{"id":11505,"date":"2024-08-07T15:18:46","date_gmt":"2024-08-07T13:18:46","guid":{"rendered":"https:\/\/gerd-kommer.de\/?p=11505"},"modified":"2025-09-05T13:31:31","modified_gmt":"2025-09-05T11:31:31","slug":"lebenserwartung-unternehmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerd-kommer.de\/blog\/lebenserwartung-unternehmen\/","title":{"rendered":"Die kurze Lebenserwartung von Unternehmen"},"content":{"rendered":"

Von Gerd Kommer<\/a> und Marcel Lauterwasser<\/a>\u00a0\u00a0<\/em><\/p>\n

Obwohl die Nachteile von Investieren in aktiv ausgew\u00e4hlte Einzelaktien (Stock Picking) seit Jahrzehnten durch die Wissenschaft gut belegt sind und obwohl es seit der Erfindung von Indexfonds in den 1970er Jahren renditem\u00e4\u00dfig \u00fcberlegene, gut umsetzbare Alternativen zu Einzelwertanlagen gibt, begegnen wir in der Praxis unserer Finanzberatung h\u00e4ufig Privatanlegern, die das Einzelwertrisiko deutlich untersch\u00e4tzen. In manchen F\u00e4llen scheinen dabei nicht einmal schmerzhafte pers\u00f6nliche Erfahrungen mit gravierenden Verlusten aus einzelnen Aktien eine Meinungs\u00e4nderung zu bewirken. (Die Gr\u00fcnde f\u00fcr die Unattraktivit\u00e4t von Stock Picking haben wir hier<\/a><\/u> knapp zusammengefasst; in unserem Buch<\/a><\/u> werden sie noch umfassender und detaillierter dargestellt.)<\/p>\n

Wir haben uns oft gefragt, warum die Untersch\u00e4tzung von Einzelwertrisiko so verbreitet und so fundamental ist \u2013 auch bei kaufm\u00e4nnisch erfahrenen Personen.<\/p>\n

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Ein Risikoparadox<\/strong><\/span><\/h2>\n

Die Behavioral Finance \u2013 ein Zweig der finanz\u00f6konomischen Forschung \u2013 hat daf\u00fcr w\u00e4hrend der zur\u00fcckliegenden 40 Jahre eine Reihe kluger Antworten geliefert: „Cognitive Biases“ (Denkfehler, Voreingenommenheiten), unter denen wir fast alle leiden \u2013 unabh\u00e4ngig von unserem jeweiligen IQ und unserer finanziellen Vorbildung. [1]<\/span><\/strong> Aber neben diesen psychologischen Fallstricken existiert eine weitere wenig bekannte Ursache f\u00fcr die verbreitete Untersch\u00e4tzung von Einzelaktienrisiko: Die meisten Privatanleger wissen nicht, wie erstaunlich kurz die statistische Lebensdauer, die „Lebenserwartung“ von Unternehmen ist, und wie fr\u00fch oder schnell Firmen im Mittel sterben.<\/p>\n

Um diesen Sachverhalt zu illustrieren, gehen wir in drei Schritten vor. Schritt 1: Wir pr\u00e4sentieren Daten und Fakten zur statistischen Lebenserwartung von Unternehmen. Schritt 2: Wir kl\u00e4ren, warum so wenige von uns diese bemerkenswerten Informationen kennen. Weil wir sie nicht kennen, k\u00f6nnen wir als Privatanleger auch nicht die aus einer Investmentperspektive naheliegenden Schlussfolgerungen ziehen, n\u00e4mlich systematische Diversifikation, also nur kleine Teile des eigenen Verm\u00f6gens in ein einzelnes Unternehmen investieren. Vor diesem Hintergrund analysieren wir in Schritt 3 das in den deutschen Finanzmedien und von Finfluencern neuerdings propagierte kuriose Investmentkonzept „Aktien f\u00fcr die Ewigkeit“.<\/p>\n

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Die statistische Lebenserwartung von Unternehmen<\/strong><\/span><\/h2>\n

