 100%-Aktienportfolio.<\/p>\n

Obwohl die Unterschiede in Tabelle 4 auf den ersten Blick eher gering erscheinen, geht Gold im Wettbewerb „Beste Beimischung unter den vier Edelmetallen“ aus den folgenden Gr\u00fcnden f\u00fcr uns dennoch als relativ klarer Sieger durch die Ziellinie:<\/p>\n