Die Failure Rate<\/em> (Versagensrate, Ausfallquote) neu gegr\u00fcndeter Unternehmen (Startups) w\u00e4hrend ihrer ersten f\u00fcnf Lebensjahre liegt bei rund 50% und bei etwa 80% w\u00e4hrend der ersten zehn Jahre (Kotashev 2020, Quora 2024). Will hei\u00dfen: Etwa vier von f\u00fcnf Unternehmen gehen vor Erreichen ihres zehnten Geburtstages zugrunde. [2]<\/span><\/strong><\/p>\n

Definiert man Failure\/Scheitern breiter als Konkurs, Liquidation oder de-facto-Liquidation mit „hat die Erwartungen des oder der Gr\u00fcnder nicht erf\u00fcllt“, dann steigt die Scheiternquote innerhalb von zehn Jahren vermutlich auf \u00fcber 90%.<\/p>\n

Aus solchen Daten l\u00e4sst sich ableiten, dass die „Lebenserwartung bei Geburt“ eines amerikanischen Startups nur rund 15 bis 17 Jahre betr\u00e4gt. Das ist etwas l\u00e4nger als die Lebenserwartung eines Hundes und k\u00fcrzer als die eines Reitpferdes. Ein heute in den westlichen L\u00e4ndern geborener Mensch lebt statistisch f\u00fcnfmal so lange wie das durchschnittliche Unternehmen.<\/p>\n

Die abgewandelte Kennzahl „Failure Rate in den n\u00e4chsten zw\u00f6lf Monaten“ sinkt bei einem Unternehmen mit jedem zus\u00e4tzlichen Jahr, das es \u00fcberlebt hat, ein wenig. Hierin unterscheiden sich Unternehmen von S\u00e4ugetieren wie Hunden, Pferden oder Menschen. Ein Unternehmen, das bspw. 50 Jahre alt ist, hat also eine h\u00f6here Wahrscheinlichkeit die n\u00e4chsten zw\u00f6lf Monate zu \u00fcberstehen als ein erst 30-j\u00e4hriges Unternehmen. \u00c4ltere und damit h\u00e4ufig auch gr\u00f6\u00dfere Unternehmen sind erfahrener, zumeist breiter diversifiziert, haben treuere Kundenst\u00e4mme und mehr finanzielle R\u00fccklagen, was ihre Widerstandsf\u00e4higkeit in finanziellen D\u00fcrreperioden erh\u00f6ht. Daraus sollte man allerdings nicht schlie\u00dfen, dass alte Unternehmen kaum noch ins Nirwana \u00fcberwechseln. Zur Illustration ein paar willk\u00fcrlich ausgew\u00e4hlte Einzelf\u00e4lle aus der j\u00fcngeren Vergangenheit: Der Zahlungsverkehrsanbieter Wirecard wurde 21 Jahre alt (Konkurs 2020), das Immobilienunternehmen Signa (Ren\u00e9 Benko) 22 Jahre (Konkurs 2023), der Automobilhersteller General Motors 101 Jahre (Konkurs 2009) [3]<\/span><\/strong> und die italienische Bank Monte dei Paschi 545 Jahre (de-facto-Konkurs 2017).<\/p>\n

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Die „Staying Power“ b\u00f6rsennotierter Firmen<\/strong><\/span><\/h2>\n

Als Aktion\u00e4r \u2013 in Abgrenzung zu einem Unternehmer oder Venture Capitalist \u2013 investiert man in b\u00f6rsennotierte Unternehmen. In Bezug auf ihr Alter sind das typischerweise Firmen, die ihre ersten zwei Lebensjahrzehnte schon hinter sich haben und im Vergleich zu den meisten nicht b\u00f6rsennotierten Unternehmen sehr gro\u00df sind. [4]<\/span><\/strong><\/p>\n

\u00dcber das mittlere Alter eines b\u00f6rsennotierten Unternehmens in den USA \u2013 bezogen auf den gesamten US-Aktienmarkt von aktuell 5.600 Firmen \u2013 konnten wir zwar keine pr\u00e4zisen Angaben finden, aber aus den verf\u00fcgbaren Daten kann man ableiten, dass das Medianalter bei etwa 25 Jahren liegt. [5]<\/span><\/strong> Aus Anlegersicht sollten wir bei gelisteten Firmen jedoch nicht auf das absolute Unternehmensalter blicken, sondern auf die mittlere Existenzzeit als b\u00f6rsennotiertes Unternehmen. Sie betr\u00e4gt f\u00fcr den US-Aktiengesamtmarkt 7,5 Jahre (Bessembinder 2018). Beschr\u00e4nkt man diese Betrachtung auf die 500 Large Caps im S&P 500 Index dann bel\u00e4uft sich deren durchschnittliche Verharrungsdauer im S&P 500-Index auf 21 Jahre (Calder u. a. 2021).<\/p>\n

Ein \u00e4hnlich gro\u00dfer „Umschlag“ findet auch innerhalb der deutschen Large Caps statt, wie die Zusammensetzung des DAX-Index im Zeitablauf zeigt. Der Index wurde 1988 mit 30 Mitgliedern aufgesetzt. Von diesen 30 Gr\u00fcndungsfirmen waren Ende 2023, 36 Jahre sp\u00e4ter, noch 12 Mitglieder \u00fcbrig (zwischenzeitlich wurde der DAX sogar von 30 auf 40 Mitglieder erweitert).<\/p>\n

Nicht \u00fcberraschend ist der h\u00e4ufigste Grund f\u00fcr den B\u00f6rsen-Exit eines Unternehmens oder f\u00fcr den Exit aus einem konventionellen Aktienindex die absolute oder relative Schrumpfung des Unternehmenswertes, ausgel\u00f6st durch Ertrags- oder Liquidit\u00e4tsschw\u00e4chen und damit einhergehend unattraktive Aktion\u00e4rsrenditen. Ein formaler Konkurs (Insolvenz) ist selten der Anlass f\u00fcr einen B\u00f6rsen-Exit, aber er kommt durchaus vor, bei Small Caps und Micro Caps naturgem\u00e4\u00df h\u00e4ufiger als bei Large Caps.<\/p>\n

B\u00f6rsen-Exits aufgrund einer Unternehmensfusion sind keine grunds\u00e4tzliche Ausnahme von der Regel, dass schlechte betriebswirtschaftliche und\/oder unterdurchschnittliche Aktienrenditen der Hauptausl\u00f6ser von B\u00f6rsen-Exits sind. Wir k\u00f6nnen davon ausgehen, dass in der typischen Unternehmensfusion ein erfolgreicheres Unternehmen ein weniger erfolgreiches Unternehmen „schluckt“. [6]<\/span><\/strong> Letzteres h\u00e4tte ohne die Fusion vermutlich weiterhin schlechte Zahlen produziert, bis es einige Jahre sp\u00e4ter ein anderes „negatives Ende“ ereilt h\u00e4tte (h\u00e4ufig) oder es zu einem nachhaltigen Turnaround gekommen w\u00e4re (selten).<\/p>\n

Weil das so ist, haben einer Untersuchung zufolge (Bessembinder 2018) in den 90 Jahren von 1927 bis 2016 knapp 60% aller b\u00f6rsennotierten Unternehmen (die existierenden und die nicht mehr gelisteten oder toten) Unternehmen in den USA \u00fcber ihre gesamte Listing-Zeit eine kumulative Rendite unterhalb derer kurzfristiger, supersicherer Staatsanleihen erzeugt, also Renditen, die schlechter sind als die eines Tagesgeldes \u2013 bei etwa zwanzigmal so hohem Risiko. Mit einem zuf\u00e4llig ausgew\u00e4hlten Einzelaktieninvestment h\u00e4tte man den Gesamtmarkt in 96% aller F\u00e4lle unterperformt. [7]<\/span><\/strong> Eine sp\u00e4tere Studie von Bessembinder und Kollegen best\u00e4tigte diesen Sachverhalt auch f\u00fcr die Aktienm\u00e4rkte au\u00dferhalb der USA (Bessembinder u. a. 2023).<\/p>\n

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Jeff Bezos prognostiziert die Pleite von Amazon<\/strong><\/span><\/h2>\n

Unternehmen haben also generell eine kurze Lebenserwartung und die meisten gelisteten Unternehmen scheitern im Biotop B\u00f6rse nach nur wenigen Jahren. Weil das so ist, sagte einer der erfolgreichsten Unternehmer der letzten einhundert Jahre, Jeff Bezos, Gr\u00fcnder und ehemaliger CEO von Amazon, 2018 in einer Rede vor der verdutzten Amazon-Belegschaft: „One day Amazon will fail. Amazon will go bankrupt.“ (siehe hier<\/a><\/u>).<\/p>\n

In der kurzen Lebenserwartung von Unternehmen liegt auch eine der Hauptursachen, warum die meisten gro\u00dfen Familienverm\u00f6gen innerhalb einer bis vier Generationen nach der Gr\u00fcndergeneration vollst\u00e4ndig oder gr\u00f6\u00dftenteils verschwunden sind, wenngleich die \u00f6ffentliche Wahrnehmung eine ganz andere ist (Arnott u. a. 2015 und hier<\/a><\/u>). Die von Politikern und Medienvertretern verbreitete Aussage „die Reichen werden immer reicher“ stimmt in Bezug auf bestimmte<\/em> Reiche eindeutig nicht. Betrachtet man individuelle Reiche und nicht Reiche als abstrakte, prozentuale Kategorie, in der zu einem gegebenen Zeitpunkt bestehenden Verm\u00f6gensverteilung unabh\u00e4ngig von der Zusammensetzung der Kategorie, ist das Gegenteil wahr: „Die Reichen werden immer \u00e4rmer“ (Kommer\/Lochner YouTube-Video<\/a><\/u> 2024).<\/p>\n

Einer der zentralen Einflussfaktoren daf\u00fcr: Unternehmen haben eine kurze Lebenszeit und viele durch Unternehmertum wohlhabend gewordene Familien halten einen zu gro\u00dfen Teil ihres Verm\u00f6gens konzentriert in nur einem oder wenigen einzelnen Unternehmen.<\/p>\n

Viele w\u00fcrden von dieser auf lange Sicht f\u00fcr das Familienverm\u00f6gen hoch gef\u00e4hrlichen Vorgehensweise abr\u00fccken, wenn sie sich im Klaren dar\u00fcber w\u00e4ren, wie kurz die Lebenserwartung von Unternehmen ist.<\/p>\n

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Nur wenige wissen von der kurzen Lebenserwartung von Unternehmen<\/strong><\/span><\/h2>\n

Warum haben wir falsche Vorstellungen von der typischen L\u00e4nge der Lebensspanne eines Unternehmens? Das hat zwei Gr\u00fcnde. Der erste: Wir kennen die oben angef\u00fchrten Zahlen zur statistischen Lebenserwartung und durchschnittlichen Dauer der B\u00f6rsenmitgliedschaft von Unternehmen nicht, weil die Medien dar\u00fcber so gut wie nie berichten. Warum berichten sie nie davon? Diese Information ist zu unsexy, ihr Potenzial f\u00fcr Auflage und Klick-Raten gering. Grund Nr. 2 ist der Survivorship Bias<\/em> [8]<\/span><\/strong>: Die Unternehmen, die uns im Alltag und in den Medien begegnen \u2013 b\u00f6rsennotierte und nicht b\u00f6rsennotierte \u2013 sind bez\u00fcglich Existenzdauer eine stark nach oben verzerrte, unrepr\u00e4sentative Stichprobe aller Unternehmen. Warum? Alle Unternehmen, die in der Vergangenheit, einschlie\u00dflich der letzten f\u00fcnf bis 20 Jahre, gestorben oder anderweitig „abgetreten“ sind, sehen wir im pers\u00f6nlichen Alltag und in den Medien nicht mehr.<\/p>\n

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„Aktien f\u00fcr die Ewigkeit“<\/strong><\/span><\/h2>\n

Vor 30 Jahren, im Jahr 1994, publizierte der amerikanische Finanzprofessor Jeremy Siegel das Investmentbuch „Stocks for the Long Run“<\/a><\/u>, das zu einem Klassiker der Investmentliteratur wurde und zuletzt 2022 in einer sechsten, \u00fcberarbeiteten Auflage erschien. In seinem Buch zeigt Siegel, dass das Risiko eines breit gestreuten Buy-and-Hold-Portfolios aus Aktien niedriger ist, als viele denken, sofern man Risiko als Shortfall Risk<\/em> \u00fcber Perioden gr\u00f6\u00dfer als ca. zehn Jahre interpretiert [9]<\/span><\/strong> und dass Aktien zinstragende Anlagen auf lange Sicht stark outperformen. 2016 erschien eine deutsche \u00dcbersetzung des Siegel-Klassikers unter dem verungl\u00fcckten und missverst\u00e4ndlichen Titel „Aktien f\u00fcr die Ewigkeit“<\/a><\/u>.<\/p>\n

Wahrscheinlich dr\u00fcckt diese \u00dcbersetzung das Gegenteil dessen aus, was Siegel tats\u00e4chlich meint. Siegel beschreibt in seinem „Investmentbuch zur Kapitalmarktgeschichte“ ja gerade die dramatische Evolution in der Zusammensetzung des Aktienmarktes \u00fcber l\u00e4ngere Phasen hinweg, z. B. dass den 5.600 heute existierenden US-B\u00f6rsenwerten gut 20.000 gegen\u00fcberstehen, die zwischen 1926 und heute einmal gelistet waren, aber durch Pleite, Unternehmensfusion, De-Listing oder auf andere Weise aus dem Aktienmarkt verschwunden sind.<\/p>\n

Dass Stock Picking statistisch schlechte Renditen erzeugt, wissen wir aus Tausenden Untersuchungen seit den 1970er Jahren. Mit Stock Picking einmalig-anf\u00e4nglich eine Handvoll Aktien auszuw\u00e4hlen und dann „in alle Ewigkeit“ daran nichts mehr zu \u00e4ndern, d\u00fcrfte genauso schlecht funktionieren wie andere, aktivere Stock Picking-Methoden. Wer einen Augenblick \u00fcber die kindische Idee „Aktien f\u00fcr die Ewigkeit“ nachdenkt, wird erkennen, wie stark ihr Resultat von individuellem Gl\u00fcck oder Pech bei der anf\u00e4nglichen Auswahl abh\u00e4ngt.<\/p>\n

Das hielt eine deutsche Anlagezeitschrift aber nicht davon ab, im Mai 2022 einen Index mit dem Namen „Aktien f\u00fcr die Ewigkeit“ zu kreieren (WKN SL0F99). Der deutsche Ableger der US-Bank Morgan Stanley hat \u00fcber 15 verschiedene Anlagezertifikate auf diesen schr\u00e4gen Index kreiert (siehe bspw. WKN DA0ABN). In den gut zwei Jahren seit seiner Auflage hat der Index den MSCI World Index um \u00fcber 27 Prozentpunkte unterperformt (Stand 05.08.2024). Das ist kein guter Start in die Ewigkeit.<\/p>\n

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Fazit<\/strong><\/span><\/h2>\n

Die statistische Lebenserwartung eines Unternehmens \u00fcbertrifft die eines Hundes nur geringf\u00fcgig. Das durchschnittliche gelistete Unternehmen \u00fcberlebt lediglich rund sieben Jahre an der B\u00f6rse, Large Caps etwa 20 Jahre.<\/p>\n

Die Hauptursache f\u00fcr das Verschwinden von Unternehmen von der B\u00f6rse oder vom Planeten Erde schlechthin ist unterdurchschnittliche Rentabilit\u00e4t.<\/p>\n

Die kurze Lebenserwartung von Unternehmen und die kurze durchschnittliche Listing-Zeit illustrieren, dass Unternehmen fragile Organismen sind.<\/p>\n

Die kurze Lebenserwartung von Unternehmen ist einer unter mehreren Faktoren, warum ein rein rational agierender Privatanlegerhaushalt keine nennenswerten Mittel in Einzelaktien investieren sollte, mit denen er eines der drei folgenden Investmentziele verfolgt:<\/p>\n